Rassismus

Verdächtiger nach Schüssen bei Paris bestreitet rassistisches Motiv

Bei den Schüssen in zwei Vororten von Paris wurde ein Mann getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Der Tatverdächtige räumt die Tat ein, weist aber einen rassistischen Hintergrund zurück.

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Polizei in Frankreich
Polizei in Frankreich © Shutterstock, bearbeitet by iQ

Der mutmaßliche Täter der tödlichen Schüsse in zwei Vororten von Paris bestreitet ein rassistisches Motiv. Der 39-Jährige räume ein, die Tat begangen zu haben, weise aber zurück, aus rassistischen Gründen gehandelt zu haben, sagte der französische Anti-Terror-Staatsanwalt Olivier Christen.

Keine Anzeichen für Halluzinationen oder Wahnvorstellungen

Der Verdächtige war zwischenzeitlich in eine psychiatrische Einrichtung gebracht worden. Bei einer erneuten Untersuchung seien keine Anzeichen für Halluzinationen oder Wahnvorstellungen festgestellt worden, sagte Christen. Eine stationäre Zwangsbehandlung sei daher nicht erforderlich. Der Mann befinde sich wieder in Polizeigewahrsam.

Am Freitag soll der 39-Jährige vom Auto aus an acht verschiedenen Orten in Trappes und La Verrière westlich von Paris auf Menschen geschossen haben. Dabei wurde der 26-jährige Pengo Bossio Wangi getötet. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Ein verletztes Mädchen schwebt inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wird der Verdächtige wegen Schizophrenie behandelt. Bei ihm seien zudem Spuren von Cannabis und Kokain nachgewiesen worden. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fanden Ermittler unter anderem eine Ausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“, eine Bibel und einen Koran.

Welches Motiv hatte der Täter?

Medienberichte über politische Flugblätter in seinem Auto wies Staatsanwalt Christen zurück. Vier Angehörige und Bekannte des Verdächtigen, die vorübergehend festgenommen worden waren, kamen wieder frei.

Die Ermittlungen sollen unter anderem klären, welches Motiv hinter den Schüssen stand. Ob die Opfer aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe oder Religion angegriffen wurden, ist Gegenstand der Ermittlungen.