Islamfeindlichkeit

AfD kritisiert Özils Pilgerreise

Die islamfeindliche AfD kritisiert Mesut Özils Pilgerreise nach Mekka und die Veröffentlichung von Bildern dazu auf facebook.

30
05
2016

Die sächsische Alternative für Deutschland übt scharfe Kritik an der Pilgerreise des deutschen Nationalspielers Mesut Özil nach Mekka aus. Die „öffentlichkeitswirksame“ Pilgerfahrt sei ein „antipatriotisches Signal“, so Vertreter der Partei. Auch die positiven Medienberichte über die Pilgerreise des muslimischen Fußballers werden angeprangert.

„Wenn Özil vor Länderspielen regelmäßig nicht die Nationalhymne mitsingt, soll das der Bürger für eine normale Privatsache halten“, kritisiert der AfD-Kreisvorstand Andrea Kersten. „Wenn Özil hingegen zur Pilgerfahrt nach Mekka reist, erklärt das der ,Tagesspiegel‘ dem Bürger als ‚Zeichen für mehr Verständigung und Integration‘,“ so der Politiker weiter.

Dabei setzt die Partei ihre islamfeindliche Narrative fort, und wirft Muslimen vor eine intolerante, frauenfeindliche und homophobe Ideologie zu praktizieren, die durch die Medienberichte über Mesut Özil auch noch als integrationsfördernd hofiert würden.

Am 22. Mai veröffentlichte Mesut Özil ein Bild von sich vor der Kaaba in traditioneller Pilger-Kleidung mit den Hashtags #Islam und #Pray.

AfD-Vize-Vorsitzender Alexander Gauland sorgte am Wochenende ebenfalls mit seiner fremdenfeindlichen Aussage „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“ für Empörung.

Die Fußballnationalspieler mit Migrationshintergrund sind aktuell häufig Opfer von rechtsgesinnten Angriffen. So zuletzt die Kritik von Pegida an der Werbekampagne der Kinderschokolade, die auf den Verpackungen Kinderfotos von allen Fußballspielern abdruckten.

Leserkommentare

Düsselbarsch sagt:
Und da sagen die immer, sie seien nah beim "Volk". Die Damen und Herren sollen sich ruhig weiter an der Nationalmannschaft abarbeiten. Das kostet Sympathiepunkte.
30.05.16
19:10
Ute Fabel sagt:
Mekka ist absoltut kein Ort der Toleranz sondern absolute Sperrzone für Nichtmuslime. In diesem Jahr dürfen dorthin nicht einmal mehr Iraner hinpilgern. Warum die Pilgerfahrt von Herrn Özil nach Mekka und dessen Vermarktung in den sozialen Medien ein "Zeichen für mehr Verständigung" sein soll, lässt sich für mich daher überhaupt nicht nachvollziehen. Besser wäre es, wenn Mesut Özil seine Stimme für den saudischen Blogger Raif Badawi erheben würde, der wegen seiner abweichenden religiösen Meinungen inhaftiert ist und gefoltert wurde. Das wäre gelebtes Eintreten für Vielfalt und Verständigung.
31.05.16
7:40
Andreas sagt:
Das ist natürlich mal wieder kompletter Unsinn, was die AfD da von sich gibt. Niemand würde einem Pilger, der sich auf den Jakobsweg begibt, ein antipatriotisches Signal vorwerfen. Wieso sollte also ein Muslim, der nach Mekka pilgert, ein antipatriotisches Signal senden?
31.05.16
12:12