Statistisches Bundesamt

Jeder Vierte hat eine Einwanderungsgeschichte

In den vergangenen 20 Jahren ist der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe um zwei Drittel gewachsen. Ein EU-Land führt die Liste der Herkunftsländer an.

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Symbolbild: Bevölkerung, Einwanderung © Shutterstock, bearbeitet by iQ.
Symbolbild: Bevölkerung, Einwanderung © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Jeder vierte Mensch in Deutschland hat eine Einwanderungsgeschichte. Laut Statistischem Bundesamt waren das im Jahr 2025 rund 21,8 Millionen Menschen. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 26,3 Prozent.

Eine Einwanderungsgeschichte haben laut Definition Menschen, die entweder selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Datenbasis ist der Mikrozensus, eine jährliche Stichprobenerhebung mit rund einem Prozent der Bevölkerung.

Jede fünfte in Deutschland lebende Person ist eingewandert

Etwa jede fünfte in Deutschland lebende Person ist selbst eingewandert. Im Jahr 2025 lebten 16,4 Millionen Menschen der ersten Einwanderergeneration in Deutschland – 1,7 Prozent mehr als 2024. Damit fiel der Zuwachs deutlich geringer aus als in den Vorjahren.

Die größten Herkunftsgruppen stammen nicht aus mehrheitlich muslimischen Ländern. Die meisten selbst eingewanderten Menschen kamen aus Polen (1,5 Millionen), der Türkei (1,5 Millionen), der Ukraine (1,3 Millionen), Russland (1,0 Millionen) und Syrien (1,0 Millionen). Damit gehören Polen, Ukraine und Russland – also überwiegend christlich geprägte Länder – zu den größten Herkunftsländern. Die häufige Behauptung, Einwanderung nach Deutschland bestehe vor allem aus muslimischer Migration, wird durch diese Zahlen nicht bestätigt.

Zusätzlich lebten 5,4 Millionen Menschen der zweiten Generation in Deutschland, also hier geborene Kinder von zwei seit 1950 eingewanderten Elternteilen. Diese Zahl stieg gegenüber 2024 um drei Prozent.

Menschen mit Einwanderungsgeschichte gestiegen

Seit 2005 ist die Zahl der Menschen mit Einwanderungsgeschichte von 13,0 Millionen auf 21,8 Millionen gestiegen – ein Plus von 67 Prozent. Der Bevölkerungsanteil erhöhte sich im selben Zeitraum um rund zehn Prozentpunkte.

Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind im Durchschnitt jünger als die Gesamtbevölkerung. Bei den 25- bis 34-Jährigen hatte 2025 mehr als jede dritte Person eine Einwanderungsgeschichte, bei den über 65-Jährigen nur jede siebte.

Von den selbst eingewanderten jungen Erwachsenen im Alter von 25 bis 34 Jahren hatte rund ein Drittel einen akademischen Abschluss. Etwa ebenso viele hatten keinen beruflichen Abschluss und befanden sich weder in Bildung noch in Ausbildung.