Islamfeindlichkeit

Studie: Jugendliche haben Vorurteile gegenüber dem Islam

Eine Studie liefert Ergebnisse zur Islamfeindlichkeit unter Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen. Trotz Diversität sind Vorurteile und Ablehnung gegenüber dem Islam verbreitet.

15
05
2020
Islamfeindlichkeit Jugendliche Islam
Islamfeindlichkeit unter Jugendlichen © Shutterstock, bearbeitet by iQ

Ein Forschungsprojekt der Stiftung Mercator hat sich seit 2017 mit Islamfeindlichkeit unter Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen auseinandergesetzt. Projektpartner waren die Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen und das Interdisziplinäre Institut für Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. Durch Interviews und die Befragung nichtmuslimischer Jugendlicher entstand ein differenziertes Bild der Einstellungen von Jugendlichen gegenüber dem Islam und Muslimen.

Herausgearbeitet wurden u.a. folgende Ergebnisse: Ein negatives Bild vom Islam und Muslimen unter Schülern ist geprägt von stereotypen Zuschreibungen der Unterdrückung von Frauen, wie auch der Unterstellungen von Segregation, Identitätsbedrohungen und Islamismus. Die Begegnung mit dem Islam findet zudem nicht unmittelbar in ihrer Nähe statt. Demnach wird die Schule von den Befragten nicht als Ort der Auseinandersetzung über den Islam und nicht als Ort der engen sozialen Kontakte mit Muslimen erfahren. Wohl aber über Massenmedien und über den sozialen Netzwerken.

Schüler mit Islam vertrauter als mit der Lebenswirklichkeit von Muslimen

Die sozialen Kontakte in Freundeskreis, Schule, Nachbarschaft oder Moscheebesuche haben unterschiedliche Einflüsse auf Vorurteile. Vor allem freundschaftliche Beziehungen zu Muslimen mindern islamfeindliche Einstellungen unter Jugendlichen. Auch das Wissen über den Islam und die Lebensrealität von Muslimen unter den Jugendlichen stellt einen wesentlichen Punkt dar. Die Schüler sind vertrauter mit der Glaubenslehre als mit der Lebenswirklichkeit von Muslimen. Dabei geht Wissen über die Lebensrealität mit weniger antimuslimischem Rassismus einher, nicht jedoch das Wissen über die Glaubenslehre. Wird ‚Muslimsein‘ bzw. ‚zum Islam zu gehören‘ als wichtig erachtet, zeigen außerdem ausgeprägte Vorurteile gegenüber Muslimen.

Die Ergebnisse zeigen demnach antimuslimischen Rassismus und Islamfeindlichkeit unter Jugendlichen. Zudem haben die Forscher einen Präventionszirkel mit fünf Modulen entwickelt, der Wissensvermittlung mit Begegnung und Reflexion zusammenbringt. Eine Übersicht über entsprechende Konzepte, die bereits in der Praxis erprobt werden, ist hierbei ebenfalls entstanden. Sie können sowohl in Schulen als auch der politischen Bildung oder außerschulischen Bildungsarbeit aufgegriffen werden.

Rassismus und Diskriminierung mehr aufgreifen

„Die muslimische Lebenswelt ist vielschichtig und divers“, so Prof. Dr. Nicolle Pfaff von der Universität Duisburg-Essen. „Schulen, Vereine und Jugendtreffs sind Orte, an denen ein kritischer Umgang mit sozialen Zuschreibungen eingeübt werden kann. Wir müssen Jugendliche hierbei befähigen, Vorurteile und Rassismus zu erkennen.“

Dr. Susanne Farwick, Leiterin des Bereichs Integration der Stiftung Mercator ergänzt: „Um langfristig Schule und Unterricht in dieser Richtung weiterzuentwickeln, muss man auch die Lehrerbildung in den Blick nehmen. Sie thematisiert noch zu wenig die Normalität der Migrationsgesellschaft. Dabei ist es wichtig, Rassismus und Diskriminierung aufzugreifen, als Themenfelder im Curriculum zu verankern und Lehrer im Rahmen von Professionalisierungsprozessen bei der Entwicklung einer reflektierten Haltung zu unterstützen.“

