Österreich

Frau mit Kopftuch erhält keinen Tisch im Restaurant

Ein Salzburger Restaurant steht in der Kritik, weil einer kopftuchtragenden Frau die Reservierung verweigert worden sein soll. Grund: der Dresscode. Der Fall landete bei der Gleichbehandlung.

19
02
2026
Kopftuch, Dresscode, Restaurant
Reservierung im Restaurant © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Ein Restaurant in Salzburg steht nach einem verweigerten Tisch für eine kopftuchtragende Frau in der Kritik. Wie die „Salzburger Nachrichten“ berichteten, wollte die Muslimin ihren Geburtstag mit Freunden im Sky-Restaurant des Hotels Cool Mama feiern. Bei der telefonischen Reservierung habe ihr Ehemann erwähnt, dass sie einen Kopftuch trage. Daraufhin sei die Anfrage abgelehnt worden.

Das Restaurant verweist auf einen strengen Dresscode, der laut Website dem gewünschten Ambiente und der „kollektiven Stimmung“ dienen solle. Demnach sind unter anderem „jegliche Art von Kopfbedeckungen“ untersagt.

Zudem verweist das Lokal auf das seit 1. Oktober 2017 geltende österreichische Verbot der Gesichtsverhüllung im öffentlichen Raum. Dieses untersagt das Verbergen der Gesichtszüge an öffentlichen Orten oder in öffentlichen Gebäuden.

Restaurant droht nach Google-Bewertung mit Klage

Das Unternehmen erklärte gegenüber den „Salzburger Nachrichten“, die hausinternen Regeln gälten „ausnahmslos für alle Gäste“, unabhängig von Herkunft oder religiöser Zugehörigkeit. Man erwarte im Interesse aller Besucher deren Einhaltung. In einzelnen Fällen seien Gäste auf die Bestimmungen hingewiesen worden und hätten diese anschließend akzeptiert.

Nachdem keine Reservierung zustande gekommen war, veröffentlichte die Frau eine kritische Google-Bewertung. Das Restaurant drohte daraufhin laut Bericht mit rechtlichen Schritten, sollte die Rezension nicht gelöscht werden. Die Betroffene wandte sich anschließend an die Gleichbehandlungsanwaltschaft.

Kein Einzelfall

Politische Kritik kam vom Salzburger SPÖ-Gemeinderat Tarik Mete. Religiöse Kleidung sei kein bloßes Stilelement, sondern Ausdruck einer bewussten Entscheidung, erklärte er. Durch entsprechende Regelungen würden Betroffene ausgeschlossen. Solche Vorfälle passten nicht zu einer weltoffenen Stadt wie Salzburg, so Mete mit Verweis auf ähnliche Beschwerden über das Lokal in den vergangenen Monaten.

Leserkommentare

Barbara sagt:
Das Restaurand handelt richtig
20.02.26
10:10
grege sagt:
Berichte wie der Fall des Salzburger Restaurants, das einer kopftuchtragenden Frau die Reservierung verweigerte, werden auf IslamiQ regelmäßig und mit großem Nachdruck thematisiert. Fälle wahrgenommener oder tatsächlicher Diskriminierung gegenüber Muslimen erhalten dort oftmals breite, emotionale und detaillierte Berichterstattung. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen – solche Vorfälle verdienen Aufmerksamkeit und müssen kritisch beleuchtet werden. Auffällig ist jedoch, welche Themen nicht vorkommen. Während diskriminierende Einzelfälle gegen Muslime in epischer Breite publiziert werden, fehlt auf IslamiQ seit Jahren eine ebenso klare, offene oder ausführliche Auseinandersetzung mit Fällen islamistisch motivierter Gewalt oder Übergriffe, in denen Muslime nicht Opfer, sondern Täter sind. Selbst schwerwiegende Ereignisse – etwa die Ermordung eines homosexuellen Touristen in Dresden durch einen islamistisch radikalisierten Täter – tauchen dort kaum oder gar nicht in der Berichterstattung auf. Ebenso werden andere islamistisch motivierte Gewalttaten nur selten oder äußerst zurückhaltend aufgegriffen. Das Problem ist nicht, dass die Diskriminierung von Muslimen dokumentiert wird. Das Problem ist die Einseitigkeit: Diskriminierung gegen Muslime → großflächig thematisiert. Gewalt oder Übergriffe durch islamistische Täter → kaum sichtbar, häufig ignoriert, selten ausführlich kommentiert. Eine Minderheitenplattform, die permanent Toleranz, Akzeptanz und Fairness einfordert, verliert an Glaubwürdigkeit, wenn sie selbst bei der Auswahl ihrer Themen mit zweierlei Maß misst. Wer selbst moralische Ansprüche erhebt, muss auch bereit sein, die eigenen problematischen Themen offen anzusprechen. Unabhängig davon, wie der konkrete Fall in Salzburg im Detail gelagert war oder ob der Restaurantvorfall juristisch als Diskriminierung zu werten ist, bleibt der grundlegende Punkt bestehen: Ein verweigerter Restauranttisch ist moralisch nicht auf der gleichen Ebene wie eine tödliche Gewalttat. Wenn IslamiQ große moralische Empörung über einen Dresscode in Salzburg mobilisiert, gleichzeitig aber zu schwersten Gewalttaten, die im Namen der Religion begangen wurden, schweigt oder sie nur ungern erwähnt, entsteht der Eindruck eines festen Narrativs: Der Nichtmuslim als Aggressor – der Muslim als ewiges Opfer. Dieses einseitige Bild mag emotional mobilisieren, es bildet aber die Realität nicht vollständig ab. Wer glaubwürdig sein möchte, muss bereit sein, alle Aspekte einer komplexen gesellschaftlichen Wirklichkeit anzuerkennen, auch diejenigen, die nicht ins eigene Selbstbild passen. Nur so entsteht echte Dialogfähigkeit – und echte Toleranz. Denn Toleranz bedeutet nicht, ausschließlich die Fehler der anderen zu benennen. Toleranz bedeutet auch, eigene Schattenseiten nicht auszublenden.
26.02.26
20:37