Bremen

Kita gibt Schweinefleisch ohne Hinweis an Kinder aus

In einer Kita in Bremen soll Schweinefleisch ohne Kennzeichnung ausgegeben worden sein. Der Träger hat ein Prüfverfahren eingeleitet und Konsequenzen angekündigt.

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Kopftuchverbot in Kindergärten fällt
Symbolbild: Kindergarten © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Nach einem Vorfall in einer Bremer Kindertagesstätte hat der Träger Kita Bremen ein Prüfverfahren eingeleitet. Im Kinder- und Familienzentrum Marßel soll während eines Frühstücksbuffets in den Osterferien Schweinefleisch ohne entsprechende Kennzeichnung angeboten worden sein.

Nach Angaben der Bildungsbehörde wurde der mögliche Verstoß intern festgestellt. Die Kontrollmechanismen hätten grundsätzlich funktioniert, dennoch hätte der Fehler nicht passieren dürfen, hieß es. Die neue Kitaleitung und der Träger hätten daraufhin umgehend reagiert und rechtliche Schritte eingeleitet.

Der Vorfall wird als Einzelfall bezeichnet. In anderen Einrichtungen von Kita Bremen seien keine vergleichbaren Fälle bekannt. Gleichzeitig betonten Träger und Behörde, dass der Schutz der Kinder sowie die Berücksichtigung religiöser und kultureller Ernährungsgewohnheiten hohe Priorität hätten. Für den Fehler wurde eine Entschuldigung ausgesprochen.

Als Konsequenz soll unter anderem das bestehende Verbot der Verwendung von Schweinefleisch in der Einrichtung erneuert werden. Zudem wurde die Freistellung und anschließende Kündigung der mutmaßlich verantwortlichen Person angekündigt. Auch strafrechtliche Schritte werden geprüft. Das Landesjugendamt und der Elternbeirat wurden informiert, außerdem wurde die Verpflegung vorübergehend an einen anderen Caterer vergeben.

Schura: Vorfall beeinträchtigt Vertrauen der Eltern

Der Vorsitzende der islamischen Religionsgemeinschaft Schura Bremen, Murat Çelik, bezeichnete den Vorfall als „tragisch“. „Wird Schweinefleisch an Kinder ausgegeben, ist das aus religiöser Sicht schwerwiegend“, sagte er. Zugleich könne ein solcher Vorfall das Vertrauen von Eltern nachhaltig beeinträchtigen.

Um ähnliche Fälle künftig zu vermeiden, fordern Vertreter eine Überprüfung der Abläufe in Küchen und Einrichtungen. Ein Elternabend soll Anfang Mai über den Vorfall informieren und weitere Maßnahmen klären.