Eine neue Monografie wertet Übergriffe auf Moscheen in Deutschland von 2014 bis 2023 aus. Die Untersuchung ordnet die Angriffe in den Kontext antimuslimischen Rassismus ein.
Eine neue Monografie dokumentiert und analysiert Angriffe auf Moscheen in Deutschland im Zeitraum von 2014 bis 2023. Herausgegeben wurde die Untersuchung von der Antidiskriminierungsstelle der DITIB.
Die Publikation fasst die Erkenntnisse aus zehn Jahren Berichterstattung über Moscheeübergriffe zusammen. Ziel sei es, die Angriffe nicht als Einzelfälle, sondern als Ausdruck eines strukturellen antimuslimischen Rassismus zu betrachten, teilte die Antidiskriminierungsstelle mit. Dabei würden auch gesellschaftliche Haltungen, politische Debatten und mediale Darstellungen berücksichtigt.
Die Untersuchung unterscheidet zwischen Begriffen wie Islamfeindlichkeit, Islamophobie und antimuslimischem Rassismus. Zudem betrachtet sie Angriffe nicht nur mit Blick auf körperliche Schäden und Sachbeschädigungen, sondern auch auf ihre symbolische und gesellschaftliche Bedeutung.
In der Veröffentlichung wird insbesondere auf die Bedeutung rechtsextremer Ideologien für Angriffe auf Gotteshäuser hingewiesen. Diese seien nicht allein ein Problem der muslimischen Gemeinschaft, sondern beträfen auch den Schutz demokratischer und gesellschaftlicher Grundwerte.
Der DITIB-Vorsitzende Ramazan Ilıkkan rief dazu auf, gesellschaftliche Probleme gemeinsam anzugehen. „Die Entwicklungen in Deutschland zeigen, dass wir gesellschaftliche Probleme gemeinsam angehen müssen, um sie zu lösen und den gesellschaftlichen Frieden zu wahren“, erklärte er.
Die Antidiskriminierungsstelle wurde 2013 vom DITIB-Bundesverband eingerichtet. Moscheegemeinden und Einzelpersonen können dort Straftaten melden, bei denen sie ein antimuslimisches Motiv vermuten.