Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um Empathie und soziale Verantwortung als wichtige Bestandteile des islamischen Glaubens. Ein friedliches Zusammenleben setze voraus, dass Menschen einander zuhören, Verständnis füreinander aufbringen und sich in die Lage anderer hineinversetzen. Empathie sei dabei keine Schwäche, sondern ein Zeichen eines gefestigten Iman. Wer andere verstehen wolle, müsse bereit sein, ihre Perspektive einzunehmen, statt vorschnell über sie zu urteilen.
Der Prophet Muhammad (s) habe dazu aufgerufen, anderen das zu wünschen, was man sich selbst wünsche, und allen Menschen mit Barmherzigkeit zu begegnen. Der Koran fordere dazu auf, sich gegenseitig beim Guten zu unterstützen und nicht an Sünde und Feindschaft mitzuwirken. Soziale Verantwortung zeige sich nicht allein in großen Taten, sondern vor allem im alltäglichen Umgang miteinander.
Diese Verantwortung beginne in der eigenen Familie und erstrecke sich auf Nachbarn, ältere Menschen, Jugendliche, Waisen und die gesamte Gesellschaft. Dazu gehörten ein respektvoller Umgang, gegenseitige Unterstützung und ein sorgsamer Umgang mit öffentlichem Eigentum. Echter Frieden entstehe dort, wo Menschen ihr eigenes Verhalten hinterfragten und Güte, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit im Alltag lebten.
Die Freitagspredigt der Türkisch Islamischen Union e.V. (DITIB) behandelt das Thema Neid. Muslime sollten akzeptieren, dass Menschen unterschiedliche Möglichkeiten und Lebensumstände hätten. Neid bedeute, anderen ihre Gaben nicht zu gönnen oder ihnen deren Verlust zu wünschen. Dadurch verliere der Mensch den Blick für das Gute im eigenen Leben und gefährde seinen inneren Frieden.
Am Beispiel der Brüder des Propheten Yusuf werde deutlich, welche Folgen Neid haben könne. Ihre Eifersucht auf die Zuneigung ihres Vaters habe dazu geführt, dass sie Yusuf in einen Brunnen warfen und großes Leid über die Familie brachten. Auch der Prophet Muhammad habe vor Neid gewarnt, da dieser gute Taten verzehre und Beziehungen zwischen Menschen belasten könne.
Um das eigene Herz vor Neid zu schützen, sollten Gläubige bei Allah Zuflucht suchen, um Vergebung bitten und sich die eigenen Gaben bewusst machen. Zugleich sollten sie sich an Menschen erinnern, denen es in weltlicher Hinsicht weniger gut gehe. Wenn andere eine Gabe erhielten, sollten sie sich mit ihnen freuen und ihnen diese von Herzen gönnen. Der Wunsch, selbst Ähnliches zu erhalten, sei davon zu unterscheiden. Die Gaben Allahs seien unerschöpflich und würden durch das Glück anderer nicht weniger.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.