Leserkommentare

Kritika sagt:
L.S. " Jugendliche haben Vorurteile gegenüber dem Islam." Diese Überschrift suggeriert, dass die Urteile, welche Jugentliche gegenüber den Islam haben falsch sind ( denn ' Vorurteil ' ist ein anderes Wort für ' Falsch-Urteil' ). Vergebens sucht der Leser, wie die Urteile denn so lauten und weshalb sie falsch sind. --------
15.05.20
23:08
Kritika sagt:
L.S. " Jugendliche haben Vorurteile gegenüber dem Islam." Diese Überschrift suggeriert, dass die Urteile, welche Jugentliche gegenüber den Islam haben falsch sind ( denn ' Vorurteil ' ist ein anderes Wort für ' Falsch-Urteil' ). Vergebens sucht der Leser, wie die Urteile denn so lauten und weshalb sie falsch angeblich sind. -------- Unter Jugentlichen herrschen angeblich " Antimuslimische Rasssismus und Islamfeindlichkeit " Da Muslims keine Rasse bilden, ist " antimuslimischer Rassismus " nichts anderes als Polemik.. Islamfeindlich zu sein kann dagegen sehr wohl gute, edle Gründe haben. Ich bin gegen alle Sorten von AntiDemokratie und staatliche Freiheitsberaubung. Ich bin Anti-kommunist und Anti-Nationalsozialist und als freiheitliebender Demokrat bin ich automatisch dem unfreien, undemokratischen Islam gegenüber feindlich eingestellt. -------- Hätten wir die Muslims ebenso consequent gewehrt, wie das z.B. Ungarn und Polen taten, dann wären viele Einwohner Deutschland noch am Leben. Solche, die von den einströmenden Muslims umgebracht wurden. Der MassenVergewaltigungsProzess gegen 12 - 20 Musselmänner in Freiburg ist noch nicht abgeschlossen. Die feindliche Stimmung Muslims gegenüber zeugt daher von gesundes Urteilsvermögen der jugentlichen. Diese Jugentliche können offensichtlich zwischen eine freiheitlichen Demokratie und einer unfreien MuftiDiktatur sehr wohl unterscheiden. ----------- Freundschaftliche Beziehungen zu Muslimen von NichtMuslims - - - ist Muslims per KoranVers ausdrücklich untersagt, Mit Ungläubigen hat sich der brave und fromme Muslim nicht abzugeben sagt der "edle " Koran. Was soll also dieses Freundschafts Gerede,? Es ist den Muslims Verboten, Basta. Gruss, Kritika
15.05.20
23:51
Dilaver Çelik sagt:
Diese Studie bestätigt einmal mehr die Wirkmächtigkeit des Zerrbildes, den die mediale Berichterstattung vermittelt. Es ist traurig, dass selbst die nach 2000 geborene Generation von diesem Zerrbild fehlgeleitet wird. Die Moscheegemeinden müssen vor Ort eine Charme-Offensive starten und sich in den Kommunen einbringen. Das ist zur Zeit die einzige Möglichkeit, um gegenzusteuern. Und dafür braucht es junge Muslime, welche sich in den Moscheegemeinden engagieren. Von der älteren Generation, welche die Moschee nur zum Beten und Teetrinken aufsucht und die Moschee als sozialen Treffpunkt nutzt, sowie von Spitzenfunktionären, welche sich lediglich als Moscheeverwaltungsbeamte verstehen, erwarte ich da leider nicht viel. Wer sich in der Gemeindebasis engagiert und in der Kommune hervorragende Arbeit leistet, wird ausgebremst und desillusioniert, wenn er es bis an die Spitze schafft, weil er auf Spitzenfunktionäre trifft, welche kein Gefühl für die Bedürfnisse deutscher Muslime und deren Lebensrealitäten haben. Auf der Ebene der Kindererziehung nennt man dies in der Psychologie emotionale Vernachlässigung aufgrund mangelnder Empathie, was langfristig sich negativ auswirkt. Schade.
16.05.20
2:20
grege sagt:
Die Unmutsbekundungen des Vorkommentares sowie dessen übliche Schuldzuweiseungen an die Medien dürften die Jugendlichen in ihrer Wahrnehmung bestärken. Anstatt hier Missstände zu kaschieren, tun Islamvertreter gut daran, diese offen einzugestehen und und zu beseitigen. Solange dieses nicht geschieht, wird der Islam von Nichtmuslimen in sämtlichen Umfragen negativ bewertet werden.
18.05.20
22:42
Dilaver Çelik sagt:
Grege, hören Sie damit auf, mir nachzustellen.
19.05.20
22:45
grege sagt:
womit ich aufhöre und womit nicht, dass lass mal meine Sorgen sein.
22.05.20
22:21