Neuseeland

Neuseeländische Polizei führt Kopftuch in Uniform ein

Die neuseeländische Polizei hat zum ersten Mal das Kopftuch in ihre offizielle Uniform eingeführt.

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2020
Kopftuch in Uniform neuseeland

Durch die Einführung des Kopftuchs als offizieller Standard in der Polizei-Uniform werden muslimische Polizistinnen die Möglichkeit haben, ihren Glauben auszuüben. Es wurde verschiedenen Materialien und Stile ausprobiert, um den perfekte religiöse Kopfbedeckung zu schaffen. Dieser soll leicht anzuziehen sein und die Ausübung ihrer Pflichten nicht verhindern oder stören.

„Wir erkennen den Wert, den verschiedene Perspektiven und Erfahrungen für die Verbesserung unserer Arbeit mit sich bringen.“, so die neuseeländische Polizei in einer Erklärung. „Wir brauchen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Hintergründen und Erfahrungsstufen. Vielfalt ist unerlässlich, damit wir jetzt und in Zukunft effektiv auf die Bedürfnisse der neuseeländischen Gemeinschaft eingehen können.“ Indem man die Gemeinschaften widerspiegle und unterschiedliche Denkweisen schätze, wolle man bessere Problemlösungen und Ergebnisse erzielen.

Kopftuchdesign entspricht allen Anforderungen

Heute werden 76 neue Polizisten das Royal New Zealand Police College abschließen. Etwas mehr als die Hälfte der Absolventen sind Frauen. Eine von ihnen, Zeena Ali, konnte mehrere der Kopftücher testen und Empfehlungen aussprechen, bevor das endgültige Design unterzeichnet wurde. Von der Idee, ein Kopftuch bei der Arbeit tragen zu können, ist sie begeistert. Mehr muslimische Frauen würden mitmachen wollen. Die Polizei habe alles getan, um sicherzustellen, dass das Kopftuch die Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen sowie die persönlichen Bedürfnisse erfüllt.

„Sie haben mit der Massey Design School zusammengearbeitet, haben mich besucht und wir haben das Kopftuch optimiert. Ich bin stolz darauf, es zu tragen und ich hoffe, dass andere Leute auch stolz auf mich sind. „, so Ali. Sie hofft, dass diese kleine Integration der Uniform eine Nachricht vermittelt. „Wir brauchen mehr muslimische Frauen, um in der Gemeinschaft zu helfen. Wenn mehr Frauen mitmachen, eine vielfältigere Front besteht, können wir mehr Kriminalität reduzieren.“, so Ali weiter.

