Nach der Beschädigung einer Kirche in Wien setzen Moscheen ein Zeichen der Solidarität: Sie sammeln Spenden, helfen bei der Reinigung und betonen den interreligiösen Zusammenhalt.

Nach einer Sachbeschädigung an der Pfarrkirche St. Johann Evangelist in Wien-Favoriten haben Moscheegemeinden mit einer Solidaritätsaktion reagiert. Unbekannte hatten im Dezember des vergangenen Jahres die Außenmauern des Gotteshauses beschmiert und dabei deutliche Spuren der Verunstaltung hinterlassen.
Muslimische Gemeinden sammelten daraufhin Spenden, um die Sanierung der beschädigten Mauern zu unterstützen. Vertreter der Gemeinden beteiligten sich zudem persönlich an Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten vor Ort. Die Aktion wurde von Vertretern aus Religion und Politik begleitet. Der Erste Imam von Wien, Ermin Šehić, Dechant Matthias Beck und der Favoritner Bezirksvorsteher Marcus Franz würdigten das Engagement und bezeichneten die Zusammenarbeit als wichtiges Zeichen des Zusammenhalts.
Die Initiative zeige, dass gegenseitiger Respekt, Dialog und Solidarität zentrale Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens seien, hieß es. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz und sprach von einem starken Zeichen der Verantwortung über Religionsgrenzen hinweg.
Die Pfarrkirche St. Johann Evangelist, auch Keplerkirche genannt, liegt am Keplerplatz im Wiener Bezirk Favoriten. Fotos der Schäden zeigen unter anderem Schriftzüge in arabischer Schrift.