Dortmund

Oberbürgermeister weiht Mehmet-Kubaşık-Platz ein

Die Stadt Dortmund errichtet ein Mahnmal für einen weiteren NSU-Opfer. Der Mehmet-Kubaşık-Platz erinnert an den aus ausländerfeindlichen Motiven begangenen Mord.

08
11
2019
Mehmet-Kubaşık-Platz © facebook, bearbeitet by iQ
Mehmet-Kubaşık-Platz © facebook, bearbeitet by iQ

Am 4. April 2006 wurde der Dortmunder Kioskbetreiber Mehmet Kubaşık durch Mitglieder der neonazistischen und terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermordet. Dem NSU werden, unter anderem eine Mordserie zwischen den Jahren 2000 – 2006, das Nagelbomben-Attentat in Köln im Jahr 2004 und der Polizistenmord von Heilbronn im Jahr 2007 zugeordnet.

Gemeinsam mit der Familie Kubaşık und zahlreichen engagierten zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren ist es der Stadt Dortmund und der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord ein wichtiges Anliegen, diese Taten auf das Schärfste zu verurteilen, das Andenken an Mehmet Kubaşık und alle Opfer gleichermaßen aufrecht zu erhalten und Stellung gegen Rechtsextremismus und -terrorismus zu beziehen.

In Dortmund wird dieses Andenken – neben den vielfältigen Aktivitäten der Zivilgesellschaft – durch das Mahnmal für Mehmet Kubaşık in der Mallinckrodtstraße (Mehmet-Kubaşık-Platz) sowie auch das Mahnmal für alle NSU-Opfer vor der Auslandsgesellschaft aufrechterhalten.

Das Verbrechen soll dauerhaft erinnert werden

Ausgehend von diesem Selbstverständnis hat die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord in ihrer Sitzung am 6. Februar 2019 auf Antrag und mit den Stimmen aller demokratischen Fraktionen (SPD, CDU, B´90/Die Grünen, Fraktion Die Linke & Piraten) den Beschluss gefasst, einen Platz nach Mehmet Kubaşık zu benennen. Dieser Beschluss wurde nun mit der offiziellen Platzbenennung „Mehmet-Kubaşık-Platz“ am 8. November 2019 umgesetzt.

Der Platz befindet sich im Karree Münsterstraße/Mallinckrodtstraße/Kleine Burgholzstraße. Er wurde im Beisein von Oberbürgermeister Ullrich Sierau, der Familie Kubaşık, der Ombudsfrau für die NSU-Opferfamilien, Prof. Dr. Barbara John und dem Generalkonsul Şener Cebeci benannt. Weitere geladene Gäste kamen aus der Bezirksvertretung Innenstadt Nord, der Politik und Verwaltung, dem Integrationsrat, den Religionsgemeinschaften und dem Polizeipräsidium.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau sagte in seiner Rede dazu: „Mehmet Kubaşık war einer von uns. Er war ein Teil unserer gemeinsamen Gesellschaft und Heimat. Wir verstehen diese Platzbenennung als dauerhafte Erinnerung an das entsetzliche Verbrechen. Gleichzeitig verstehen wir sie als stete Mahnung, dass wir alle in Dortmund uns stets wachsam, konsequent und mit allen Kräften gegen alle rechtsextremen Strömungen stellen müssen und auch stellen werden. Dieses Signal soll von der Platzbenennung ausgehen.“

Leserkommentare

Peter Waise sagt:
Erinnerung ist sehr wichtig. Doch Dortmund übertreibt, denn: Es wird mit 100%iger Sicherheit keinen einzigen Platz geben, der den Namen eines duchr muslime getötetne deutschen Mädchens trägt. Ihr regt euch auf über die wenigen toten muslime (jeder Tote durch Mord ist immer einer zu viel!), Habt ihr euch mal überlegt, wie viele durch muslime getötete Deutsche es insgesamt gibt in den letzten 30 Jahren!!!
09.04.20
16:32
Reinhard Riek sagt:
Wenn Sie mir sagen, vie viele "Flüchtlinge" jder einzelne Grüne in seiner Privatwohnung untergebracht hat, sage ich Ihnen, WER ausländerfeindlich motiviert ist
10.04.20
11:10
Heiko Müller sagt:
Was hier geschrieben wird ist eine Lüge. Der Mord wurde nie aufgeklärt. Bis heute nach fast 15Jahren hat man keinen Deutschen mit den Mord in Verbindung bringen können. Wenn dieser Bericht nicht korrigiert wird und auch richtig gestellt, sowie die Namensänderung der Straße rückgängig machen. Dann werde ich eine Anzeige sowie Strafanzeige vornehmen und bis das hier die Wahrheit von den Gericht in Medien berichtet wird.
10.04.20
21:29
Frieda Fröhlich sagt:
Wer kennt noch auch nur einen Namen der Hingemordeten vom Breitscheidplatz? Warum heißt kein Platz nach diesen Opfern?
10.04.20
21:51
Rudolf Czok sagt:
Wenn in gleicher Weise der Ermordeten durch Moslems gedacht wird, ist diese Form des Gedenkens in Ordnung. Was wurde z. B. für die Opfer Amrins getan?
11.04.20
12:38
Johannes Disch sagt:
@Heiko Müller (10.04.2020, 21:29) -- Der Mord wurde nie aufgeklärt." (Heiko Müller) Falsch. Die Täterschaft des NSU steht fest. Es gibt zahlreiche Beweise dafür, u.a. ein Bekenner-Video von Beate Zschäpe zu dieser Tat.
05.05.20
9:35
Johannes Disch sagt:
@Frieda Fröhlich (10.04.2020, 21:51) Ich finde es nicht zielführend, Opfer gegeneinander aufzurechnen. Aber Sie können gerne einen Antrag stellen beim Land Berlin, einen Platz/eine Straße nach einem der Opfer des Breitscheid-Platz zu benennen. Ich finde es durchaus gerechtfertigt, den Opfern der NSU-Mordserie zu geneken und einen Platz nach einem der Opfer zu benennen. Schließlich war es eine Mordserie, die sich über Jahre hinzog. Zudem wurden bei den Ermittlungen viele Fehler begangen und die Angehörigen der Opfer wurden über Jahre als Täter verdächtigt bzw. krimineller Machenschaften bezichtigt.
05.05.20
12:39
Vera von Praunheim sagt:
Selbstverständlich hat der Oberbürgermeister hier in vielem recht. Ohne Frage. Hat er mal in einer Rede angemahnt, dass sich alle auch stets wachsam, konsequent und mit allen Kräften gegen alle islamextremen Strömungen stellen müssen und auch stellen werden?
06.05.20
15:02
Johannes Disch sagt:
Es ist unsinnig, Opfer gegeneinander aufzurechnen (Opfer des NSU versus Opfer des Breitscheid-Platz). Im NSU-Komplex gab es über Jahre verheerende Ermittlunhgspannen, sodass dieses Trio über ein Jahrzehnt nahezu ungestört mordend durch die Republik ziehen konnte. Jahrelang wurde sogar die Angehörigen der Opfer als Täter verdächtigt ("Clankriminalität"), weil man auf dem rechten Auge blind war. Einen öffentlichen Platz nach einem der Opfer des NSU zu benennen ist durchaus angebracht.
07.05.20
8:24