Freitagspredigt, 05.05.2026

Einheit, Umweltbewusstsein, rechtschaffene Frauen

Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Symbolbild: Freitagspredigt und Minbar © Shutterstock, bearbeitet by iQ.
Symbolbild: Freitagspredigt und Minbar © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Die Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) behandelt die Bedeutung von Einheit und Geschwisterlichkeit im Islam. Die Geschwisterlichkeit der Muslime gründe nicht auf Herkunft, Sprache oder Kultur, sondern auf dem gemeinsamen Glauben und der Zugehörigkeit zur Umma des Propheten Muhammad (s). Wahre Geschwisterlichkeit zeige sich darin, dass Muslime einander dasselbe Gute wünschen wie sich selbst und ihre Beziehung von Liebe, Mitgefühl und gegenseitiger Unterstützung geprägt sei.

Die Predigt erinnert daran, dass die Hilfe für andere Gläubige einen hohen Stellenwert im Islam besitzt. Wer seinem Bruder oder seiner Schwester in einer Notlage beistehe, erfahre auch die Hilfe Allahs. Die Gläubigen würden dabei einem einzigen Körper gleichen: Leidet ein Teil, so teile der ganze Körper diesen Schmerz. Diese Haltung beschränke sich nicht nur auf Muslime, sondern äußere sich auch in der Unterstützung aller hilfsbedürftigen Menschen.

Zugleich warnt die Predigt vor Spaltung, Hass und Feindschaft. Die islamische Geschwisterlichkeit solle Menschen zusammenführen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Muslime werden dazu aufgerufen, an der Einheit festzuhalten, sich nicht auseinanderdividieren zu lassen und ihre Beziehungen auf Liebe, Barmherzigkeit und gegenseitigem Respekt aufzubauen.

Umweltbewusstsein als Glaubenspflicht

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) widmet sich in ihrer Freitagspredigt dem Umweltbewusstsein als Bestandteil des Glaubens. Die Schöpfung Allahs sei von vollkommener Ordnung und Ausgewogenheit geprägt. Berge, Meere, Tiere und Pflanzen seien Zeichen der göttlichen Schöpfungskraft und verdienten daher Respekt und Schutz. Der Umgang des Menschen mit der Natur offenbare zugleich seine Haltung gegenüber dem Schöpfer.

Als Vorbild wird der Prophet Muhammad (s) genannt, der allen Geschöpfen mit Liebe, Barmherzigkeit und Wertschätzung begegnete. Die Predigt hebt hervor, dass Sauberkeit eng mit dem Glauben verbunden sei. Die Reinhaltung der Umwelt werde nicht als bloße gesellschaftliche Aufgabe verstanden, sondern als religiöse Verantwortung. Umweltverschmutzung, Verschwendung und die Zerstörung natürlicher Lebensräume würden dem Gemeinwohl schaden und dem Auftrag widersprechen, die Erde als göttliche Anvertrautheit zu bewahren.

Besondere Bedeutung misst die Predigt dem Schutz aller Lebewesen und dem Pflanzen von Bäumen bei. Wer einen Baum pflanze, von dem Menschen oder Tiere Nutzen hätten, könne auch nach seinem Tod weiterhin Lohn erhalten. Die Gläubigen werden dazu aufgerufen, verantwortungsvoll mit den Ressourcen der Erde umzugehen und die Umwelt für kommende Generationen zu bewahren.

Rechtschaffene Frauen im Islam

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um die Bedeutung rechtschaffener Frauen im Islam. Die Predigt betont, dass Männer und Frauen von Allah erschaffen wurden, um sich gegenseitig zu ergänzen. Unterschiede in Aufgaben und Verantwortlichkeiten bedeuteten keine unterschiedliche Wertigkeit. Entscheidend für die Stellung eines Menschen vor Allah seien allein Glaube und Gottesfurcht.

Der Koran kenne sowohl unter Männern als auch unter Frauen Gottesfreunde, die durch ihren Glauben und ihre Frömmigkeit hervorstächen. Die Nähe zu Allah sei nicht vom Geschlecht abhängig, sondern von der Taqwā, der Gottesfurcht. Rechtschaffene Frauen würden im Koran als gläubig, vertrauenswürdig und verantwortungsbewusst beschrieben.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.