Ruhrtriennale

Großes Interesse an Religionsprojekt in Moschee

Im Rahmen des Religionsprojekts „Urban Prayers – Stadtgebete“ kamen 1.200 Besucher in der Merkez-Moschee in Duisburg zusammen. Das Projekt ist ein Teil der diesjährigen Ruhrtriennale.

15
08
2016
Merkez-Moschee der DITIB in Duisburg-Marxloh © by Arne List auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

Die erste Aufführung des Projekts „Urban Prayers – Stadtgebete“ der diesjährigen Ruhrtriennale ist auf großes Interesse gestoßen. Die Duisburger Merkez-Moschee, die Raum für rund 1.200 Besucher bietet, war am Sonntag bis auf den letzten Platz besetzt. Unter dem Motto „Was glaubt Ihr denn?“ erlebten die Zuschauer eine zweistündige Aufführung mit Texten des Münchner Autors Björn Bicker und Musik unterschiedlicher Stilrichtungen; sie wurde dargeboten vom ChorwerkRuhr unter Leitung von Florian Helgath.

Ausgangspunkt für das Projekt, bei dem Ruhrtriennale-Chef Johan Simons persönlich Regie führt, sind Bickers jahrelange Recherchen über die religiöse Prägung des Ruhrgebietes. Mit Ausschnitten aus seinen zahlreichen Gesprächen wird ein Panorama des Glaubens entworfen, das von alltäglicher Desillusionierung bis zu weltlichem Mystizismus reicht. Die Beiträge wurden von Schauspielern mitunter rhythmisierend gesprochen und von geistlichen Werken aus verschiedensten Epochen und Kulturkreisen kontrapunktiert.

Dabei beantwortet die Aufführung weniger die grundlegende Frage nach dem Glauben; sie stellt sie fortwährend neu und beleuchtet sie in sprachlich geschliffener, zuweilen auch humorvoller Form und aus unterschiedlichsten Facetten. Bickers Text legt nahe: Ob man nun Christ, Muslim, Jude oder Hindu – entscheidend ist das Glauben. Alles andere sei eine Frage von Respekt und Toleranz.

Die von DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) betriebene Merkez-Moschee ist eines der größten muslimischen Gotteshäuser Deutschlands. Sie war der erste von sechs Austragungsorten der „Urban Prayers“, die eine Art Roten Faden innerhalb der bis 24. September dauernden Ruhrtriennale bilden.

Weitere Aufführungen finden in christlichen Kirchen, einer jüdischen Synagoge und einem Hindu-Tempel statt. Das Projekt wird durch eigene Beiträge der jeweiligen Gastgeber komplettiert. Damit liefert es eine zusätzliche Interpretation des diesjährigen Leitworts der Ruhrtriennale „Seid umschlungen“. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Was ich als nicht religiöser Mensch überhaupt nicht verstehe ist, dass man zu einem Gott, von dem man ohnehin annimmt er sei allmächtig, allwissend und allgütig, dann noch ständig beten muss.
16.08.16
10:47
Andreas sagt:
@Ute Fabel: Als nicht religiöser Mensch müssen Sie das auch gar nicht verstehen, wenn Sie nicht wollen. Sie müssen lediglich die Freiheit der Religion respektieren.
16.08.16
21:41
Ute Fabel sagt:
@Andreas: Ich akzeptiere die Freiheit der Religion, erwarte mir aber auch von religiösen Menschen, dass sie meine Meinung akzeptieren, dass alle Religionen bescheuert sind. Respekt erwarte ich mir von niemandem, den möchte ich mir nach Möglichkeiten lieber selbst verdienen als Respekt anderen anzuordnen, wie sich das manche religiösen Menschen erwarten Ich halte es aber für ungemein wichtig religiösen Ritualen keinen unverdienten falschen Respekt zu zollen sondern dieses ganz unverblümt zu in Frage zu stellen und zu kritisieren. Leider betrachten viele Religionen immer noch als heilige Kühe. Warum eigentlich? Religionen sind auch nichts anderes als von Menschen geschaffene Ideologien und sollten genauso tabulos hinterfragt werden wie nicht religiöse Weltanschauungen.
17.08.16
13:58