Interreligiöser Dialog

Erstes christlich-muslimisches Forum in Niedersachsen

In Hannover kamen 100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen beim ersten christlich-muslimischen Forum in Niedersachsen zusammen. Veranstalter waren die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover, die Bistümer Hildesheim und Osnabrück sowie die SCHURA Niedersachsen.

02
10
2019
Symbolbild: Christen und Muslime. © shutterstock, bearbeitet by IslamiQ
Symbolbild: Christen und Muslime. © shutterstock, bearbeitet by IslamiQ

Christen und Muslime in Niedersachsen wollen sich künftig intensiver austauschen. Das erklärten die Veranstalter des ersten „Christlich-muslimischen Forums in Niedersachsen“ am Samstag in Hannover. Zu dem Kongress waren einhundert Repräsentanten und Repräsentantinnen von Kirchen und Moscheen aus ganz Niedersachsen zusammengetroffen. Veranstalter waren die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, die Bistümer Hildesheim und Osnabrück sowie die SCHURA Niedersachsen.

„Interreligiöser Dialog – was ist das eigentlich?“

„Es ist an der Zeit, dass wir diejenigen zusammenbringen, die in den Kirchen und Moscheen Verantwortung übernommen haben“, erklärte der Beauftragte für christlich-muslimischen Dialog im Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Wolfgang Reinbold, der das neue Gesprächsformat angeregt hatte. Zwischen Kirchen- und Moscheevorständen gebe es viel zu wenige Kontakte. „Es war ein rundum gelungener Auftakt“, sagte der Vorsitzende der SCHURA Niedersachsen, Recep Bilgen. „In den Arbeitsgruppen wurde intensiv diskutiert, und ich freue mich, dass sich auch viele junge Muslime beteiligt haben.“

Hauptredner des Treffens war der Leiter des Fachbereichs Dialog der Religionen im Erzbischöflichen Ordinariat München, Andreas Renz. Er sprach über das Thema: „Interreligiöser Dialog – was ist das eigentlich?“. Renz betonte, dass interreligiöser Dialog mehr sei als das Gespräch unter Theologen oder Gemeindevorständen. „Er findet auch am Arbeitsplatz statt oder beim Einkaufen.“ Gerade diese kleinen Kontakte seien für das gesellschaftliche Miteinander von großer Bedeutung.

„Es war uns wichtig, dass wir das Forum nicht mit Beiträgen externer Experten überfrachten“, sagte die Beauftragte für den interreligiösen Dialog im Bistum Osnabrück, Katrin Großmann. „Unser Hauptziel war es, dass die Teilnehmerinnen Gelegenheit haben, sich in Arbeitsgruppen auszutauschen“.

„Forum zur Begegnung von Christen und Muslimen in Niedersachsen“

Das zweite Christlich-muslimische Forum findet am 26. September 2020 statt. „Wir sind zuversichtlich, dass es zu einer festen Einrichtung im Terminkalender von Christen und Muslimen wird“, sagte die Referentin für den interreligiösen Dialog im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim, Simone Schardt. Die Rückmeldungen aus den Arbeitsgruppen seien sehr positiv gewesen. „Wir haben vor, das Forum immer am letzten Samstag im September und an wechselnden Orten in Niedersachsen zu veranstalten“.

Das Christlich-muslimische Forum setzt die Tradition des „Forum zur Begegnung von Christen und Muslimen in Niedersachsen“ fort, das 2003 bis 2016 vom Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers veranstaltet wurde. Es findet statt in Abstimmung mit der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen, dem Offizialatsbezirk Vechta und den anderen muslimischen Verbänden in Niedersachsen.

Leserkommentare

Ethiker sagt:
Aus ethischer Sicht, ist dieses Forum sehr zu begrüßen, denn die konstruktive Zusammenarbeit kann langfristige positive Effekte für eine gemeinsame Zivilgesellschaft bilden. Besonders sollte der Fokus auf die pluralen Werte beider Religionen geworfen werden, da beide Religionen in vielen Debatten stigmatisiert, absichtlich falsch dargestellt oder diffamiert werden. Das Projekt lässt auf sinnstiftende Maßnahmen wie der Friedensbildung und Toleranz hoffen, worin Muslime und Christen gemeinsam ein Gegengewicht zum Neoliberalismus, dem Materialismus oder dem Subjektivismus bilden können.
02.10.19
14:31