Umfrage

Imageverlust für Islam

Eine aktuelle Umfrage zeigt einen Imageverlust für den Islam. Auf einem Ranking von gesellschaftlichen Institutionen belegt der Islam einen der letzten Plätze.

03
01
2018
Islam
Symbolbild: Der Islam. © Edward Musik / CC 2.0 / flickr

Der Islam hat laut dem jüngsten „Vertrauens-Ranking“ von ntv und RTL im vergangenen Jahr einen deutlichen Imageverlust hinnehmen müssen. Bei den Kirchen fällt die Bilanz mit Blick auf die am Dienstag veröffentlichte und von forsa durchgeführte Studie gemischt aus.

Unter 26 „nicht-politischen“ und „gesellschaftlich relevanten“ Institutionen landet der Islam mit einem Minus von 16 Prozentpunkten im Vergleich zu 2016 auf Rang 24. Dahinter liegen Manager mit 6 Prozent und Werbeagenturen mit 5 Prozent. Für die niedrigen Vertrauenswerte von Islam macht forsa-Chef Manfred Güllner religiös motivierte Terroranschläge verantwortlich.

Einen Abwärtstrend stellen die Meinungsforscher auch beim Papst fest. Ihm vertrauen 54 Prozent der Befragten, was einem Rückgang um 6 Prozentpunkte im Vergleich zu 2016 entspricht und Platz 9 im aktuellen Ranking bedeutet. Trotzdem genießt das katholische Kirchenoberhaupt immer noch doppelt soviel Vertrauen wie die von ihm vertretene Institution. Mit 27 Prozent und einem Plus von einem Prozentpunkt landet die katholische Kirche auf Platz 18. Die evangelische Kirche legte um zwei Prozentpunkte auf 48 Prozent zu und wird damit auf Platz 13 gelistet.

Dem Zentralrat der Juden schenkten 37 Prozent der Befragten ihr Vertrauen, drei Prozentpunkte weniger als 2016. An der Spitze des „Vertrauens-Rankings“ stehen Polizei, Universitäten, Ärzte und der eigene Arbeitgeber. Die Medien in Gestalt von Radio, Presse und Fernsehen mussten jeweils 4 Prozentpunkte Verluste hinnehmen. Dem Radio vertrauen der Umfrage zufolge 56 Prozent der Deutschen (Platz 8), die Presse kommt auf 40 Prozent (Platz 15), das Fernsehen auf 28 Prozent (Platz 17).

Die Umfrage fand zwischen dem 15. und 20. Dezember statt, 2.307 Menschen nahmen daran teil. Zwischen Ost- und Westdeutschen habe es zum Teil erhebliche Unterschiede gegeben, heißt es. Besonders treffe das bei dem Urteil über die Kirchen und den Papst sowie über die Medien zu. So schenken nur 13 Prozent der Ostdeutschen der katholischen Kirche ihr Vertrauen; bei den Westdeutschen sind es 30 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der evangelischen Kirche mit 34 Prozent Vertrauen bei den Ostdeutschen und 50 Prozent bei den Westdeutschen. Der Papst genießt den Angaben zufolge bei 40 Prozent der Ostdeutschen Vertrauen – im Gegensatz zu 57 Prozent bei den Westdeutschen.

