EUROPÄISCHER GERICHTSHOF (EUGH)

Auflagen für rituelles Schlachten sind zulässig

Einem Urteil des EuGH zufolge dürfen rituelle Schlachtungen ohne Betäubung auch während des Opferfestes nur in zugelassenen Schlachthöfen vorgenommen werden. Zuvor hatten mehrere islamische Gemeinden aus Belgien geklagt.

29
05
2018
Symbolbild: EuGH, Urteil© shutterstock, bearbeitet by iQ.
Symbolbild: Urteil© shutterstock, bearbeitet by iQ.

Auflagen für das rituelle Schlachten ohne Betäubung sind aus Sicht des Europäischen Gerichtshofs kein Verstoß gegen die Religionsfreiheit. Der EuGH bestätigte am Dienstag eine Vorschrift in Belgien, wonach Tiere auch während des islamischen Opferfests und nach den Riten der Religion nur in zugelassenen Schlachthöfen geschlachtet werden dürfen.

Rituelles Schlachten ohne Betäubung wird nach Religionsvorschriften sowohl im Islam als auch im Judentum praktiziert. Tierschützer kritisieren dies. Juden und Muslime sehen es indes als wichtigen Teil ihrer Religion.

Der EuGH stellt dazu klar, dass zwar grundsätzlich nach EU-Recht Tiere vor dem Schlachten betäubt werden müssen. Im Sinne der Religionsfreiheit sind jedoch Ausnahmen zulässig. Voraussetzung sei, dass die nationalen Behörden Schlachthöfen eine Zulassung erteile. Dafür müssten technische Anforderungen der Behörden erfüllt werden.

Islamische Gemeinden klagten gegen Flandern

Im konkreten Fall geht es um eine 2015 erlassene Vorschrift in Belgien. Dort galt seit 1998, dass während des islamischen Opferfestes nicht nur in zertifizierten Schlachthäusern, sondern auch in zeitweilig zugelassenen zusätzlichen Schlachtorten Tiere nach den Riten getötet werden durften. Denn zum Opferfest steigt die Nachfrage stark. In der Zeit ist es bei vielen Muslimen üblich, ein Tier zu schlachten und das Fleisch zu teilen.

