Hanau

Nach Anschlag: Mehr als 100 Vorschläge für Mahnmal

Bei einem Gestaltungswettbewerb für das Mahnmal des rassistischen Anschlags in Hanau haben zahlreiche Künstler aus aller Welt teilgenommen.

02
12
2020
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Mahnmal
Graffiti für Hanauer Opfer © Twitter, bearbeitet by iQ

Gut neun Monate nach dem rassistisch motivierten Anschlag mit neun Toten in Hanau haben sich bei einem Gestaltungswettbewerb zahlreiche Künstler aus aller Welt mit ihren Entwürfen für das geplante Mahnmal beworben. Insgesamt seien 117 Vorschläge aus vielen Ländern eingegangen, sagte der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Darunter seien Vorschläge mit den unterschiedlichsten Gestaltungsformen, sagte Kaminsky, ohne Details zu nennen.

Ein 43-Jähriger hatte am 19. Februar dieses Jahres in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen, bevor er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete. Zuletzt war bekanntgeworden, dass der Mann eine rechtsradikale Ideologie hatte.

Voraussichtlich von April an werde man mit dem Auswahlprozess für das Mahnmal beginnen, wenn es das Corona-Infektionsgeschehen dann zulasse, sagte Kaminsky. An dem Auswahlverfahren solle sich neben Fachjuroren insbesondere auch die Hanauer Bürgerschaft beteiligen. Er begreife den Gestaltungswettbewerb und die gemeinsame Auswahl eines angemessenen Vorschlags als Teil der Aufarbeitung der Tat, sagte Kaminsky. „Wir werden mit ganz vielen Ideen und Vorschlägen in die Stadtgesellschaft hineingehen und dann eine öffentliche Debatte darüber führen, das wünsche ich mir.“

Ein Mahnmal für die gesamte Stadtgesellschaft

Es gehe darum, ein Gedenk- und Mahnmal nicht nur für die Angehörigen der Opfer zu schaffen, sondern die gesamte Stadtgesellschaft müsse auf diesem Weg mitgenommen werden. „Im besten Falle identifizieren sich nach diesem gemeinsamen Diskurs sowohl die Opferangehörigen als auch weite Teile der Hanauer Stadtbevölkerung mit der am Ende zu treffenden Entscheidung“, so der Oberbürgermeister. „Wir sind uns in Hanau wohl bewusst, dass sowohl der Weg zur Entscheidung als auch die Entscheidung selbst Beachtung in der gesamten Republik findet. Wir wollen diesem Anspruch nach Kräften gerecht werden.“ (dpa, iQ)