#brandeilig

Moscheeangriffe: Bundesweit erste Meldestelle online

Immer wieder wird kritisiert, dass die offizielle Statistik nicht das wahre Ausmaß von Moscheeangriffen abbilde. Ab Juli will die Initiative „#brandeilig“ sensibilisieren und Erinnerungskultur schaffen.

01
07
2019
brandeilig - Moscheeangriffe
brandeilig - Initiative gegen Moscheeangriffe

Schmierereien, Hassbotschaften, Brandstiftungen oder das Hinterlassen von Tierkadavern auf dem Gelände der Moscheegemeinden sind nur einige Formen von Angriffen auf muslimische Einrichtungen. Wer als Opfer oder Zeuge einen Moscheeangriff erlebt, kann die Tat künftig auch einer bundesweiten Meldestelle mitteilen. Ab dem 1. Juli 2019 nimmt „#brandeilig– die Initiative für Moscheeangriffe“ in Köln ihre Arbeit auf.

Brandeilig.org ist eine Initiative des Antidiskriminierungsverbandes FAIR international e.V.und hat es sich zum Ziel gemacht, insbesondere diese Form vom antimuslimischen Rassismus sichtbar zu machen. „Wir möchten die Gesellschaft dafür sensibilisieren und eine Erinnerungskultur schaffen“, erklären die Verantwortlichen auf ihrer Webseite. Jeder Angriff auf ein Gotteshaus sei einer zu viel.

Meldungen sind über ein Online-Formular, per E-Mail oder telefonisch möglich. Das Ziel soll sein, eine bundesweite Meldestruktur aufzubauen.

Jede Woche wird eine Moschee angegriffen

In Deutschland wird durchschnittlich jede Woche eine Moschee attackiert. Die Verantwortlichen betonen, dass die Dunkelziffer viel höher liege, da die Polizei nicht alle Angriffe auf eine Moschee als „Moscheeangriffe“ kategorisiert. Neben der exakten Zahl der Moscheeangriffe bleiben die Täter und ihre Motivation in den meisten Fällen unklar.

Es müsse klar werden, dass ein Moscheeangriff auch ein Angriff auf das kommunale Zusammenleben ist. „Daher sind Nachbarn der Moscheen gefordert, sich mit betroffenen Muslimen zu solidarisieren. Moscheeangriffe müssen in das zivilgesellschaftliche Gewissen gerückt werden“, erklärt die Initiative.

Gegen Moscheeangriffe – überall und jederzeit

In ihrem Appel formuliert FAIR Forderungen an Polizei, Politik und Medien:

  • Wir fordern von der Polizei, dass sie Moscheeangriffe angemessen kategorisiert und als Islamfeindlichkeit sichtbar im System klassifiziert.
  • Wir fordern von den Medien, dass sie ihre antimuslimischen Narrative, denen sie sich in Form von Sprache und Bildern bedienen, bewusst werden und Einhalt gebieten, wenn diese (re)produziert werden.
  • Die Politik soll ihre Macht im Sinne aller Menschen verwenden.
  • Wir fordern von der Zivilgesellschaft, dass sie erkennt, dass Moscheeangriffe keine Form einer legitimen Meinungsäußerung sind, sondern das, was sie sind: Angriffe auf Menschen.

„Wir brauchen eine bundesweite Strategie, die sich die Bekämpfung des antimuslimischen Rassismus zur Aufgabe macht“, fordert die Initiative. Es ist die Aufgabe der Politik proaktive und effektive Schutzmaßnahmen für ihre muslimischen Bürger vorzunehmen. Unterstützt wird die Initiative #brandeilig vom Islamrat der BRD, der Islamische Föderation Berlin, dem Islamrat für das Land Hessen, der Islamischen Religionsgemeinschaft NRW und den Schuren Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bremen.

Die Schura Bremen fordert insgesamt mehr Aufklärung und härteres Durchgreifen seitens Politik, Justiz und Polizei bei dieser Thematik. „Einen ersten Schritt kann die zukünftige Bremer Landesregierung durch die Berufung eines Beauftragten für antimuslimischen Rassismus und Islamfeindlichkeit machen“, erklärt der Vorsitzende Murat Çelik in einer Pressemitteilung zum Start von #brandeilig.

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
"Wir fordern von den Medien, dass sie ihre antimuslimischen Narrative, denen sie sich in Form von Sprache und Bildern bedienen, bewusst werden und Einhalt gebieten, wenn diese (re)produziert werden." Gewalt darf niemals ein Mittel der Auseinandersetzung sein. Anfang 2019 kam es zu einem Angriff auf den Bremer AfD-Chef Frank Magnitz und die AfD-Politikerin Natascha Runge, was ohne Wenn und Aber zu verurteilen ist. Medien sollten diese Vorfälle allerdings keinesfalls zum Anlass nehmen, pointierte AfD-Kritik zurückzuschrauben. Medien sogar noch mehr Mut zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Islam ausbringen.
02.07.19
14:29
Bea Reinhardt sagt:
Jede Woche wird eine Moschee angegriffen, was selbstredend nicht sein darf, da es klar gegen das deutsche Gesetz ist. Auch eine Forderung der klaren Kategorisierung solcher Angriffe, die gegen Moscheen , Gegenstände als auch gegen Muslime selbst gerichtet sind muss von ALLEN Medien klar definiert und publiziert werden. Von ALLEN - auch von IHREM. Gleichzeitig muss ebenso jeder einzelne Angriff gegen Kirchen, Gegenstände und Andersgläubige durch Muslime kategorisiert und von ALLEN Medien veröffentlicht werden. Auch von IHREM. Desweiteren würde ich mich über eine Begrifflichkeit von Seiten der Muslime freuen, die den Rassismus gegen die schon länger hier Lebenden definiert. Ist das Deutschenhass, Christenfeindlichkeit, antichristlicher Rassismus, Christenphobie, oder eine generelle Phobie gegen Andersdenkende? Wenn all das passiert, dann leben wir in einer wirklich gleichberechtigten Gesellschaft. Vorher nicht! Wenn ich mir allerdings die Freitagpredigten und die Statements der ganzen 0815 Prediger im Netz so anhöre und lese, dann gnade uns Gott. Allah und seine Jünger sind weit davon entfernt uns zu helfen, denn Nächstenliebe wird zwar stets lauthals eingefordert, aber nicht gelebt. Zumindest nicht für Andersdenkende....
02.07.19
15:29
1440/10/30 sagt:
Alle sog. Muslime die nicht beten, sollten in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt werden. Diese Art von Volksgenossen können wir in Europa nicht gebrauchen - sie schaden unserem Ruf.
02.07.19
22:52