Im Medienbereich trauen den Angaben zufolge 41 Prozent der Ostdeutschen dem Radio (Westdeutsche: 59 Prozent), 27 Prozent der Presse (Westdeutsche: 43 Prozent) und 16 Prozent dem Fernsehen (Westdeutsche: 30 Prozent). Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sprach in einer ersten Reaktion von dramatischen Ergebnissen. Vor allem in Ostdeutschland müsse vermehrt in Aufklärung, Bildungsarbeit und Vermittlung von Medienkompetenz investiert werden, forderte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. (KNA/iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Da haben die deutschen Medien aber große (!) Arbeit geleistet, um das Image des Islam zu beschädigen. Deswegen müssen mehr Muslime in die Rundfunkräte, damit in Zukunft negative Berichterstattung über den Islam unterbunden wird. Terror hat mit dem Islam nichts zu tun. Das haben islamische Gelehrte mehrmals bewiesen. Warum also sollten Muslime dafür gerade stehen, wenn irgendwo eine Bombe hochgeht? Denn es ist längst kein Geheimnis, dass der sogenannte "islamistische" Terror von westlichen Geheimdiensten sowie vom israelischen Geheimdienst unterstützt wird, damit westliche Imperialisten und ihre despotischen Marionetten im Orient einen Grund haben, den Islam und die Muslime zu bekämpfen. Das nennt man Politik. Man muss nur die CIA und den MOSSAD zerschlagen, und es wäre keine Überraschung, dass der sogenannte "islamistische" Terror dann plötzlich ein Ende hat.
03.01.18
17:30
Kritika sagt:
L.S. Traurich für den Islam aber ehrlich verdient und zu erwarten. Allen Grund für MuslimFrauen, sich nicht mit einem dermassen negativ besetzten Verein zu identifizieren; in Klartext, allen Grund ohne das verwunschene Kopftuch in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Einziger Lichtblick: Islamiq zeigt Objectivität und ist tapfer genug, auch einmal die negative Seite des Islam zu tematisieren. Kritika hat regelmässig gezeigt - noch in den letzten 14 Tagen - wie das negative Image verbessert werden könnte: durch Zurückhaltung und durch eine Bescheidenheit, welche der geringen Durchdringung des Islam in Deutschland entspricht. Möglicherweise sind die Deutschen Mufties daran aber nicht interessiert sondern warten geduldig bis, durch erhöhte Geburtenrate und Zuzug, der Anteil an Muslims die kritische Grenze überschreitet und der Islam hier die Spielregeln (mit)bestimmen kann. Dass das auch schon ab rund 10% gelingen kann, hat die FDP jahrzehntelang demonstriert. Kritika
03.01.18
23:51
Charley sagt:
Wen wunderts? Diejenigen, die körperlich existenzielle Sicherheit geben, stehen an erster Stelle, diejenigen, die seelische und ideelle Orientierung / Sicherheit geben folgen.... diejenigen, die aus Eigeninteresse eben nur Scheinbar in der Öffentlichkeit stehen stehen am Ende! Der Islam fällt nicht nur wegen der Terroranschläge durch, sondern auch, weil er nichts WESENtliches beizutragen hat, es sei denn, man wollte in der Mischung aus orientalischer Folklore und überholter Tradition und spirituellem Kadavergehorsam "Wesentliches" erkennen wollen. Das halte ich für einen modernen Zeitgenossen für unmöglich und der Mühe wegen für so überflüssig wie einen Kropf. Ideelle Orientierung muss man sich selbst geben, nicht per Autorität normativ oder per Projektion als Aberglaube.
04.01.18
12:30
Johannes Disch sagt:
@Dilaver (Ihr Post vom 03.01.18, 17:30) Also bitte, dass CIA und der "MOSSAD" am islamistischen Terror schuld sind, das ist sehr abenteuerlich. Es ist erstens einseitig und klingt zweitens nach typischer Verschwörungstheorie. Richtig ist, dass der Imageschaden des Islam am islamistischen Terrorismus liegt und dass inzwischen leider viele Menschen im Westen die Minderheit der Terroristen mit "Dem Islam" und "Den Muslimen" gleichsetzt.
04.01.18
13:41
Lotte sagt:
@Dilaver Çelik Nicht die Medien sind daran schuld, dass das Image des Islam so schlecht ist. Das schaffen die Moslems schon ganz alleine. Terrorismus und Islamismus sind nun mal keine Dinge, die das Ansehen der Moslems bei Nichtmoslems verbessern. Über sowas freuen sich nur Moslems, weil es einen Platz im Paradies zu sichern scheint, wenn man Ungläubige hinmetzelt.
04.01.18
16:34
grege sagt:
Wer die Schuld nur bei den Medien und irgendwelchen Geheimdiensten sucht und keinen Hauch von Selbstkritik zeigt, darf sich über dieses desolate Ergebnis nicht wundern. Wenn der Westen als Inbegriff für alles Böse herhalten muss, stellt sich die Frage, warum soviele Muslime hier zugewandert sind.
04.01.18
20:41
Kritika sagt:
L.S. Genial! sehr gehrter Herr Diaver, die Muslemischen Angriffe müssen gar nicht aufhören; es genügt vollkommen die Berichterstattung darüber zu unterdrücken. Durch ausschliesslich Muslimische Rundfunkräte. Und - für RTL NTV N-24 fällt Ihnen sicher auch bald ein, wie wir dort die freie Islam-kritische Berichterstattung im Griff bekommen, zB. mal mit Erdogan reden oder mit den Saudies, nichtwahr, verehrter Herr Dilviar? Der Iman von Barcelona, der bei der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags in die Luft flog, muss ein eingeschleuster Stümper von der Mossad gewesen sein. Beweis? Fromme Muslims zeigen fast Täglich, wie professionell sie mit Bomben umgehen können. Heute, 4 Jan 2017, jagten Muslims in Kabul mal eben 20 Menschen in die Luft, die ihnen nicht gefielen. Grusslos, Kritika
04.01.18
23:53
Manuel sagt:
@Dilaver Çelik; Wieso denn, man braucht sich nur die islamischen Länder ansehen, dann sieht man welche Zustände dort herrschen.
06.01.18
20:06
Twokstyle sagt:
Der Islam ist nicht mehr Zeitgemäß. Wer sich zurück in die Höhle wünscht, kann dahin in den Urlaub fahren. Ganz ehrlich - es ist nicht die Lösung mehr Muslime in hohen Pressepositionen einzusetzen. Jeder der einen strengen Anhänger dieser Religion sieht, kann sich selbst ein Bild machen. In meiner Schulklasse war ein "radikaler". Wir mussten später mit den Klausuren beginnen, weil er noch ein dringendes Gebet abzugeben hatte. Statt für seine Noten "zu beten" hätte er besser mal lernen sollen. Ich hatte außerdem das Gefühl, dass in den Rückwärtsgewandten Kreisen eine Art Hass gegen die westliche Kultur und gerne auch gegen Deutsche speziell gezüchtet wurde.
30.01.18
20:52