Corona-Pandemie

Muslimische Vertreter rufen zum Impfen auf

Der Kampf gegen die Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Appell zur Corona-Impfung kommt von vielen Seiten – auch von islamischen Religionsgemeinschaften.

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2021
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Symbolbild: Impfen gegen Corona @ shutterstock, bearbeitet by iQ
Symbolbild: Impfen gegen Corona @ shutterstock, bearbeitet by iQ

Nach über einem Jahr der Pandemie halten die Debatten um die Corona-Schutzimpfung, mögliche Lockerungen für Geimpfte und die Frage nach einer Aufhebung von Priorisierungen an. Viele hoffen auf eine möglichst schnelle Rückkehr zu einem Stück Normalität. Islamische Religionsgemeinschaften finden klare Worte für eine Impfung.

„Im Hinblick auf die erneut hohen Inzidenzzahlen ist es wichtig, parallel zu unseren bisherigen Anstrengungen, unser Immunsystem mit einer Impfung gegen Covid-19 zu stärken, damit wir alsbald wieder Normalität erreichen“, erklärt Kemal Ergün, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Auch der Gelehrtenrat der IGMG kam zum Entschluss, dass der Erhalt einer Impfung gegen das Corona-Virus nicht im Widerspruch zum Fasten im Ramadan stehe. 

Für Ergün sei der Kampf gegen die Pandemie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „„Musliminnen und Muslime haben Moscheegemeinden großartig beim Kampf gegen die Pandemie unterstützt durch Einhaltung der Hygieneregeln.“ Weiterhin werde man als islamische Religionsgemeinschaft in kommenden Freitagspredigten und diversen Ansprachen das Thema gezielt aufgreifen und dafür sensibilisieren“, so Ergün weiter.

Corona-Impfaktion in DITIB-Zentralmoschee

Die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) empfiehlt allen Menschen, „sich gegen das Corona Virus impfen zu lassen, um das eigene, aber auch das Leben ihrer Nächsten und aller Menschen zu schützen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der oberste Religionsrat der DITIB erklärt hierzu, dass das Impfen während des Fastens möglich ist. Gläubige können sich also auch während des Fastens vor dem Sonnenuntergang impfen lassen.

In der Kölner DITIBZentralmoschee können sich Bürger an diesem Wochenende gegen das Coronavirus impfen lassen. „Wir hoffen mit der Impfaktion Menschen zu erreichen, die bisher vielleicht nicht so viel Vertrauen in die Impfungen hatten“, sagte die Kölner Impfärztin Nora Bertenburg am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Impfangebot sei nicht auf Mitglieder der muslimischen Gemeinde beschränkt, sondern offen für alle. Für die Sonderimpfaktion stünden 2000 Impfdosen von Astrazeneca zur Verfügung. Dabei handele sich um überschüssige Dosen aus dem Kölner Impfzentrum.

Imame werben für das Impfen

Mit Familie und Freunden über das Impfen zu sprechen – dafür wirbt der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). Imame und Vorstände sollten in ihren Ansprachen „verstärkt für das Impfen gegen Corona werben“, heißt es in einem auf der Homepage des ZMD veröffentlichten Rundbrief. Muslime sollten im Kampf gegen die Pandemie nicht nachlassen und sich solidarisch mit ihren Mitmenschen zeigen. (KNA, iQ)