Uiguren

China weist Kritik an Verfolgung von Uiguren zurück

China hat die Kritik Deutschlands und 21 weiterer Länder an der Verfolgung von Uiguren als Einmischung in innere Angelegenheiten zurückgewiesen.

13
07
2019
Symbolbild: Uiguren, Umerziehungslager
Symbolbild: Uiguren © shutterstock bearbeitet by IslamiQ.

China hat die Kritik Deutschlands und 21 weiterer Länder an der Verfolgung von Uiguren in der Provinz Xinjiang scharf als Einmischung in innere Angelegenheiten zurückgewiesen. Der Sprecher des Außenamtes, Geng Shuang, warf ihnen am Donnerstag vor der Presse in Peking „unberechtigte Anschuldigungen“ sowie eine „Politisierung der Menschenrechte“ vor.

Er reagierte damit auf einen Brief der 22 Länder an den Präsidenten des UN-Menschenrechtsrats in Genf, indem sie China aufforderten, Massenverhaftungen und Überwachung von Minderheiten in der Region Xinjiang im chinesischen Nordwesten zu beenden. China solle sich an seine eigenen Gesetze und internationalen Verpflichtungen halten sowie die Menschenrechte und Religionsfreiheit wahren.

Internierung der Uiguren und anderer Muslime

Unterschrieben haben neben dem deutschen permanenten Vertreter in Genf auch Diplomaten aus Australien, Japan, Frankreich, der Schweiz und Österreich. Das Vorgehen ist ungewöhnlich. Normalerweise bringen Länder Resolutionen ein, über die die Ratsmitglieder beraten und abstimmen. Wegen der befürchteten chinesischen Proteste habe man einen anderen Weg gewählt, hieß es.

China hatte Vorwürfe über eine massenhafte Internierung der Uiguren und anderer Muslime zu Beginn der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats Ende Juni zurückgewiesen. Die Umerziehungslager werden als berufliche „Ausbildungszentren“ beschrieben. Doch wird auch eingeräumt, dass die Internierten von extremistischen Gedanken abgebracht werden sollen.

China trennt Kinder von ihren Eltern

Auch soll China in der Provinz Xinjiang systematisch Kinder von Uiguren und anderen muslimischen Minderheiten von ihren Eltern trennen und sie in umstrittene Internate unterbringen. Das berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“. Dabei stützt sich die Zeitung vor allem auf eine Studie des Forschers Adrian Zenz, die kürzlich auf der Webseite „The Journal of Political Risk“ veröffentlicht worden ist. Der deutsche Sozialwissenschaftler spricht von einem systematischen Vorgehen der chinesischen Behörden bei der Trennung von Kindern von ihren Eltern.

Menschenrechtsorganisationen und ausländische Regierungen schätzen, dass allein in den vergangenen drei Jahren in Xinjiang bis zu 1,5 Millionen Muslime in Umerziehungslager gesteckt wurden. Chinas Vertreter im UN-Menschenrechtsratin Genf sprach nur von „beruflichen Trainingszentren“, mit denen Uiguren von „extremistischen Gedanken“ abgebracht und „entradikalisiert“ werden sollen. Ausländische Regierungen und Menschenrechtsgruppen sehen sie hingegen als brutale Umerziehungslager an. (dpa/iQ)

Leserkommentare

1440/11/11 sagt:
Wer zum KZ Guantanamo geschwiegen hat, hat dbzgl. kein Mitspracherecht.
13.07.19
23:18