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Vorbildlich. Das muss auch in Deutschland, Frankreich und Österreich Schule machen. Der vorbildliche Umgang Neuseelands mit dem Kopftuch führt alle Scheindebatten um das Kopftuch in jenen Ländern ad absurdum.
14.11.20
19:03
Vera Praunheim sagt:
Das islamisch geprägte Kopftuch hier mit neuseeländischer Polizeiuniform wirkt auf mich irgendwie neckisch und skuril. Es erinnert stark an den Haarnetz-Erlass vom 08.02.1971 in der Bundeswehr, als junge Soldaten ihre längere Haarpracht unter einem Haarnetz bündeln und verstecken mußten. Dies galt damals als Ausdruck einer allgemeinen Liberalisierung, stieß jedoch vor allem im Ausland mehr auf Spott. Im Mai 1972 kam es dann zu einer neuen Regelung ohne Männer-Haarnetz. Der damalige Bundesverteidigungsminister Helmut Schmidt erhielt 1972 für diesen Haarnetz-Erlaß den Karnevals-Kulturpreis 'Orden wider den tierischen Ernst'. In Christchurch gibt es sogar ein "Festkomitee Rheinischer Karneval". Vielleicht gibt es da auch mal einen Karnevals-Kulturpreis für diese beeindruckende Sonderform einer Polizeiuniform?
14.11.20
22:31
Ute Fabel sagt:
Völlig daneben! Eine Anbiederung der staatlichen Hoheitsgewalt gerade an eine ausgewählte Ideologie und deren geschlechtsspezifischen Bekleidungsdogmatismus in Form einer völlig ungerechtfertigten Privilegierung. Im Sinne der Gleichbehandlung aller Religionen und nicht religiösen Weltanschauungen müsste man dann für türkische Kemalisten auch eine eigene Dienstkappe entwerfen, die aussieht, wie ein Mustafa-Kemal-Atatürk-Hut und für chinesische Marxisten eine Polizeiuniform im Schnitt eines Mao-Anzugs. In Österreich wurde über einen Jungpolitiker der rechtspopulistischen FPÖ vor einigen Jahren eine saftige Diszipinarsstrafe verhängt, der über der Uniform des österreichischen Heers eine deutschnationale Burschenschafterschleife trug! Richtig so! Auch gegen einen jüdischen Polizisten in Berlin, der im Dienst eine Kippa trug, wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Völlig zu Recht! Das religiös und weltanschaulich neutrale Erscheinungsbild der Repräsentanten der staatlichen Hoheitsgewalt stellt ein hohes Gut dar, das entschlossen zu verteidigen ist.
15.11.20
6:40
Johannes Disch sagt:
Mit dieser absurden Aktion kann sich Neuseeland beim Karnevalspreis "Orden wider dem tierischen Ernst" bewerben und hat gute Chancen, den Preis zu gewinnen. -- "Durch die Einführung des Kopftuchs als offizieller Standard werden muslimische Polizistinnen die Möglichkeit haben, ihren Glauben auszuüben." (Aus dem Artikel) Als ob das im Dienst notwendig wäre. Was bekommen denn muslimische Polizisten? Einen Gebetsteppich, damit sie mitten im Dienst ihre täglichen Gebete verrichten können?
19.11.20
12:38
Ulli vom Dienst sagt:
Finde ich klasse! So sehen Fortschritt und Toleranz aus und andere Länder sollten mitziehen. Das wird aber vermutlich nicht passieren, so weltoffen ist Europa mit Sicherheit nicht. Ist doch egal ob jmd einen Kopftuch, eine kippa oder eine Baseball cap trägt, auch als Polizist. Das sagt doch überhaupt nichts über die Qualitäten eines Menschen aus. Aber lieber reden wir uns den Mund fusselig und regen uns scheinheilig darüber auf anstatt uns Gedanken über die wirklich wichtigen Dinge zu machen,die gerade passieren. Ich begrüße es sehr, dass Neuseeland so reagiert! Wer schon einmal dort gewesen ist für eine längere Zeit, der wird die Unterschiede zu Deutschland kennen. Von den Neuseeländern können wir was lernen, in vielerlei Hinsicht. Aber das würde hier wohl kaum jemand eingestehen.
22.11.20
11:22
Harousch sagt:
Joa, als Statement für eine weltoffene Mehrheitsgesellschaft und als Zeichen der Akzeptanz der Muslime und ihrer Weltanschauung insbesondere aber als klare Stellungnahme zu Christ Church Amoklauf ist die Idee hinter der Aktion deutlich angekommen. Einen Schönheitspreis bzw. rein ästhetisch gesehen, sieht die Uniform nicht besonders ansprechend aus. Ich würde den Hut einfach weglassen. Den Hut ziehen die Polizeibeamten bei uns ja auch sehr selten auf. Ist doch auch überholt. Die Sorgen der Möchte-Gern-Liberalen teile ich jedoch trotzdem nicht, weil diese Art des gelebten Liberalismus nur unter Einschränkung der Freiheiten und Rechte von Minderheiten lediglich sich selbst dulden kann und deswegen zum Pseudoliberalismus avancierend förmlich nach Reformation schreit. Unter diesen Umständen lebt durch diese Aktion in Neuseeland der neue und ernsthaft praktizierte liberalistische Grundgedanke, der sachlich betrachtet mehr als nachahmungswürdig ist.
