Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um den Kampf gegen Islamfeindlichkeit. Jede Zeit bringt ihre eigenen Prüfungen mit sich. Zu den großen Herausforderungen für Muslime gehören heute Vorurteile, Diskriminierung und Islamfeindlichkeit. Islamfeindlichkeit bedeute Angst, Hass und Feindschaft gegenüber dem Islam und Muslimen. Sie führe dazu, dass Muslime wegen ihres Glaubens ausgeschlossen und benachteiligt werden.
Der Koran fordere dazu auf, Böses mit Gutem zu begegnen und auch gegenüber Menschen, denen man ablehnend gegenüberstehe, gerecht zu bleiben. Der Prophet Muhammad habe selbst bei Beleidigungen Ruhe und Milde bewahrt. Ein Muslim solle durch seine Worte und Taten Sicherheit vermitteln und das Vertrauen anderer Menschen verdienen.
Muslime in Europa trügen eine besondere Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben. Durch einen respektvollen Umgang mit Nachbarn, gewissenhafte Arbeit, ehrliche Geschäfte und gesellschaftliches Engagement könnten sie Vorurteile abbauen. Auch Kinder sollten lernen, ihren Glauben selbstbewusst zu leben und Menschen anderer Religionen und Kulturen mit Respekt zu begegnen. Die stärkste Antwort auf Islamfeindlichkeit liege in Geduld, Weisheit und einem guten Charakter.
Die Freitagspredigt der Türkisch Islamischen Union e.V. (DITIB) behandelt die Bedeutung des Wissenserwerbs im Islam und die Verantwortung, das Gelernte im eigenen Leben umzusetzen. Bereits die erste Offenbarung „Lies im Namen deines Herrn“ verdeutliche den hohen Stellenwert des Wissens. Es helfe dem Menschen, sich selbst, seinen Schöpfer und seine Umwelt zu verstehen und sowohl in religiösen als auch in weltlichen Angelegenheiten die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Der Prophet Muhammad habe den Wissenserwerb als Pflicht für Muslime bezeichnet und sich selbst als Lehrer verstanden. Mit der Einrichtung der Suffe in der Prophetenmoschee in Medina habe er zudem einen Ort geschaffen, an dem sich Menschen religiöses Wissen aneignen konnten. Die dort lernenden Gefährten hätten zur Weitergabe des Korans und der Sunna an nachfolgende Generationen beigetragen.
Wissen entfalte seinen eigentlichen Nutzen, wenn es das Handeln leite, den Charakter verbessere und die Verantwortung gegenüber Allah und den Mitmenschen stärke. Gläubige seien daher dazu aufgerufen, Wissen zu erwerben und danach zu handeln. Auch Kinder sollten zum Lesen, Recherchieren und zur praktischen Umsetzung des Gelernten ermutigt werden, damit sie im Einklang mit dem Wohlgefallen Allahs lebten und anderen Menschen nützlich seien.
In der Freitagspredigt des Verbands der islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um die Rechte der Nachbarn. Der Islam fördere das Gute und verbietet das Schlechte, wobei das Nachbarschaftsrecht eine gesetzliche Verankerung erhalte. Allah betone im Koran die Wichtigkeit, gütig zu sein, nicht nur zu Verwandten, sondern auch zu Nachbarn, unabhängig von deren Status oder Glauben.
Der Prophet Muhammad (s) unterstreiche in verschiedenen Hadithen die Bedeutung der guten Behandlung von Nachbarn, indem er zur Gastfreundschaft und zur Vermeidung von Streitigkeiten aufruft. Das Nachbarschaftsrecht gliedere sich in drei Stufen: Nichtbelästigung, Nachsicht und aktive Freundlichkeit. Muslime seien aufgefordert, ihren Nachbarn in allen Lebenslagen beizustehen, um Feindseligkeiten zu vermeiden und ein harmonisches Zusammenleben zu fördern, unabhängig von deren Glaubensüberzeugungen oder gesellschaftlichem Status.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.