Baden-Württemberg

Runder Tisch der Religionen geht an den Start

Ein neues Gremium soll die Vielfalt des Glaubens im Südwesten abbilden. Ziele der Initiative sind Verständnis, Vernetzung und Diskussion. Theologische Fragen stehen nicht auf der Agenda.

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05
2017
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interreligiöses Weltfriedenstreffen
Symbolfoto: interreligiöses Weltfriedenstreffen © by murdelta auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Das Land will den Austausch zwischen den Religionsgemeinschaften weiter vorantreiben und damit zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen. Der von der damaligen Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) in der grün-roten Vorgängerregierung gegründete Runde Tisch Islam soll zu einem Runden Tisch der Religionen erweitert werden.

Mit dem neuen Gremium ist Baden-Württemberg nach Angaben des Sozial- und Integrationsministeriums bundesweit Vorreiter. Allerdings existierten solche Gruppen schon auf lokaler Ebene, beispielsweise in Ulm, Stuttgart und Heidelberg.

Repräsentanten landesweit organisierter Glaubens- und Religionsgemeinschaften sowie der Bürgergesellschaft treffen sich am kommenden Mittwoch erstmals in Stuttgart. Vertreten sind etwa die christlichen Kirchen, die beiden Landesverbände der Juden, muslimische Glaubensgemeinschaften und die Tübinger Stiftung Weltethos. Darüber hinaus sind auch kommunale Dialoginitiativen, fachlich berührte Ministerien sowie Experten aus der Wissenschaft eingeladen. Für weitere Treffen kann diese Runde laut Ministerium ausgeweitet werden.

Am Runden Tisch sollen gesellschafts- und integrationspolitische Fragen beraten werden, zu deren Lösung die Teilnehmer beitragen, zum Beispiel in der Wohlfahrtspflege oder der Bildungsarbeit. Ebenso soll der Runde Tisch die Vernetzung der Akteure und Verbände fördern. Theologische Fragen sollen ausgespart werden, da diese nicht in die Zuständigkeit des Landes fallen.

Der Runde Tisch der Religionen unter der Leitung von Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha (Grüne) wird mindestens einmal pro Jahr tagen. Ein Schwerpunktthema der ersten Sitzung mit 40 bis 50 Teilnehmern soll das Verhältnis der Religionen und Glaubensgemeinschaften zum säkularen Staat und dessen weitere Entwicklung sein. (dpa, iQ)