Migrationsbericht

Zahl der Zuwanderung nach Deutschland stieg 2021 deutlich an

Im Jahr 2021 sind wieder mehr Zuwanderer nach Deutschland gekommen. Die Arbeitsmigration blieb laut einem Bericht der Bundesregierung allerdings hinter den Erwartungen zurück.

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Symbolbild: Zuwanderung shutterstock, bearbeitet by islamiQ
Symbolbild: Zuwanderung © shutterstock, bearbeitet by islamiQ

Die Zuwanderung nach Deutschland hat schon vor der Ankunft von rund einer Millionen Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine deutlich zugenommen. Abgenommen hat allerdings die Migration zu Erwerbszwecken. Wie aus dem Migrationsbericht hervorgeht, den das Bundeskabinett an diesem Mittwoch beschlossen hat, wurden 2021 rund 1,32 Millionen Zuzüge nach Deutschland erfasst. Das war ein Anstieg um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2020, das noch stärker von den Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geprägt war.

Die Abwanderung nahm 2021 ebenfalls leicht zu, allerdings nur um 2,9 Prozent. Damit lag die Nettomigration 2021 mit rund 329 000 Menschen in etwa auf dem Niveau von 2019, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa. Wichtigstes Herkunftsland der Zuwanderer war im Jahr 2021 – wie schon im Vorjahr – Rumänien. Von dort kamen 202 686 Menschen nach Deutschland. Auf Platz Zwei der Liste standen Zuwanderer mit deutscher Staatsangehörigkeit, gefolgt von Menschen aus Polen, Bulgarien, Syrien und der Türkei.

Am höchsten war der Anteil der ausländischen Bevölkerung demnach in Berlin. Im Jahr 2021 hatte laut Ausländerzentralregister rund jeder fünfte Hauptstadtbewohner (20,2 Prozent) keinen deutschen Pass. In Bremen lag der Anteil mit 19,3 Prozent fast genauso hoch. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hatten rund 14 Prozent der Einwohner eine ausländische Staatsbürgerschaft. Der Migrationsbericht wird alljährlich vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) erstellt.

Im Jahr 2021 war die Mehrheit der Zuwanderer, die nach Deutschland kamen, männlich. Laut Statistischem Bundesamt kamen rund 802 000 Männer und 521 000 Frauen nach Deutschland. Für das Jahr 2022 dürfte das Bild etwas anders ausfallen, da die Flüchtlinge, die als Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zugewandert sind, mehrheitlich weiblich sind.

Arbeitsmarkt muss attraktiver werden

„Der Migrationsbericht verdeutlicht den Handlungsdruck bei der Arbeitsmigration“, sagte die FDP-Bundestagsabgeordnete Ann-Veruschka Jurisch. „2019 lag der Anteil der Arbeitskräftemigration aus Drittstaaten an der Gesamtmigration schon nur bei 4,1 Prozent, in 2020 ist der Anteil auf 2,5 Prozent gesunken.“ Dieser Rückgang von fast 40 Prozent zeige, dass Deutschland auf dem globalen Arbeitsmarkt dringend attraktiver werden müsse.

„Um unsere sozialen Sicherungssysteme zu erhalten und den Arbeitskräftebedarf zu decken, müssen sich jedes Jahr 400 000 Menschen netto für ein Leben und Arbeiten in Deutschland entscheiden“, sagte die Innenpolitikerin Misbah Khan. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete mahnte: „Wir müssen also unser gesamtgesellschaftliches Unwohlsein beim Thema Migration endlich ablegen und eine Debatte darüber führen, wie wir als Einwanderungsland attraktiver werden.“ Dazu gehöre auch, dass rassistische Ressentiments abgebaut würden und das Ankommen in Deutschland erleichtert werde. (dpa, iQ)