24.11.20
11:19
grege sagt:
und als klare Stellungnahme zu den immer wiederkehrenden Attentaten von muslimischen Exremisten müssten Nichtmuslime jetzt mit Schuhen jede Moschee betreten können. Diese Kommentare zeigen mal wieder aufs neue im infantilen Ausmaß die mangelnde Empathie- und Reflexionsfähigkeit unserer lieben Islamprotagonisten, die die Nichtgewährung der Ettawurst quasi als Verbrechen gegen die Menschlichkeit wähnen, wie unser guter Freund Erdowahn,
30.11.20
18:30
Tarik sagt:
Auch in Großbritannien und Irland dürfen Beamtinnen das Kopftuch tragen. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der angelsächsischen und der europäischen Welt (d.h. exklusive Großbritannien). Verbote von Dingen wie bsp. das gemeinschaftliche Gebet im öffentlichen Raum, das Tragen des Niqab oder Minarettenverbote etc. würden in den USA äußerst merkwürdig erscheinen. Es gibt zwar dort gerade durch radikale Evangelikalen vertretene islamfeindliche Ressentiments, die beziehen sich aber eher auf die US-Nahostpolitik, weniger auf Inneres. In Europa galt seit dem Westphälischen Frieden - welcher als Meilenstein galt -, "wessen Glaube der König, so auch die Untertanen." Der Vater des modernen Liberalismus - John Locke, Brite -, ließ sich bei seinem bahnbrechenden Werk ("Zweiten Abhandlung") von islamischen Quellen inspirieren (was ihm von reaktionär-theologischer Seite auch vorgeworfen wurde!), seinerzeit wurde das Osmanische Reich von englischen Freidenkern als erfolgreiches Modell eines multireligiösen Staates gepriesen (Jahrhunderte später - als man selbst die Welt beherrschte, galt dasselbe Reich wiederum als rückständig, korrupt und dekadent). Es scheint, als ob sich das liberale Europa auf die alte - vorliberale - Losung zu erinnert: wie der Staat glaubt, so hat auch der Bürger zu glauben. Nur, dass es nicht um Gott geht, sondern um soziales. Wer weiterhin an gesellschaftliche Vorstellungen von vor sagen wir dreißig Jahren glaubt, gilt als rückständig, wird ausgegrenzt und ausgeschlossen. Das alte liberale Recht auf Dissens, auf Meinungsverschiedenheit löst sich immer weiter in Luft auf. Im Namen von Menschenrechten, versteht sich. Dazu muss man zunächst einmal immer weitere Identitäten erfinden, die es dann zu schützen gibt. Und deren Rechte stehen dann über den Rechten auf Gewissens- oder Glaubensfreiheit. Säkularität hat das Credo zu sein, alle anderen Vorstellungen dürfen natürlich geglaubt werden - privat, bitte. Manche nennen das Fortschritt. Die "Rückständigen" bremsen jedoch vielleicht nur deshalb, weil sie den Abgrund sehen, auf dem die Masse zuläuft mit ihrem blinden Glauben an künstliche Intelligenz ohne Ethik aber mit Möglichkeiten. "Unsere letzte Stunde" lautet auch ein Bestseller des Wissenschaftlers Martin Rees über die Folgen von Transhumanismus und ähnlichem.
03.12.20
18:30
grege sagt:
In England konnten sich dank freundlichen Weggucken der öffentlichen Hand sowie eines falschen Toleranzverständnisses islamistische Subkulturen ausbreiten. Das Todesurteil gegen Salman Rushide konnte auf Demonstrationen legal bekräftigt werden, ebenso wurde bei Protestkundgebungeden Islamkritikern aufgrund von Prophetenbeleidigung die Enthauptung angedroht, ebenso völlig legal in Großbritanien. Ebenso wurden Schulen in Stadtbezirken mit hohem muslimschen Bevölkerungsanteil von Islamisiten unterwundert, wo nichtmuslimische Schülerinnen und Lehrerinnen als Huren drangsaliert wurden oder AlQuaid Sympathisanten als Gastredner eingeladen. Kurzum, der übervorsichtige und ängstliche Umgang mit islamischen Extremisten in Britanien ist für Deutschland alles andere als vorbildlich und sollte daher keine Nachahmung finden. Gerade der Säkularismus hat Deutschland Frieden und Wohlstand mitbeschert, was auch unsere Islamprotagonisten oder deren Vorfahren zu Einwanderung in dieses Land veranlasst hat.
18.12.20
18:18