Freitagspredigt

Ibâdas, Worte, Glauben

Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. IslamiQ liefert jede Woche einen Überblick.

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Freitagspredigt © Shutterstock, bearbeitet by iQ.
Freitagspredigt © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um die Ibâdas. Das Dienen, die Hingabe und Zuwendung zu Allah werde im Koran als „Ibâda“ bezeichnet. Allah sei der einzige, dem Anbetung gebühre. Jede Anbetung eines anderen Wesens außer Allah werde als Schirk bezeichnet. 

Der Mensch wurde erschaffen,  um Allah zu erkennen, an ihn zu glauben und ihm zu dienen. Zu den Pflichten gehören das Gebet, das Fasten, der Hadsch und die Zakat. Jede gute Handlung, die man aufrichtig für Allah tue, sei ebenfalls eine Ibâda. Es sei ein Gottesdienst, wenn man Frieden und Sicherheit für die Familie bewirke. Es sei ein Gottesdienst, wenn Bedürftige erfreut werden. Es sei ein Gottesdienst, wenn Armen und Bedürftigen geholfen werde. Ehrlichkeit im Handel sei ein Gottesdienst. Einsatz für die Gesellschaft sei ein Gottesdienst.

Muslime sollten das Bewusstsein, Diener Allahs zu sein, ein Leben lang bewahren und stets ein gutes Herz für ihre Mitmenschen haben. Denn die Ibâdas werden sie zu Güte, Schönheit und Wahrhaftigkeit führen.

Worte

Die Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert in ihrer Freitagspredigt die Verantwortung des Menschen für seine Worte. Sprache sei eine einzigartige Gabe Allahs und zugleich ein Vertrauensgut, da Worte Herzen heilen oder verletzen könnten. Die Predigt betone, dass Worte das Innere des Menschen widerspiegeln und daher Reinheit des Herzens sowie Reinheit der Sprache gefordert seien. Der Koran rufe dazu auf, wahrhaftig, sanft, gerecht und respektvoll zu sprechen – besonders gegenüber Eltern – und Worte zu meiden, die kranke Herzen in die Irre führen könnten.

Ein Mensch, der vollkommen an Allah und den Jüngsten Tag glaube, lüge nicht, lästere nicht und meide üble Nachrede. Er halte sich von nutzlosen Worten fern und wähle stets heilsame, respektvolle Formulierungen – oder schweige, wenn er nichts Gutes zu sagen habe. Die Predigt mahne, beleidigende Sprache, Spott, verletzende Scherze sowie vulgäre Ausdrücke vollständig zu meiden. Jedes Wort, das der Mensch äußere, werde von Engeln aufgezeichnet.

Den Glauben gefährden

In der Freitagspredigt des Verbands der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um gefährdende Verhaltensweisen für den Imân. Der Glaube gelte als größte Gabe Allahs, deren Verlust ewiges Unheil bedeute; deshalb müsse der Mensch sensibel damit umgehen. Der Imân sei unteilbar – wer einen Glaubensartikel leugne, verneine den Glauben insgesamt. Herzliche Bestätigung und sprachliches Bekenntnis gälten als Grundvoraussetzungen; fehle das Herz, gelte man vor Allah als Heuchler.

Muslime sollten sich von allem fernhalten, was diese Grundlagen gefährde. Gelehrte der Ahl as-Sunna führten u. a. das Leugnen von Fard-Pflichten, das Erklären von Verbotenem zu Erlaubtem, die Ablehnung eindeutig überlieferter Wahrheiten sowie das Billigen von Wahrsagerei als gefährlich an. Auch die Verspottung heiliger Inhalte, das Herabwürdigen des Korans oder das Sich-Ausgeben als Prophet zählten zu kufr-Handlungen. Der Schutz des Glaubens stehe über dem Schutz von Besitz und Leben, damit der Mensch dem Tod mit unversehrtem Imân begegne.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.