Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

Die Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) behandelt die Charakterbildung im Koran. Der Koran sei wie ein göttliches Lexikon. Er mache Glauben und Moral zum Fundament des Lebens. Durch das Lesen des Korans sollen Muslime sich zu Menschen entwickeln, die bewusst glauben, bewusst denken und bewusst leben. Und aus diesen bewussten Menschen entstehe eine bewusste Gemeinschaft.
Ein Pfeiler dieser bewussten Gemeinschaft sei der Tawhîd. Das sei der Glaube an die Einheit. Wenn ein Mensch wirklich verinnerliche, dass er Allahs Diener sei und dass alle Macht und Herrschaft allein Allah gehöre, dann werde er zu einem wahrhaft gläubigen Menschen. Der zweite Pfeiler sei der Glaube an das Jenseits. Wer weiß, dass dieses Leben vergehe und dass jedes Wort und jede Tat auf die Waagschale gelegt werde, der lebt bewusster und maßvoller.
Die koranische Moral hört allerdings nicht beim Einzelnen auf. Sie gehe weiter – vom Individuum zur Gesellschaft, von der Gemeinde zur gesamten Umma. Wer ein Mensch sein will, mit dem Allah zufrieden sei, der will auch Teil einer Gemeinschaft sein, mit der Allah zufrieden sei.
Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) widmet sich in ihrer Freitagspredigt dem Koran und der Sunna als „Frühling des Herzens“. Die Jahreszeiten würden als Zeichen der Schöpfung Allahs beschrieben und der Frühling erinnere die Menschen an die Wiederauferstehung, da die tote Erde wieder zum Leben erwache. So wie die Natur im Frühling neu belebt werde, brauche auch das menschliche Herz eine Erneuerung.
Es werde betont, dass das Herz im Laufe des Lebens durch Unachtsamkeit und das Streben nach weltlichen Dingen verhärten könne. Weder äußere Vergnügungen noch alltägliche Beschäftigungen könnten dem Herzen dauerhafte Ruhe geben. Wahre Ruhe und innerer Frieden kämen von Allah. Der Koran und die Sunna beleben das Herz und zeigen dem Menschen den rechten Weg . Wer an ihnen festhalte, könne sein Herz reinigen, seinen Glauben stärken und mit Hoffnung auf die Auferstehung leben.
In der Freitagspredigt des Verbands Islamischer Kulturzentren (VIKZ) geht es um rechtschaffene Taten. Diese Taten sind die Taten und Werke, die mit den Grundlagen der islamischen Religion übereinstimmen und mit Aufrichtigkeit nur um Allahs willen getan werden. Gute Werke oder Taten ohne Glauben haben keine Bedeutung bei Allah. Auch wenn diese im Diesseits belohnt werden. Mit guten Werken (amal salih) erfülle jeder Muslim seine Pflichten als Diener gegenüber den Herrn. Zu den guten Taten gehören unter anderem das tägliche Gebet und die freiwilligen Gebete, die Verkündung der Religion, die Güte gegenüber den Eltern und die Rezitation des Korans.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.