Sachsen-Anhalt

Kein Islamunterricht für muslimische Schüler

In Sachsen-Anhalt soll der Islam künftig eine größere Rolle im Ethikunterricht spielen. Einen Islamunterricht soll es auch im nächsten Schuljahr nicht geben.

12
04
2019
Islamunterricht
Islamunterricht © Facebook, bearbeitet by iQ.

Schüler in Sachsen-Anhalt sollen sich im Ethikunterricht künftig stärker mit dem Islam beschäftigen. Vom zweiten Schulhalbjahr 2019/20 an sollen Schulen mit einem hohen Anteil an Muslimen vertiefende Unterrichtsmodule nutzen können, sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) am Freitag in einer Sitzung des Landtages in Magdeburg.

Ziel sei es, den Ethikunterricht inhaltlich zu ergänzen. An der Erstellung eines Unterrichtskonzeptes sollen auch die islamischen Gemeinden im Land beteiligt werden, sagte Tullner. Einen konfessionellen Islamunterricht werde die Landesregierung aus formalen Gründen aber nicht einführen.

Fünf Bundesländer ohne Islamunterricht

Aktuell bieten 8 von 16 Bundesländern einen bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht an. Diese sind Nordrhein-WestfalenBaden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Bayern und Schleswig-Holstein bieten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit an, an dem Modell “Islamkundlicher Unterricht“ teilzunehmen. Der Islamunterricht wird in Berlin von der islamischen Föderation in Berlin (IFB) strukturiert. Während Bremen und Hamburg auf einen Religionsunterricht für alle Schülerinnen und Schüler setzt, bieten Bundesländer wie Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen keinen islamischen Religionsunterricht an. (dpa, iQ)

 

Leserkommentare

Frederic Voss sagt:
Schüler mit muslimisch dominiertem Weltbild erfahren hier wertvolle Ergänzungen ihres Bildungshorizonts durch vertiefende Unterrichtsmodule im Ethikunterricht. Eine wichtige Hilfestellung für Schüler auf dem Weg zu einer selbstbewußten und autonomen Persönlichkeitsentwicklung im 21. Jahrhundert. Andere Bundesländer sollten diesem Beispiel unbedingt folgen und ähnliche Unterrichtsangebote festlegen. Islamkundlicher Aufklärungsunterricht ist auch eine begrüßenswerte und gute Option.
12.04.19
19:42
Ute Fabel sagt:
"Kein Islamunterricht für muslimische Schüler"; Es gibt keine islamischen Schüler, sondern nur Schüler mit islamischen Eltern. Wenn ein Vater und eine Mutter immer SPD wählen, würde wohl niemand auf die Idee kommen zu sagen, ihre siebjährige Tochter sei eine "sozialdemokratische Schülerin", für die man innerhalb des öffentlichen Schulsystems ein Unterrichtsfach "SPD-Politik" auf Staatkosten anbieten müsse. Konfessioneller Religionsunterricht, der religionsunmündige Kinder schubladisiert, sollte daher durch einen Ethikunterricht für alle gemeinsam ersetzt werden, der verbindet.
17.04.19
9:31