Rechtsterror

Attentäter von Halle wollte ursprünglich Moscheen angreifen

Der rechtsextreme Attentäter von Halle hatte sich den Anschlag in Christchurch zum Vorbild genommen und wollte ursprünglich Moscheen angreifen.

10
04
2020
Polizeischutz Rechtsextremismus
Polizeischutz © Shutterstock, bearbeitet by iQ

Der rechtsextreme Attentäter von Halle wollte ursprünglich Moscheen angreifen. Erst später habe er seine Pläne geändert und die Synagoge als Ziel gewählt, berichtete „Der Spiegel“ am Donnerstag. Die Informationen wurden der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe aus Sicherheitskreisen bestätigt. Dass Stephan B. sich den Attentäter im neuseeländischen Christchurch zum Vorbild genommen hatte, war schon länger bekannt. Dieser hatte im März 2019 bei seinem Terroranschlag auf zwei Moscheen 51 Menschen getötet.

Stephan B. hatte am 9. Oktober 2019 versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in der Synagoge von Halle ein Blutbad anzurichten. Als es ihm nicht gelang, in das Gebäude zu kommen, erschoss er eine Passantin und einen Kunden in einem Döner-Laden. Die Anklage des 28-Jährige soll in den nächsten Tagen erfolgen.

Attentäter bedauert zu wenige Menschen getötet zu haben

B. hatte sich bei seinen Taten gefilmt und alles ins Internet übertragen. Dem Bericht zufolge sagte er in einer Vernehmung aus, dass er im Spätsommer zwei Mal mit dem Auto zur Synagoge gefahren sei, um den Ort auszuspähen. Dabei habe er auch getestet, ob das Handynetz stabil genug für seine Video-Übertragung sein würde. Kurz vor dem Attentat soll B. versucht haben, seine Festplatte zu löschen.

Er hatte laut einem Medienbericht in seinem ausführlichen Geständnis bedauert, zu wenige Menschen getötet zu haben und außerdem die falschen. Als er die deutschen Namen seiner Opfer gehört habe, sei er zusammengezuckt, berichteten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“.

Jeden zweiten Tag wurde eine Moschee angegriffen

In Deutschland hat es im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesregierung statistisch jeden zweiten Tag islamfeindliche Angriffe auf eine Moschee gegeben. 184 Moscheeangriffe konnten verzeichnet werden. Insgesamt registrierten deutsche Behörden im vergangenen Jahr 871 Übergriffe auf Muslime und Moscheen. 2018 lag die Zahl bei 813 islamfeindlichen Straftaten, darunter 48 Angriffe auf Moscheen. Somit hat sich die Zahl der islamfeindlichen Straften in Deutschland erhöht. Vor allem die Zahl der Angriffe auf Moscheen hat sich mehr als verdreifacht.

Wer als Opfer oder Zeuge einen Moscheeangriff erlebt, kann die Tat auch einer bundesweiten Meldestelle mitteilen. Seit dem 1. Juli 2019 hat die „#brandeilig– die Initiative für Moscheeangriffe“ in Köln ihre Arbeit aufgenommen. (dpa, iQ)

 

Leserkommentare

Kritika sagt:
L.S. " MoscheeAngriffe " als Ausübung des Rechtes auf freie Meinungsäusserung, sind eine halrmlose Ordnungswidrigkeit. Keinem Menschen wiederfährt etwas Ernsthaftes dabei. Nur Sachschaden. Die Muslims kennen ihre Position am unteren Ende der SympatieSkala sie kennen auch die Gefahr welche von einer Moschee ausgeht. Sie haben daher genügend Zeit, sich auf die selbst herbeigerufene Feindschaft zu reagieren. Wenn die Muslims sich wie normale
15.05.20
0:29
Kritika sagt:
Es geht weiter - - - - Menschen benehmen und kleiden, werden sie weniger Feindschaft erfahren. Wenn sie es aber weiterhin daraufhin anlegen, in Feindschaft zu ihrem Gastlandes zu leben, dann werden harmlose Moscheeangriffe und KopftuchAbnahmen wohl weiterhin zu ihrem Alltag gehören. Gruss, Kritika
15.05.20
0:40