Migration und Europa

Studie: In Osteuropa stoßen Muslime auf mehr Ablehnung

In den ehemals sozialistischen Staaten Europas stoßen laut einer neuen Studie insbesondere Muslime auf mehr Ablehnung als im Westen.

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2019
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Symbolbild: Migration, Zuwanderung
Symbolbild: Migration, Zuwanderung © Bundeszentrale für politische Bildung, Umschlagfoto: René Schiffer

In den ehemals sozialistischen Staaten Europas stoßen laut einer neuen Studie Zuwanderer und insbesondere Muslime auf mehr Ablehnung als im Westen. Dies geht aus dem am Mittwoch in Dresden veröffentlichten Jahresbericht des Mercator Forums Migration und Demokratie (MIDEM) hervor.

Dabei sind die Einstellungen der Ostdeutschen gegenüber Zugewanderten deutlich positiver als in anderen mittel- und osteuropäischen Regionen. Sie entsprächen eher dem Niveau Westeuropas, wie es hieß. Stärker ausgeprägt als im Westen Europas sind jedoch auch in Ostdeutschland die Angst vor Kriminalität und insbesondere Vorbehalte gegen Muslime.

 Migranten begünstigen AfD-Wahlergebnis laut Studie

Die Einstellungen von Westdeutschen gegenüber Zugewanderten sind im Durchschnitt deutlich positiver als die anderer Westeuropäer. „Was die Einstellung zu Migration angeht, gehört Ostdeutschland genauso wenig zu Osteuropa wie Westdeutschland zu Westeuropa“, erklärte MIDEM-Direktor Hans Vorländer.

Die MIDEM-Studie untersuchte auch den Einfluss der Migration auf das Wahlverhalten der Deutschen. Dabei zeigte sich zum einen ein Zusammenhang zwischen dem Grad an ethnischer Homogenität und den Wahlergebnissen der Alternative für Deutschland (AfD). In Landkreisen, in denen ein höherer Anteil an Nicht-EU-Ausländern lebt, bleiben AfD-Ergebnisse laut Studie unterdurchschnittlich. Zugleich fällt aber auf, dass ein abrupter und starker Anstieg von Migration aus Nicht-EU-Staaten das AfD-Wahlergebnis erhöht, und zwar vor allem dort, wo zuvor kaum Nicht-EU-Ausländer lebten.

Das MIDEM ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum der Technischen Universität Dresden in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen, gefördert durch die Stiftung Mercator. Für die Studie wurden laut Angaben Umfragen, Medien, Wahlprogramme und Wahlergebnisse ausgewertet. (KNA/iQ)