Schweiz

Mehr als 1.200 Fälle: Rassismus bleibt auf hohem Niveau

Der neue Bericht zeigt, dass Rassismus in der Schweiz 2025 weiterhin hoch blieb. Insgesamt wurden 1.245 Fälle gemeldet, besonders in Schulen, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum.

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CLAIM, Rassismus, Rechtsextremismus, (c)shutterstock, bearbeitet by iQ
Symbolbild: Rassismus, Rechtsextremismus, CLAIM (c)shutterstock, bearbeitet by iQ

Am 26. April 2026 hat das Beratungsnetz für Rassismusopfer seinen Auswertungsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1.245 Fälle rassistischer Diskriminierung dokumentiert und ausgewertet. Das sind 34 Fälle mehr als im Jahr 2024 und entspricht einem Anstieg von knapp drei Prozent. Nachdem die Zahl der gemeldeten Vorfälle im Jahr 2024 bereits um fast 40 Prozent gestiegen war, haben sich die Zahlen nun auf einem weiterhin sehr hohen Niveau stabilisiert.

Die meisten rassistischen Vorfälle ereigneten sich auch im Jahr 2025 im Bildungsbereich, am Arbeitsplatz sowie im öffentlichen Raum und in der Nachbarschaft. Besonders häufig betroffen waren Menschen, die Anti-Schwarzen Rassismus, Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit oder antimuslimischen Rassismus erlebten. Auch antisemitische Vorfälle blieben auf konstant hohem Niveau.

Mit 22 Prozent aller gemeldeten Fälle war der Bildungsbereich erneut am stärksten betroffen. Vor allem in Schulen wurden zahlreiche Vorfälle registriert. Dort betraf ein großer Teil der Meldungen Anti-Schwarzen Rassismus mit 41 Prozent, gefolgt von antimuslimischem Rassismus mit 25 Prozent und Ausländerfeindlichkeit mit 20 Prozent.

Anti-Schwarzer Rassismus ist häufigste Diskriminierungsmotiv

Über alle Lebensbereiche hinweg blieb Anti-Schwarzer Rassismus mit 33 Prozent das häufigste Diskriminierungsmotiv. Danach folgten Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit mit 30 Prozent sowie antimuslimischer Rassismus mit 23 Prozent. Besonders auffällig ist dabei, dass antimuslimische Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte zunahmen. Weitere dokumentierte Formen waren Rassismus gegen Menschen aus dem arabischen Raum, Rassismus gegen Menschen aus dem asiatischen Raum sowie Antisemitismus.

Laut dem Bericht konnte die Stabilisierung der Zahlen eine weitere Verschärfung der Belastung in den Beratungsstellen verhindern. Der starke Anstieg im Jahr 2024 hatte viele Mitarbeitende bereits an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Trotz der aktuellen Entwicklung bleiben die personellen und finanziellen Ressourcen vieler Beratungsstellen angespannt, da zusätzliche Mittel häufig ausgeblieben sind.

Das Beratungsnetz betont außerdem, dass die erfassten Fälle nur einen Teil der tatsächlichen Realität zeigen. Für viele Betroffene sei Rassismus in der Schweiz weiterhin alltäglich und präge ihr Leben in unterschiedlichsten Situationen. Um Rassismus wirksam zu bekämpfen, müssten die Erfahrungen der Betroffenen ernst genommen und daraus konkrete Maßnahmen in allen gesellschaftlichen Bereichen abgeleitet werden.