Rechtsextremismus

Gefährliche Körperverletzung: Mann rassistisch angegriffen

In Leipzig beschimpfen vier Männer einen Syrer rassistisch und schlagen dann auf ihn ein. Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

25
06
2020
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Polizei-Behörde Ermittler
Polizei-Behörde © Shutterstock, bearbeitet by iQ

Ein 25 Jahre alter Syrer ist in Leipzig von vier Männern attackiert, geschlagen und beschimpft worden. Auf Anfrage von IslamiQ teilte die Polizei mit, dass die Männer rassistische und rechtsextreme Parolen gerufen und den 25-Jährigen angepöbelt haben. Was für Parolen und Beleidigungen die Männer von sich gaben, konnte die Polizei noch nicht sagen. Als der Syrer die Männer zur Rede stellen wollte, wurde er durch einen Kopfstoß verletzt. Anschließend schlugen und traten die vier Männer den Angaben zufolge auf den Mann ein und suchten dann das Weite. Der Staatsschutz ermittel wegen gefährlicher Körperverletzung.

Ein Zeuge verfolgte die Flüchtenden und alarmierte die Polizei. Die Beamten konnten drei der Tatverdächtigen im Alter zwischen 29 und 35 Jahren festnehmen. Bei dem rassistischen Angriff handle es sich um eine politisch motivierte Tat. Zudem sind für die Männer Haftbefehle erlassen worden.

Mehr Angriffe mit Körperverletzung

Zuvor ist ein 21-Jähriger in Berlin bei einem Angriff mit islamfeindlichem Hintergrund verletzt worden. Er war am Freitagnachmittag unterwegs, als er von einem ihm flüchtig bekannten Mann aufgrund seiner Religionszugehörigkeit beleidigt worden sein soll, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Dem Tatverdächtigen sei die Religionszugehörigkeit des jungen Mannes bewusst. Er  habe schwere Beschimpfungen und provozierende Fragen wie „Warum betest du?“ verwendet. Das teilte die Pressestelle der Polizei auf Anfrage von IslamiQ hin mit.

Der Tatverdächtige sei in Begleitung eines weiteren Mannes gewesen. Dieser habe den 21-Jährigen dann geschlagen, so dass der junge Mann auf den Boden stürzte und eine Schutzhaltung einnahm. Die beiden Tatverdächtigen sollen auf ihn eingeschlagen haben und dann geflohen sein. Das Opfer, das leicht an Kopf und Rumpf verletzt wurde, gehört nach eigenen Angaben der muslimischen Glaubensrichtung der Schiiten an. Der Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittelt nach genaueren Hintergründen.

Aktiv gegen Rassismus eintreten

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die deutsche Gesellschaft aufgefordert, aktiv gegen Rassismus einzutreten und auch das eigene Verhalten kritisch zu überprüfen. „Es reicht nicht aus, „kein Rassist“ zu sein. Wir müssen Antirassisten sein!“, sagte er bei einer Diskussionsrunde im Schloss Bellevue. „Rassismus erfordert Gegenposition, Gegenrede, Handeln, Kritik und – vielleicht am schwierigsten – Selbstkritik, Selbstüberprüfung. Antirassismus muss gelernt, geübt, vor allem aber gelebt werden.“ (dpa, iQ)