Bisher erreicht das Angebot nur vier Prozent der muslimischen Schüler. Lehrkräftemangel erschwert den Ausbau.

Niedersachsen will den islamischen Religionsunterricht an Schulen ausweiten. Künftig soll das Angebot auch an berufsbildenden Schulen verfügbar sein. Bislang erreicht es jedoch nur einen kleinen Teil der muslimischen Schüler:innen im Land. Im Schuljahr 2025/26 nahmen nach Angaben des Kultusministeriums 3.693 Schüler:innen an allgemeinbildenden Schulen teil – bei rund 95.000 muslimischen Schüler:innen insgesamt.
Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) betonte die Bedeutung religiöser Orientierung und des Dialogs für ein respektvolles Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft. Der islamische Religionsunterricht soll jungen Menschen Raum geben, sich mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen.
Eine flächendeckende Einführung scheitert bislang unter anderem am Mangel an qualifizierten Lehrkräften. Besonders in ländlichen Regionen ist die Versorgung schwierig. Das Kultusministerium setzt deshalb gemeinsam mit islamischen Verbänden auf Nachwuchswerbung an Universitäten und Schulen. Zudem werden bereits tätige Lehrkräfte weitergebildet.
Mit der geplanten Ausweitung auf berufsbildende Schulen soll das Angebot mehr muslimische Jugendliche erreichen. Wie schnell der Ausbau umgesetzt werden kann, hängt jedoch auch davon ab, ob genügend qualifizierte Lehrkräfte gewonnen werden.