Genozid in Gaza

WHO warnt vor Verzögerungen bei medizinischer Hilfe für Gaza

Die WHO warnt vor schwerwiegenden Folgen verzögerter Lieferungen medizinischer Hilfsgüter nach Gaza. Besonders Prothesen und medizinische Hilfsmittel würden wiederholt zurückgewiesen.

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10
2026
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Hilfe im Gazastreifen © Anadolu Ajans, bearbeitet by iQ.
Hilfe im Gazastreifen © Anadolu Ajans, bearbeitet by iQ.

Verzögerungen bei der Einfuhr lebenswichtiger Medikamente, Prothesen und anderer medizinischer Hilfsgüter in den Gazastreifen könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schwerwiegende Folgen für die palästinensische Bevölkerung haben. „Ein Lastwagen voller nicht prioritärer Güter oder die richtigen Hilfsgüter, die zu spät ankommen, retten keine Leben“, sagte Reinhilde Van De Weerdt, WHO-Vertreterin für Palästina.

Nach Angaben der WHO können genehmigte Hilfslieferungen derzeit nur über den Grenzübergang Kerem Schalom im Süden des Gazastreifens eingeführt werden. Der Übergang Rafah werde dagegen nur für eine begrenzte Zahl von Menschen genutzt, darunter Patienten, die zur Behandlung ins Ausland gebracht werden.

Van De Weerdt forderte die israelischen Behörden auf, den Zugang zu medizinischen Hilfsgütern zu erleichtern. Medikamente dürften nicht als sogenannte Güter mit doppeltem Verwendungszweck eingestuft werden. Sie seien international anerkannte medizinische Standards und für den Betrieb von Krankenhäusern und Kliniken notwendig.

Eine Lieferung wurde viermal zurückgewiesen

Besonders problematisch sei die Situation bei Prothesen und Hilfsmitteln. Eine Lieferung sei innerhalb von sechs Monaten bereits viermal zurückgewiesen worden. „Jede Zurückweisung bedeutet eine weitere Verzögerung für jemanden, der bereits ein Glied verloren hat und einfach auf die Möglichkeit wartet, wieder gehen zu können“, sagte Van De Weerdt.

Bei Medikamenten sei die Situation besser. Nach WHO-Angaben würden knapp 87 Prozent der entsprechenden Lieferungen genehmigt, während etwas mehr als ein Prozent abgelehnt würden.

Zwei Millionen Menschen brauchen Schutz

Mit Beginn des Winters verschärfe sich die humanitäre Lage zusätzlich. Fast zwei Millionen Menschen benötigten Schutz vor Kälte und Überschwemmungen. Zugleich steige wegen fehlender Unterkünfte und mangelnden Zugangs zu sauberem Wasser das Risiko vermeidbarer Krankheitsausbrüche.