Landessynode der Evangelischen Kirche

Evangelische Kirche fordert mehr Religionsunterricht

Als Reaktion auf religiös motiviertes Mobbing an Schulen fordert die evangelische Kirche die Landesregierungen dazu auf, den jüdischen, christlichen und islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen verstärkt zu fördern.

17
04
2018
SchülerInnen, Religionsunterricht
Symbolbild: SchülerInnen © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Die Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz setzt sich für mehr Religionsunterricht ein. Die Kirchenparlamentarier forderten die Landesregierungen in Berlin, Brandenburg und Sachsen am Samstag auf, „den jüdischen, christlichen und muslimischen Religionsunterricht zu fördern, damit der Dialog an den Schulen gelernt wird.“

In einem Beschluss kritisiert die Synode zudem zunehmende Konflikte zwischen den Religionen: „Dazu zählen etwa Aggressionen gegen glaubensverschiedene Schülerinnen und Jugendliche und ein offener und verborgener Antisemitismus, ebenso wie eine ausgrenzende und diffamierende Einstellung gegenüber Religionsgemeinschaften, insbesondere gegenüber Musliminnen und Muslimen“, heißt es in dem Papier.

„Selbstkritisch stellen wir fest, dass auch in evangelischen Kirchengemeinden die nötige Dialogbereitschaft und interkulturelle Kompetenz bisweilen fehlen.“

Bereits am Freitag hatte Landesbischof Markus Dröge erklärt, er „halte es für wichtig, dass der Religionsunterricht an den Schulen stärker als bisher gefördert wird.“ Kinder müssten Gelegenheit bekommen, die eigene und die Religion anderer kennen und respektieren zu lernen und ein friedliches Zusammenleben mit Kindern anderer Religion zu erfahren. „Religion aus dem schulischen Leben zu verbannen ist deshalb pädagogisch grob fahrlässig.“ (KNA, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Konfessionsübergreifer, gemeinsamer Ethikunterrichg sollte gefördert und ausgebaut werden. Dass die evangelische Kirche das staatlich finanzierte Werbefach für den eigenen Verein in öffentlichen Schulen verteidigt, entspricht ausschließlich Eigeninteressen. Man sollte wie schon in Berlin in ganz Deutschland ein Referendum über den konfessionellen Religionsunterricht durchführen, dass dann mit hoher Wahrscheinlichkeit wie in der Bundeshauptstadt pro Ethik ausgehen würde.
17.04.18
21:14
Sven Anatoli sagt:
Noch mehr Religionsunterricht? Besser wäre umfassender Aufklärungsunterricht für alle. Humanismus- und Ethikunterricht verpflichtend für alle.
17.04.18
22:31
Torben sagt:
Wie soll den konfessioneller Religionsunterricht, bei dem alle unter sich sind, den Dialog fördern? Das könnte doch nur ein konfessionsübergreifender Religionsunterricht leisten. Aber gegen den Antisemitismus, den muslimische Jugendliche bei ihren Eltern oder ihren Musikidolen angeboten kommen, wird der Religionsunterricht ohnehin nicht ankommen.
18.04.18
10:34
Johannes Disch sagt:
Religion ist ein wichtiger und wesentlicher Teil unserer (Kultur)Geschichte. Es ist also wichtig, darüber Bescheid zu wissen. Nur dann können sich die Schüler ein eigenes Urteil bilden. Man kann nur über etwas urteilen, das man auch kennt. Das hat überhaupt nichts mit "religiöser Indoktrination" zu tun. Man kann diesen Religionsunterricht "interkulturell" gestalten-- was es bereits gibt-- oder man kann das ganze Fach "Ethik" nennen, was es ebenfalls schon lange gibt. Aber auch bei einem Fach "Ethik" wird man an der Religion nicht vorbei kommen, da unser ethisches Fundament auf den Religionen beruht. Entscheidend ist bei dem Thema-- wie bei jedem anderen Fach auch-- nicht so sehr der Inhalt, sondern die fachliche und pädagogische Kompetenz des Lehrpersonals.
18.04.18
12:46
Frederic Voss sagt:
Gut wäre auch ein Kultur-Unterricht, in dem dann die ganze Vielfalt religiöser Ansichten und Denkweisen mit behandelt werden kann. Extra Religionsunterricht an öffentlichen Schulen würde sich erübrigen. Denn den kann ja die entsprechende Glaubensgruppierung z.B. in einer eigenen Sonntagsschulung abhalten - für alle, die das interessiert.
20.04.18
23:31