Bangladesch

Rückführung von Rohingya: Bangladesch bittet USA um Hilfe

Bangladesch hat die USA um Hilfe bei der Rückführung von Rohingya-Flüchtlingen nach Myanmar gebeten.

10
04
2021
Rohingya-Lager in Bangladesch
Rohingya-Lager in Bangladesch © shutterstock, bearbeitet by iQ

Bangladesch hat die USA um Hilfe bei der Rückführung von Rohingya-Flüchtlingen nach Myanmar gebeten. Mehr als eine Million Angehörige der muslimischen Minderheit aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar leben in überfüllten Camps im muslimisch geprägten Nachbarland Bangladesch. Die Camps seien auch eine Bedrohung für die Umwelt, sagte Bangladeschs Außenminister AK Abdul Momen am Freitag nach einem Treffen mit dem US-Klimagesandten John Kerry in Dhaka. Kerry sagte, dass die internationale Gemeinschaft mehr für die Rohingya machen und nicht nur Bangladesch Verantwortung für die Rohingya tragen müsse. Die USA wolle eine Lösung für die Rohingya und eine Wiederherstellung der Demokratie in Myanmar.

Anhaltender Völkermord an Rohingya

Hunderttausende Rohingya waren 2017 vor Militärgewalt aus ihrer Heimat Myanmar nach Bangladesch geflüchtet. Die Vereinten Nationen bezeichnen ihre Verfolgung in Myanmar als anhaltenden Völkermord. Viele Rohingya verloren in Myanmar durch ein 1983 erlassenes Gesetz die Staatsbürgerschaft. Das Militär von Myanmar steht wegen der Verfolgung international in der Kritik. Etliche Rohingya wollen in ihre Heimat zurückkehren.

Bangladesch hat tausende Rohingya-Flüchtlinge aus überfüllten Lagern auf eine 35 Kilometer entfernte Insel gebracht, die während der Monsunsaison Hilfsorganisationen zufolge Stürmen und Überflutungen ausgesetzt ist. Inzwischen seien mehr als 8500 Flüchtlinge dort, sagte ein zuständiger Behördenmitarbeiter. Trotz Kritik von Hilfsorganisationen hält die Regierung Bangladeschs an ihrem Plan fest, 100 000 Rohingyas auf die Insel zu schicken. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Einzig eine militärische Intervention in Myanmar kann das burmesische Regime dazu zwingen, die Verfolgung der Rohingya zu beenden. Den Verantwortlichen der Rohingya-Verfolgungen muss die Todesstrafe verhängt werden, damit der Gerechtigkeit genüge getan wird. Nur dann kann eine mögliche Rückkehr der geflüchteten Rohingya in ihre Heimat in Frage kommen.
10.04.21
14:37
grege sagt:
Interessant, dass jetzt auf einmal die islamfeindlichen Amerikaner wieder einmal in die Bresche springen müssen. Wo bleiben denn denn wieder einmal die islamischen Staaten???
10.04.21
20:38