Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. IslamiQ liefert jede Woche einen Überblick.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um die Solidarität mit Menschen, die unter Krieg, Unterdrückung und Armut leiden. Der gemeinsame Glaube verbinde die Gläubigen zu einer weltweiten Gemeinschaft.
Herkunft, Sprache oder gesellschaftliche Stellung dürften dabei keinen Unterschied machen. Das Leid von Menschen in Palästina, im Sudan, im Jemen, in Syrien und Arakan dürfe nicht gleichgültig hingenommen werden.
Der Prophet Muhammad (s) habe dazu aufgerufen, Menschen in ihrer Not beizustehen und ihnen Sorgen abzunehmen. Wer gegen Unterdrückung eintrete, müsse zugleich gerecht bleiben und die Würde jedes Menschen achten. Die Barmherzigkeit des Islam gelte allen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Glaubensrichtung.
Die Gläubigen sollten für Menschen in Not beten und sie nach ihren Möglichkeiten unterstützen, etwa durch Spenden, Hilfsgüter und den Einsatz für humanitäre Hilfe. Zugleich dürften sie die Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld nicht vergessen. Dazu gehöre, sich um Nachbarn zu kümmern, Waisen Zuwendung zu schenken und Menschen in Armut zu helfen.
Die Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) behandelt die Bedeutung von Wahrheit und Aufrichtigkeit im Islam. Gläubige sollten in allen Lebensbereichen die Wahrheit sprechen und sich vor Lügen hüten. Ehrlichkeit stärke das Vertrauen zwischen Menschen, verringere Konflikte und trage zu einem friedlichen Zusammenleben bei.
Dabei dürfe die Wahrhaftigkeit nicht vom jeweiligen Umfeld abhängen. Ob in der Familie, im Geschäftsleben oder im Freundeskreis: Muslime sollten weder die Wahrheit verdrehen noch andere zum eigenen Vorteil täuschen. Der Prophet Muhammad habe betont, dass ein Muslim ein Mensch sei, vor dessen Händen und Zunge andere sicher seien.
Zudem habe der Prophet davor gewarnt, von der Wahrheit abzuweichen. Sie führe zum Guten und schließlich ins Paradies, während Lügen zum Schlechten und in die Hölle führten. Wer beständig die Wahrheit sage, werde bei Allah als wahrhaftig verzeichnet; wer hingegen regelmäßig lüge, als Lügner.
In der Freitagspredigt des Verbands islamischer Kulturzentren (VIKZ) geht es um die Würde des Menschen und der Dienst am Menschen. Unter allen Geschöpfen sei es der Mensch, dem die höchste Würde zukommt. Daher sei es wichtig den Menschen nicht auf sein Äußeres zu begrenzen.
Der Islam verbiete dem Starken den Schwachen zu tyrannisieren, dem Reichen den Armen zu drangsalieren und Leuten von hohem Rang anderen gegenüber hochmütig zu sein und Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Rasse als minderwertig anzusehen. Wenn aber der Mensch seinen Wert nicht wertschätze und die Grenzen der Menschlichkeit mit Füßen trete, werde alles besondere in seinem Leben verlieren.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.