Nach Kritik von Beatrix von Storch am Miss Germany-Finale reagiert die muslimische Finalistin Büşra Sayed mit Humor – und macht aus der politischen Attacke kurzerhand eine satirische Werbeaktion.

Eine Rede der AfD-Bundestagsabgeordneten Beatrix von Storch zum Internationaler Frauentag sorgt für politische und gesellschaftliche Debatten. Darin kritisierte sie unter anderem das diesjährige Finale von Miss Germany und richtete sich gegen aus ihrer Sicht „intersektionalen Feminismus“. Besonders die Teilnahme von Finalistinnen, die Hijab tragen, stellte sie als Beispiel für eine Fehlentwicklung dar.
Von Storch argumentierte, dass traditionelle feministische Positionen zunehmend verdrängt würden, während religiöse und geschlechterpolitische Themen stärker in den Vordergrund rückten. In diesem Zusammenhang bezeichnete sie die Präsenz von Hijab tragenden Teilnehmerinnen im Wettbewerb als „absurd“ und warnte vor gesellschaftlichen Entwicklungen, die Frauen unsichtbar machten.
Eine der angesprochenen Finalistinnen, die Unternehmerin Büşra Sayed, reagierte öffentlich – jedoch nicht mit direkter Gegenrede, sondern mit satirischem Humor. In einem Video auf sozialen Medien inszenierte sie von Storch ironisch als „Werbepartnerin“ für ihr eigenes Modelabel, das sich auf Mode für Frauen mit Hijab spezialisiert hat. Sayed präsentierte dabei einen Rabattcode mit politischer Anspielung, der tatsächlich auf der Website ihres Labels eingelöst werden kann.
Mit dieser Reaktion setzt Sayed bewusst auf eine Strategie der Umdeutung: Anstatt sich ausschließlich defensiv gegen Kritik zu positionieren, greift sie die öffentliche Aufmerksamkeit auf und nutzt sie für ihre eigene Botschaft von Sichtbarkeit und Selbstbestimmung.
Bereits im Vorfeld hatte Sayed über zunehmende rassistische Anfeindungen berichtet. Während sie Alltagsrassismus aus eigener Erfahrung kenne, habe sich die Intensität der Angriffe seit ihrer Teilnahme an dem Wettbewerb deutlich verschärft. Insbesondere werde ihr öffentlich die Frage gestellt, inwiefern sie „die deutsche Frau“ repräsentieren könne. Diese Zuschreibungen weist sie zurück und stellt ihnen eine offene Definition von Zugehörigkeit und Identität entgegen.