Islamwissenschaftler

Bülent Uçar vergleicht AfD mit Salafisten

Islamwissenschaftler Bülent Uçar vergleicht die AFD mit Salafisten, da beide Gruppierungen den Islam als nicht demokratietauglich ansehen. Die Rhetorik sei sehr ähnlich.

21
04
2016
Prof. Dr. Bülent Uçar
Prof. Uçar bei der Deutschen Islam Konferenz © Dirk Enters / Deutsche Islam Konferenz

In der Islam-Debatte vergleicht der Islamwissenschaftler Bülent Uçar die Partei AfD mit radikalen Salafisten. „Die Rhetorik bestimmter AfD-Politiker wie auch der Salafisten in Deutschland ist sehr ähnlich, ja identisch“, sagte der
Leiter des Instituts für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch): „Beide gehen davon aus, dass der Islam nicht demokratietauglich ist.“

Bei diesen Gruppierungen handle es sich aber um Minderheiten. So hätten die Salafisten in Deutschland nur wenig Unterstützung: „Die Mehrheit der Muslime ist nicht so.“ Uçar verwies zur Begründung auf aktuelle empirische Studien: „Die deutschen Muslime sind in ihrer überwältigenden Mehrheit gesetzestreue, konstruktiv denkende und handelnde Bürger dieses Landes.“

Weltweit würden Muslime heutzutage „Opfer von aggressiven, menschenverachtenden Gräueltaten extremistischer Gruppierungen“ wie etwa der Taliban oder von Al-Kaida, die im Namen des Islam Gewalttaten begingen.

Führende AfD-Politiker hatten in den letzten Tagen mit Aussagen zum Islam für heftige Debatten gesorgt. Die größte Bedrohung für Demokratie und Freiheit gehe heute vom politischen Islam aus, hatte etwa die stellvertretende Parteivorsitzende Beatrix von Storch gesagt. Sie halte den Islam insgesamt für eine „politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist“.

Politiker und Religionsvertreter hatten diese Aussagen deutlich zurückgewiesen und im Gegenzug der AfD vorgeworfen, den Boden des Grundgesetzes zu verlassen, wenn sie die allgemeine Religionsfreiheit infrage stelle. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, hatte sogar gesagt, erstmals seit Hitler-Deutschland gebe es mit der AfD wieder eine Partei, die eine ganze Religionsgemeinschaft existenziell bedrohe. (KNA,iQ)

