NRW

Angriffe auf Muslime in NRW haben sich verdoppelt

In Nordrhein-Westfalen wurden im vergangenen Jahr 269 islamfeindliche Straftaten erfasst. Im Vorjahr waren es 115. Die Täter werden hauptsächlich dem rechten Spektrum zugeordnet.

07
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2024
Moschee in Siegburg © DITIB, bearbeitet by iQ.
Moschee in Siegburg © DITIB, bearbeitet by iQ.

Im Jahr 2023 wurden in Nordrhein-Westfalen 269 ein Angriffe auf Muslime oder auf eine Moschee verübt. Elf Personen wurden durch islamfeindliche Straftaten verletzt. Die Täter kommen demnach hauptsächlich aus dem rechten Spektrum (213 Straftaten) , wie es aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD hervorgeht.

Im Jahr 2023 wurden 138 Tatverdächtige in 128 Fällen islamfeindlicher Straftaten ermittelt. Es wurde kein Tatverdächtiger festgenommen. In weiteren 141 Fällen konnte kein Täter ermittelt werden.

Aus der Kleinen Anfrage geht ebenfalls hervor, dass die meisten Täter eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Nur elf Tatverdächtige mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit wurden erfasst. Es handelte sich um fünf Personen mit polnischer, zwei mit rumänischer Herkunft sowie jeweils eine Person mit belgischer, indischer, brasilianischer und tadschikischer Staatsbürgerschaft.

160 von 272 Verfahren wurden eingestellt

272 Ermittlungsverfahren wegen islamfeindlicher Straftaten eingeleitet. Gegen 54 Personen wurde Anklage erhoben bzw. der Erlass eines Strafbefehls beantragt. Zur Einstellung der Ermittlungen kam es gegen 160 Personen. Grund für die Einstellung war in 47 Verfahren, dass ein Tatverdächtiger nicht ermittelt werden konnte. In 28 Fällen erfolgte eine Verurteilung.

Im Jahr 2022 lag die Zahl der islamfeindlichen Straftaten bei 115. Auch damals kamen die Täter hauptsächlich aus dem rechten Spektrum (90 Straftaten).

Bundesweit wurden 1464 Angriffe auf Muslime erfasst

Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland 1464 Angriffe auf Muslime und Moscheen gegeben. Somit ist die Zahl so hoch wie vor 2017. Bei den Tätern handele es sich überwiegend um Rechtsextreme. 1211 von 1464 Straftaten werden dem rechten Spektrum zugeordnet. 493 dieser Straftaten wurden nach dem 07.Oktober 2023 bis zum Jahresende verübt. Zu den erfassten Straftaten zählten etwa Hetze im Internet, Drohbriefe und persönliche Angriffe, aber auch Sachbeschädigung und Schmierereien.

Leserkommentare

Minimalist sagt:
Als sehr wichtige Ergänzung zu den hier aufgeführten Zahlen ist folgendes aus der polizeilichen Kriminalstatistik NRW 2023 schon wirklich interessant und sehr aufschlußreich: Die Zahlt der Tatverdächtigen ist um 3,9 Prozent auf 484.642 Personen gestiegen (ohne ausländerrechtliche Verstöße). Ein Drittel (34,9 Prozent) der Tatverdächtigen hatte keinen deutschen Pass (169.215 Personen). 4,7 Prozent der Tatverdächtigen insgesamt (mit ausländerrechtlichen Verstößen) sind mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten (23.610 Personen). Rund 40 Prozent der Mehrfachtäter waren nichtdeutsch (9.583 Personen). Im Artikel hier wird auf "269 islamfeindliche Straftaten" Bezug genommen. Haben Sie auch genaueres Zahlenmaterial zu Straftaten, die letztlich aufgrund muslimischer Orientierung bzw. islamischer Werteordnung begangen wurden oder durch diese angetrieben waren?
08.07.24
3:50