Seit 2015 gibt es diese Ausnahmeregelung während des Opferfests nicht mehr. Dagegen klagten die islamischen Gemeinden. Der EuGH hält die neue Praxis jedoch für zulässig. Dass die Kapazität der regulären Schlachthöfe zur Zeit des Opferfests teils nicht ausreiche, sei ein innerbelgisches Problem. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Saadet sagt:
Stichwort Fleischkonsum in Deutschland und Europa 60 kg pro Kopf Verzehr an Fleisch in Deutschland.(2017) Hackfleisch beim Discounter für 3,40€ das Kilo. Aktuelles Angebot bei einem namenhaften Discounter: Schweinerückensteak 400g für 1,99€ .Hühnchenfleisch ist noch billiger. Zerschredderung lebendiger Bruderküken. Verstümmelungen, Verletzungen und Folter von Tieren in Massentierhaltung. Verabreichung von hochdosierten Antibiotika und Antidepessiva, Wachstumshormonen. Zwangsschwangerschaften durch erzwungene Besamung von Milchkühen mit anschließender Entreissung der Kälber nach der Geburt.Tötung der Kälber. Stutzung durch scharfe Klingen der Schnäbel von Hühnern. Bestialische Tiertransporte bis zum Tod. Schweinebetriebe mit eingepferchten Tieren, Körper an Körper, bis zur gegenseitigen Tötung! Bolzenschuss verübt an der Mutterkuh vor Augen ihres Kalbs. Massenschlachtung verursacht Blutrausch bei Arbeitern in Schlachtereibetrieben Häutung bei lebendigen Leib von Nerzen. Schmerzhafte Zwangnährung ( Stopfung) von Gänsen .. alles nachzulesen bei Greenpeace, foodwatch, peta u.v.m. Alles passier in Deutschland und Europa. Teilweise völlig legal und wenn nicht interessiert es kaum jemanden! Hierzulande kauft die Mehrheit der Konsumenten Fleisch und Tiererzeugnisse aus dieser Massentierhaltung. Alle verantworten diese Schandtaten, die Folter und das unsägliche Leid mit. Mit jedem Bissen Fleisch, mit jedem Schluck Milch, mit jedem aufgeschlagenem Ei, mit der vermeintlich streichzarten Butter auf der Abendstulle, und der gemütlichen Grillwurst, die ohne Reue den Schlund herabfällt. Ich finde die Kritik heuchlerisch! Kritik darf ausschließlich von Menschen kommen, die zu 100% die oben aufgeführten Misstände NICHT unterstützen, vollständig vegan und bio-dynamisch leben.Wer wagt es jetzt? Laut foodwatch.de betrug 2016 der Bio Anteil an Fleisch bei Geflügel 1,4%, bei Rotfleisch 1,8% und bei Fleisch -und Wurstwaren bei gerade mal 1,2%.!!!!! Ein Missstand hebt den anderen nicht auf. Die Schächtung von Tieren im Islam ist klar geregelt. Das dies nicht eingehalten wird, ist genauso schrecklich! Und im wahrsten Sinne eine Sünde! Halal bezieht sich hauptsächlich nicht auf die Art und Weise der Schächtung,sondern darauf, dass 1.das Tierleid auf ein Minimum beschränkt bleibt 2. keine anderen Tiere die Schächtung miterleben dürfen 3. nicht aus Gier getötet werden darf und schon gar nicht in Massen. 4. Tiere nicht karnivor sein dürfen! Erklärt auch das Verzehrverbot von Schweinefleisch (Allesfresser) 5. Tiere nicht gejagt werden dürfen. (Hierzulande eine Sportart) Im Koran sind zahlreiche Verse zum Thema Tier und Tierhaltung zu finden. Hier eine Auswahl. „Es gibt kein einziges lebendes Tier auf dieser Erde und kein Wesen, das mit der Kraft seiner Flügel fliegt, und nicht ein Teil dieser Gemeinschaft bildet, genau wie du. Wir haben niemanden im Buch ( Koran) übergangen und sie alle sollen am Ende bei Ihrem Herren versammelt sein“ Sure 6 Vers 38 „Eine gute Tat an einem Tier ist so gut, als ob einem Menschen Gutes getan wurde. Dagegen ist eine grausame Tat gegenüber einem Tier, genauso schlimm, als ob man gegenüber einem Menschen grausam gewesen wäre.“ Muslim und Bukhari,Mishkat al Masabih;Buch 6 Kap.7, 8:178 Friede den Tieren!
29.05.18
18:20
Kritika sagt:
L.S. Glücklich, wer ein Schwein ist. Gruss, Kritika
29.05.18
21:18
Sven Anatoli sagt:
Religionsfreiheit kann nicht Tötungsfreiheit von Tieren bedeuten. Archaisches Abschlachten von Lebewesen ist unwürdig für Menschen im 21. Jahrhundert. Religiös ist für mich etwas ganz anderes.
29.05.18
22:47
Ute Fabel sagt:
Abergläubische Wüstennomaden des Frühmittelalters dachten fälschlicherweise, dass Blut und Fleisch unterschiedliche Materien seien, die es zu trennen gilt. Heute wissen wird, dass das nicht so ist und das auch durch ausgiebiges Ausbluten beim Schlachten gar nicht erreicht werden kann. Warum also das Ritual des Schächtens überhaupt weiter aufrechterhalten? Ach ja, es steht ja in einer vermeintlich heiligen Schrift.
30.05.18
7:34
Frederic Voss sagt:
Schafft endlich das ekelhafte, widerliche islamische Tiere abschlachten ab. Das Ganze noch als rituelles Szenario im Namen Gottes? Einfach nur pervers und abartig. Eben islamisch-tödlicher Firlefanz.
30.05.18
22:29
Harousch sagt:
@kritika, Ute Fabel, f.voss, Sanatoli Der wunderbare Beitrag Saadets verhilft euch/Ihnen hoffentlich zu etwas mehr Selbstreflexion, die allen Menschen dieser Welt anzuraten ist. Selbstreflexion bleibt weiterhin eine Charakterstärke! Da ist es mir persönlich ein Rätsel wie man trotzdem ein Stück Schwein=Allesfresser (Aas und andere Leichen) verschlingen kann, obwohl es doch mittlerweile allseits bekannt ist, dass 98% des Fleisches weitweit aus Mastbetrieben entstammt. Dazu muss man kein Muslime sein, um zu erkennen, dass der Konsum von Schweinefleisch nicht nur ekelerregend ist.....Nekrophilie inbegriffen.... @Saadet Herzlichen Dank für diesen Beitrag, der auf die Misstände der konventionellen Tierhaltung innerhalb unserer liberalen Gesellschaft aufmerksam macht und somit den Fokus auf die Bedeutung der Begriffe „helal“ und „tayyib“ richtet. Dabei ist zu betonen, dass „tayyib“ gegenüber „helal“ mehr Bedeutung zukommt, was aber leider bei der muslimischen Community noch nicht ganz angekommen zu sein erscheint. Die prekäre und verachtende Situation innerhalb der Mastbetriebe weltweit sind alarmierend, was die Relevanz einer grundlegenden Aufklärung und im Besonderen innerhalb muslimischer Gesellschaften und damit laut Koran einhergehenden Verpflichtung des menschlichen Wesens als Erhalter der Schöpfung wieder einmal verdeutlicht. Der Koran ist und bleibt ein Wunder, wie man hier erneut unter Beweis gestellt bekommt. Salamaleikum!
31.05.18
15:36
Johannes Disch sagt:
@Frederic Voss (30.05.18, 22.29) So, das Schächten ist ein widerliches islamisches Szenario? Da täuschen Sie sich. Es ist ein Ritual, das auch das Judentum praktiziert und auch dem Judentum ist das Schächten hier in Deutschland gestattet. Also wenn schon, dann bitte auf beide schimpfen, auf Juden und Muslime. Und wie unchristlich es bei unserer Art der Fleischverarbeitung zugeht, das hat "Saadet" prima erläutert.(29.05.18, 18:20) Wir haben also überhaupt keinen Grund, in dieser Frage auf andere Kulturen und deren Riten herabzusehen.
31.05.18
20:40
Manuel sagt:
@Saadet: Dann sollten alle Moslems eigentlich Vegetarier werden oder?
01.06.18
10:14
Saadet sagt:
@ Manuel Gute Idee! Würde ich Ihnen auch empfehlen. Dann müssen Sie kein zu Tode gequältes Schwein aus der Massentierhaltung verantworten.
04.06.18
11:25
Manuel sagt:
@Saadet: Und Sie müssten nicht Tiere ausbluten lassen!
08.06.18
20:17
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