Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

Die Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) widmet sich der Bedeutung der Sunna. Der Islam weise den Menschen einen klaren Weg für das Leben im Diesseits. Der Glaube verleihe Sinn und gebe Orientierung. Diese gründe auf zwei Quellen: dem Koran als Wort Allahs und der Sunna des Propheten. Die Sunna zeige, wie die koranische Botschaft im Alltag gelebt werde.
Der Koran vermittle grundlegende Prinzipien. Die Sunna erkläre deren praktische Umsetzung. Sie mache die Offenbarung greifbar und führe Wissen zu gutem Handeln. Die Nachfolge des Propheten sei dabei ein wesentlicher Bestandteil des Glaubens und keine bloße Ergänzung.
Die Sunna werde als Weg beschrieben, der zur Liebe und Barmherzigkeit Allahs führe. Diese Liebe sei mit der Liebe zum Propheten verbunden. Durch ihn seien der Koran und der Glaube überliefert worden. Daher nehme er eine zentrale Stellung im Leben der Gläubigen ein. Zugleich bilde die Sunna eine Grundlage muslimischer Identität. Sie gebe Orientierung in allen Lebensbereichen, stärke den Charakter und begleite den Menschen im Alltag. Wer sich von ihr abwende, entferne sich vom vorgelebten Weg des Propheten.
In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) geht es um die muslimische Persönlichkeit in der digitalen Welt. Der Islam werde als umfassende Lebensordnung beschrieben, die in allen Lebensbereichen Orientierung gebe. Der Glaube setze moralische Maßstäbe und Grenzen, auch im digitalen Raum. Auch in sozialen Medien stehe der Mensch unter Allahs Aufsicht und trage Verantwortung für sein Handeln.
Der Umgang mit Informationen solle von Wahrhaftigkeit und Sorgfalt geprägt sein. Ein Muslim gehe keinen unbelegten Inhalten nach und halte sich von Nutzlosem fern. Täuschung, auch durch digitale Mittel oder künstliche Intelligenz, werde abgelehnt. Ziel dürfe nicht Aufmerksamkeit, sondern Aufrichtigkeit sein.
Zugleich werde zur Verantwortung im Umgang mit Worten und Inhalten aufgerufen. Ungeprüfte Informationen sollten nicht weiterverbreitet werden. Auch wahre Inhalte müssten auf ihren Nutzen hin bedacht werden. Ehrlichkeit und Verlässlichkeit seien zentrale Prinzipien. Anonymität dürfe nicht genutzt werden, um Unruhe zu stiften oder anderen zu schaden. Jede Handlung hinterlasse Spuren, für die der Mensch Rechenschaft ablegen müsse.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.