Trotz Waffenruhe tötet Israel bei neuen Angriffen mindestens zehn Palästinenser, darunter ein Minderjähriger.

Bei erneuten israelischen Angriffen im Gazastreifen sind am Sonntag mindestens zehn Palästinenser ermordet worden. Unter den Todesopfern befindet sich auch ein Minderjähriger. Das berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA. Demnach kamen fünf Menschen bei einem israelischen Drohnenangriff im Gebiet Al-Mawasi westlich von Khan Younis ums Leben. Weitere Menschen wurden verletzt.
Drei weitere Palästinenser wurden bei einem Angriff israelischer Truppen westlich von Gaza-Stadt getötet. Unter ihnen war auch der Minderjährige. Insgesamt seien seit den frühen Morgenstunden mindestens zehn Menschen durch israelische Angriffe ermordet worden. Zu den weiteren beiden Todesopfern machte WAFA zunächst keine näheren Angaben.
Die israelische Armee bestätigte Angriffe im Norden und Süden des Gazastreifens. Nach eigenen Angaben habe sie dabei „mehrere Mitglieder bewaffneter Gruppen“ ins Visier genommen. Das Innenministerium erklärte hingegen, bei den fünf Getöteten in Al-Mawasi habe es sich um Polizisten und Mitarbeiter gehandelt, die ihren regulären Dienst verrichtet hätten.
Obwohl seit Oktober 2025 eine Waffenruhe im Gazastreifen gilt, kommt es weiterhin regelmäßig zu israelischen Angriffen mit Todesopfern. Zuletzt hatte die israelische Armee ihre Luftangriffe wieder verstärkt. Das Militär begründete diese unter anderem mit dem Vorgehen gegen ranghohe Mitglieder der Hamas.
Die israelische Militäroffensive hat seit dem 07. Oktober 2023 eine verheerende humanitäre Katastrophe im Gazastreifen ausgelöst. Nach Angaben der dortigen Gesundheitsbehörde wurden seit Genozidbeginn mehr als 74.500 Palästinenser getötet. Die Zivilbevölkerung ist weiterhin von den Folgen der Angriffe, massiver Zerstörung und der anhaltenden humanitären Notlage betroffen.