Human Rights Watch

Myanmar setzt Zerstörung von Rohingya-Dörfern fort

Nach Angaben von Human Rights Watch werden in Myanmar weiterhin Dörfer von Rohingya von der Armee zerstört.

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2017
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Das Leid der Rohingya hört nicht auf. © shutterstock
Das Leid der Rohingya hört nicht auf. © shutterstock

Die Zerstörung von Dörfern der muslimischen Rohingya im mehrheitlich buddhistischen Myanmar ist offenbar auch im Oktober und November fortgesetzt worden. Die Analyse von Satellitenbildern habe ergeben, dass 40 weitere Dörfer zerstört worden seien, teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Montag in Bangkok mit. Damit habe die Armee seit Beginn der Gewalt gegen die Rohingya insgesamt 354 Rohingyadörfer ganz oder teilweise dem Erdboden gleichgemacht. Die meisten Dörfer seien niedergebrannt worden.

Seit dem Beginn der Gewalt gegen die Rohingya im Bundesstaat Rakhine am 25. August dieses Jahres flohen 630.000 Angehörige der Minderheit über die Grenze ins benachbarte Bangladesch. Augenzeugen hatten von Morden und Vergewaltigungen durch Soldaten der Armee von Myanmar berichtet. Das Militär wies diese Vorwürfe zurück. Es seien bei der militärischen Operation keine „unschuldigen Menschen getötet worden“, hieß es in einem im November veröffentlichten Untersuchungsbericht der Armee.

Allein in der Woche, in der Myanmar und Bangladesch am 23. November ein Memorandum zur Rückführung der Flüchtlinge unterzeichnet hatten, seien „Dutzende Dörfer niedergebrannt worden“, so Human Rigths Watch. Die Zerstörung der Rohingya-Dörfer durch die Armee Tage nach der Unterzeichnung des Rückführungsabkommens mit Bangladesch zeige, dass die Zusage der Regierung von Myanmar für eine sichere Heimkehr der Rohingya nicht ernst genommen werden könne, sagte HRW-Asiendirektor Brad Adams. (KNA/iQ)