Leserkommentare

otto sagt:
ISLAMWISSENSCHAFTLER Bülent Uçar vergleicht AfD mit Salafisten
Politiker und Religionsvertreter hatten diese Aussagen deutlich zurückgewiesen und im Gegenzug der AfD vorgeworfen, den Boden des Grundgesetzes zu verlassen, wenn sie die allgemeine Religionsfreiheit infrage stelle.
nun bin ich gespannt wie es den Religionsvertreter gelingt den Aussagen der Salafisten öffentlich theologisch zu widersprechen . Das wäre ja ihre Aufgabe.Denn dann würde die AfD auch ihren Zuspruch in der Gesellschaft verlieren. Darauf wartet die Gesellschaft schon sehr lange.
21.04.16
13:57
Manuel sagt:
Gibt es ein demokratisches Land, in dem der Islam Staatsreligion ist? Nur mal eine Frage?
21.04.16
15:06
Ute Diri-Dost sagt:
Manuel:Das gab es mal in bester Form,und zwar zur Zeit des Propheten Muhammad und der 4 rechtgeleiteten Kalifen.-Omar bestrafte den Sohn den muslimischen Governeurs in Ägypten,weil dieser einem christlichen Mitbürger bei einem Wettkampf Unrecht getan hatte,das nur ein Beispiel.Man sollte sich mal mehr mit der Geschichte befassen,der Islam hat sehr viel zur Kultur der Menschheitsgeschichte,zu seiner Blüte und zum Weltfrieden beigetragen.(siehe auch Andalusien:),aber es gibt immer unbelehrbare Menschen,die keine faire Argumentation vertragen.-Bülent Ucar:Wie kann man Muslime mit dem Begriff Salafisten ausgrenzen?Es gibt nur einen Islam,und zwar der,der im Quran offenbart worden ist,und laut Quran wird angewiesenen,Allah und dem Propheten Gehorsam zu leisten,letzterer hat wiederum gesagt:"Die beste Generation ist meine,dann die danach,dann die danach".- Quran:"Wenn sie(die polytheistischen Mekkaner) nicht so glauben wie ihr(,die Gefährten ,Sahaba)-so sind sie nicht rechtgeleitet."(alBaqqara,137),und Sura AlTauba,100:"Und die vorangegangenen Ersteren von den Muhadscherun( Anm.die Leute,die aus Mekka Ehen ihres Glaubens nach Medinah ausgewandert zur Zeit des Prophten) und den Ansaar(Anm.die Leute in Madinah,die die Muhadscherun aufgenommen haben) und die ihnenso richtig folgen,mit denen ist Allah zufrieden,und sie sind zufrieden mit Allah"! Das heißt ganz klar,die Glaubenslehre wird auf Quran und Sunna nach dem Verständnis der Gefährten -Sahaba-und der Salaf aufgebaut,darüber Sollten Sie mal nachdenken,Herr Bülent,ehe Sie solche Leute zu Extremisten erklären!
21.04.16
21:16
Ute Diri-Dost sagt:
Zur Demokratietauglichkeit:Wo steht im Quran was von Demakratieuntauglichkeit? A-Die Schura-Beratung innerhalb der Gemeinschaft wird angewiesen- B-In einem Staat mit vorwiegend nicht-muslimischer Bevölkerung ist der muslimische Mitbürger dazu verpflichtet ,dessen Gesetzte,in diesem Fall das Grundgesetz ,einzuhalten,denn er hat sich durch einen Vertrag(Staatsbürgerschaft ) an diesen Staat und seine Gesetze gebunden,und ist somit verpflichtet,diese einzuhalten,und der Staat muss dasselbe ihm gegenüber auch tun und ihn schützen,vor dem Gesetz sind alle Bürger gleich!(So steht es jedenfalls geschrieben).Also Her Bülent:Wie steht'damit?
21.04.16
21:37
Manuel sagt:
@Ute Diri-Dost: Ja damals und was ist jetzt? Kenne derzeit kein islamisches Land mit Staatsreligion Islam, das nur annäherend die demokratischen Freiheitsrechte, wie der Westen hat?
23.04.16
21:20
Ute Diri-Dost sagt:
Ja,lieber Manuel,wenn in allen "islamischen"Ländern der Islam auch von allen praktiziert wird,dann ist das Problem gelöst,und es wäre dann wie damals.Der Fehler liegt bei den Menschen,nicht an der Religion.-Ich kenne übrigens auch keinen freiheitlichen demokratischen Staat im Westen,der nicht abhängig von Brüssel und der Weltregierung ist,soviel nur dazu!(Wer im Glashaus sitzt,soll nicht mit Steinen schmeißen!)
24.04.16
21:08
Manuel sagt:
@Ute Diri-Dost: Heißt es nicht im Koran, dass man alle Heiden töten soll? (Schwertvers) Genau, wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen, dass gilt ganz besonders für den Islam.
25.04.16
13:09
Enail sagt:
Allah und dem Propheten Gehorsam zu leisten,letzterer hat wiederum gesagt" Das würde mir gerade noch fehlen, einem alten Mann, der seine Ansichten mit Gewalt verbreitet hat, Gehorsam zu leisten. Ich habe einen Verstand, und der sagt mir, dass dieser Mann eine Ideologie verbreitet hat, die nur darauf aus ist, Frauen und Andersdenkende zu unterdrücken. Und wie Manuel schon gesagt hat: Wo auf der ganzen Welt gibt es ein islamisches Land wo Demokratie herrscht, wo Menschenrechte beachtet werden, wo Christen nicht verfolgt werden. Wir leben heute und nicht zu Zeiten Mohammeds, das ist Geschichte. Die Auswirkungen seiner Lehre bekommen Menschen auf der ganzen Welt negativ zu spüren. Frauen im Iran werden vor Gericht gestellt, weil sie sich ohne Kopfbedeckung im Internet gezeigt haben. Soviel zur Toleranz des Islam. Und mir ist nicht bekannt, dass es in Brüssel Institutionen gibt, deren Aufgabe es ist, Minderheiten zu verfolgen. Und schauen wir uns die Flüchtlinge an, die aus vielen Ländern in das schlimme Europa streben. Ausnahmslos kommen sie aus islamischen Ländern. Warum wohl?
17.05.16
19:14