Dänemark

Widerstand gegen Verbot anderssprachiger Predigten

Die Dänische Regierung will nur noch Predigten in dänischer Sprache erlauben und stößt dabei international auf Kritik. Vor allem Muslime werden zunehmend in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt.

24
02
2021
Predigten
Symbolbild: Justiz, Verbot © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Ein geplantes Verbot anderssprachiger Predigten in Dänemark stößt auf weiteren Widerstand internationaler Religionsgemeinschaften. Für die deutschsprachige sowie andere Minderheiten würde die Regelung bedeuten, dass sie alle Predigten übersetzen und veröffentlichen müssten, sagte die Generalsekretärin der katholischen Nordischen Bischofskonferenz, Anna Mirijam Kaschner am Montag.

Sie sprach von enormen personellen und finanziellen Herausforderungen gerade für kleinere Gemeinden. Der dänische Rat der Kirchen, in dem alle christlichen Glaubensgemeinschaften versammelt sind, habe sich kritisch an das dänische Kirchen- und das Staatsministerium gewandt.

Viele Katholiken, die nach Dänemark kommen und die Sprache noch nicht sprechen, suchen zunächst katholische Gottesdienste in ihren Landessprachen auf, wie Kaschner erklärte. „Das, was Vertrautheit schafft, ist zum Teil auch die Religionsausübung.“

IGMG: Religionsfreiheit zunehmend eingeschränkt

In zahlreichen Ländern Europas werde die Religionsfreiheit zunehmend eingeschränkt – besonders Muslime seien davon betroffen. „Wir beobachten diese Rückschritte mit großer Sorge“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), in einer Mitteilung am Dienstag. Altaş weiter: „Damit dringt ein weiterer Staat in einen Bereich ein, in der er qua Verfassung nichts zu suchen hat. Das wäre ein gravierender Eingriff in die Religionsfreiheit.“ Begründet werde das geplante Gesetz mit Hasspredigten, die vereinzelt bekanntgeworden sind. In solchen Fällen seien gezielte Maßnahmen angebracht. Hier allerdings werde Pauschalverdacht gegenüber religiösen Minderheiten geschürt, die jeglicher Grundlage entbehrt.

Massiv eingeschränkt wurde die Religionsfreiheit zuletzt in Frankreich mit dem sogenannten‚ ‚Gesetz zur Stärkung republikanischer Prinzipien‘. Auch in Österreich werden unter dem Stichwort ‚Terrorbekämpfung‘ vergleichbare Gesetzesentwürfe vorgelegt. „Wir beobachten diese Rückschritte mit zunehmender Sorge und appellieren an die Vernunft etablierter Parteien in der Mitte. Gute Politik ist vernünftig, weitsichtig und durchdacht. Eine starke Demokratie erkennt man an seinem Umgang mit Minderheiten“, äußert sich der Generalsekretär weiter.

Predigten nur noch in dänischer Sprache

Die sozialdemokratische Regierung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen will per Gesetz nur noch Predigten in dänischer Sprache erlauben. So soll Medienberichten zufolge mehr Kontrolle in muslimischen Gemeinden erreicht werden, in denen auf Arabisch gepredigt wird. Die Regelung würde vermutlich aber auch für andere Minderheiten gelten. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Es bedarf keiner weiteren Begründung, dass derartige rassistischen "Gesetze" - ob in Frankreich, Österreich oder nun in Dänemark - sich als Rohrkrepierer erweisen werden.
24.02.21
16:52
Vera Praunheim sagt:
Diese geplante Regelung stößt sicherlich international auch auf viel Zustimmung. Besser eine solche leichte Einschränkung als das Risiko einer religiösen Radikalisierung durch radikale Predigten, die außer Kontrolle geraten. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine radikale Religionsfreiheit jenseits von gut und böse. Jeglichen Hasspredigten muß Einhalt geboten werden. Nicht nur in Dänemark, Frankreich, Österreich oder Deutschland, sondern überall in Europa und auf der Welt. Starke Demokratien erkennt man auch daran, wie sie vernünftig, weitsichtig und zielorientiert religiös motivierte Angriffe mit Hetzpropaganda auf eine freiheitlich orientierte Gesellschaft entschieden abwehrt und abwehren muß. Gerade wieder die letzten Monate haben deutlich vor Augen geführt, daß Naivität und Gutgläubigkeit in ein Chaos führen können. Radikalisierte Religionsfanatiker würden das aber gerade herbeiführen wollen. Alle friedlichen Religionsanhänger sollten daher die neuen Regelungen begrüßen und willkommen heißen - auch zu ihrer eigenen Sicherheit.
24.02.21
19:14
Vera Praunheim sagt:
Diese geplante Regelung stößt sicherlich international auch auf viel Zustimmung. Besser eine solche leichte Einschränkung als das Risiko einer religiösen Radikalisierung durch radikale Predigten, die außer Kontrolle geraten. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine radikale Religionsfreiheit jenseits von gut und böse. Jeglichen Hasspredigten muß Einhalt geboten werden. Nicht nur in Dänemark, Frankreich, Österreich oder Deutschland, sondern überall in Europa und auf der Welt. Starke Demokratien erkennt man auch daran, wie sie vernünftig, weitsichtig und zielorientiert religiös motivierte Angriffe mit Hetzpropaganda auf eine freiheitlich orientierte Gesellschaft entschieden abwehren und abwehren müssen. Gerade wieder die letzten Monate haben deutlich vor Augen geführt, daß Naivität und Gutgläubigkeit in ein Chaos führen können. Radikalisierte Religionsfanatiker würden das aber gerade herbeiführen wollen. Alle friedlichen Religionsanhänger sollten daher die neuen Regelungen begrüßen und willkommen heißen - auch zu ihrer eigenen Sicherheit.
24.02.21
21:34
Johannes Disch sagt:
-- Massiv eingeschränkt wurde die Religionsfreiheit zletzt in GFrankreich mit dem sogenannten "Gesetz zur Stärkung säkularer Prinzipien". (aus dem Text) Das ist unzutreffend, folgt aber dem bekannten Muster von "islamiq", Muslime zum Opfer zu erklären. Das französische Gesetz schränkt nicht den Islam ein, sondern bekämpft radikale Tendenzen jeglicher Art, die sich gegen die Werte der Republik richten. Und das ist in Frankreich nun mal in erster Linie ein erstarkender Islamismus. Wie prekär die Lage in Frankreich bereits ist, das zeigt der Fall des liberalen Imams von Drancy, Hassen Chalghoumi. Der steht schon seit längerem unter Polizeischutz und kann seine Predigten nur noch mit schusssicherer Weste halten, weil er Attentate radikaler Islamisten befürchten muss. Statt den Kampf gegen den radikalen Islam zu unterstützen reagieren Muslime mit der inzwischen hinlänglich bekannten Opfer-Attitüde.
25.02.21
12:57
grege sagt:
Predigten können solange in fremder Sprache gehalten werden, solange keine Aufwiegelung gegen anders bzw. nichtgläubige Menschen stattfindet. Die deutsche Minderheit in Dänemark hat diese Vorgabe erfüllt, während mache Moscheeverbände wie z.B. diese unter dem Dach von IGMG oder Milli Görüs in rassistischer Marnier insbesondere gegen Juden und Christen gehetzt haben. Solche Islamverbände haben natürlich dann dieses Recht verwirkt
05.03.21
12:36