Islamberater

Kritik an Misstrauen gegenüber Muslimen

Der Islamberater Hussein Hamdan kritisiert das Misstrauen gegenüber Muslimen in Folge von Terroranschlägen und Attentaten.

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2016
Symbolbild Angst © Mirko Waltermann auf flickr bearbeitet by IslamiQ

Auch viele in Deutschland lebende Muslime fürchten sich vor den Folgen von Anschlägen, meint der Stuttgarter Islamberater Hussein Hamdan. „Stellen Sie sich nur vor, jemand wie der Chemnitzer Attentäter käme monatelang zum Gebet in eine Moschee und würde dann einen Anschlag verüben. Er wäre eine Gefahr für die Gemeinde. Man würde die Gemeinde mit ihm in Verbindung bringen“, sagte Hamdan der „Stuttgarter Zeitung“ am Montag.

Weiter unterstrich der Religionswissenschaftler, der bei der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart beschäftigt ist: „Für die Muslime ist das alles sehr niederschmetternd. Sie haben das Gefühl, dass sie sich rechtfertigen müssen und fühlen sich unter Druck gesetzt.“ Sie kritisierten, häufig in einen Topf mit Terroristen geworfen zu werden.

Dies empfänden viele von ihnen als „Schlag ins Gesicht“. Hamdan sprach sich demgegenüber dafür aus, die guten Erfahrungen der vergangenen Jahre nicht zu vergessen.

Auf die Frage, was ein Islamberater mache, antwortete er: „Wenn eine Kommune drei Moscheevereine hat, werde ich gefragt, wie man diese einschätzt und wie eine Zusammenarbeit gelingen kann.“ Wenn eine Stadt ein muslimisches Gräberfeld bauen wolle, werde er um eine Einschätzung gebeten. „Oder wenn Stadtjugendringe Anfragen bekommen von Jugendgruppen, wollen sie wissen, was von diesen zu halten ist“, so der Religionswissenschaftler. (KNA/iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Es gibt Menschen, die sich als Muslime bezeichen, welche ich persönlich sehr schätze. Erwähnen möchte ich den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan oder Mouhanad Khorchide, der das Buch "Islam ist Barmherzigkeit" geschrieben hat. Kritisch angemerkt sei jedoch dazu, dass meiner Überzeugung nach Herr Khorchide letztlich für mich wenig überzeugendes Rosinepicken betreibt und nur die netten Stellen des Koran herausgreift und seine eigenen humanistischen Ideale eher in der Koran hineinprojeziert. Ich habe den Koran größtenteils - in mehreren Übersetzungen - selbst gelesen und war alles andere als positiv angetan. Wie ein roter Faden zieht sich durch dieses Buch die blinde Ergebenheit gegenüber dem Propheten als größte Tugend, der alleinige Wahrheitsanspruch und ständig die Abgrenzung zwischen guten (Islam-) Glaübigen und Ungläubigen. Für mich ist selbstständiges Denken und kritisches Hinterfragen sehr wichtig, diese Ideale werden im Koran überhaupt nicht hochgehalten. In der Bibel im Übrigen auch nicht - weder im Alten noch im Neuen Testemant! Ich denke nicht, dass ich gegenüber dem Islam Vorurteile habe. Ich habe mir einfach ein negatives Werturteil über diese Religion gebildet.
22.11.16
8:05
Manuel sagt:
Sorry, aber solche Vorkommnisse, wie eine Handschlagsverweigerung gegenüber Frauen, das plötzliche Auftauchen von Niqabs, die fast schon militante Verteidigung des islamischen Kopftuches, das ständige Bestehen auf Ausnahmen bzw. Sonderregelungen für Moslems, die Verweigerung mancher islamischer Eltern, dass ihre Tochter an Schwimmunterricht oder Klassenfahrten teilnimmt, Moscheen mit übergroßen Mineretts oder vielleicht auch noch einen Muezzin-Ruf, die teilweise Respektlosigkeit junger Moslems gegenüber Frauen, besonders bei Lehrerinnen, die Demos der AKP-Islamisten anlässlich des Putschversuches, der Wahlkampfauftritt Erdogans, der Versuch diverser Islamverbände hier den politischen bzw. erzkonservativen Islam zu verbreiten, usw.. tragen nicht unbedingt zu einem positiven Bild der Mehrheitsgesellschaft gegenüber dem Islam bei. Es liegt beim Islam selbst, wenn er seine mittelalterlichen Dogmen weiter beibehält, wird das Misstrauen gegenüber dem Islam sicher nicht kleiner werden.
22.11.16
10:58
Moritz sagt:
Entweder verstehen sog. Islamkritiker wirklich nicht unser Grundgesetz oder es ist ihnen einfach egal. Wenn Muslime sich dafür einsetzen, nach ihren religiösen Regeln leben zu können, dann sind das keine Sonderwünsche, sondern das Einfordern der Religionsfreiheit. Dabei bedeutet Religionsfreiheit nicht nur, dass man seine Religion frei wählen kann (sich also auch gegen jede Religion entscheiden darf), sondern dass man sie eben auch frei praktizieren darf. Wenn dann eine Frau zu dem Schluss kommt, dass für sie das Tragen eines Niqab religiöse Pflicht ist, dann ist das also ihr gutes Recht. Das gleiche gilt im übrigen für Minarette. Wem steht es da zu, zu sagen, welches Minarett angemessen wäre und welches überhöht? Selbst der Ruf des Muezzin zum Gebet ist eigentlich Teil der Religionsfreiheit, so wie Glockengeläute. Es gibt bei weitem unerträglichere Lärmquellen. Besonders interessant finde ich, dass vermeintliche Islamkritiker sich für ihre Kritik die Auslegung der Islamisten zu eigen machen, anstatt auf das zu hören, was die Mehrheit der muslimischen Gelehrten sagt. Es mag z.B. sein, das Mouhanad Khorchide den Koran mit seiner humanistischen Brille, also selektiv liest. Das tun aber gerade die Islamkritiker und die Islamisten doch auch. Nur eben mit anderem Vorzeichen. Im übrigen genügt es nicht, den Koran einfach nur zu lesen, um ihn zu verstehen. Man muss sich auf ihn einlassen und ihn in sein kulturelles Umfeld und seine Entstehungszeit einbetten.
22.11.16
15:39
Manuel sagt:
@Moritz: Verstehe, man darf also im Namen der Religionsfreiheit, beispielsweise Frauen als Menschen zweiter Klasse betrachten und sie nicht respektieren. Auch den Schimmunterricht müssen dann islamische Schülerinnen nicht besuchen oder die Sexualkunde vielleicht, weil einigen Moslems unsere freier Umgang mit Sexualität oder Homosexualität nicht passt oder? Vielleicht führen wir beim Familienrecht auch noch gleich Teile der Scharia ein, damit sich die Moslems ja wohl fühlen oder Hr. Moritz? Es kann doch nicht sein, dass sich hier unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit die mittelalterlich-islamische Gesellschaftsordnung ungehindert ausbreiten darf, wir sind hier in Europa mit einer SÄKULAR-LIBERALEN Gesellschaft und nicht einer islamischen.
24.11.16
11:43
Moritz sagt:
Den Islamgegnern ist nichts zu blöd. Sie unterstellen einfach, Muslime würden Frauen als Menschen zweiter Klasse behandeln und sind für die Realität der Muslime in Deutschland völlig unempfänglich. Man kann ja nicht von Einzelnen auf die Gesamtheit schließen. Ich möchte mich auch nicht in einen Topf werfen lassen mit Rechtsextremen, nur weil die zufällig dieselbe Nationalität haben, wie ich.
24.11.16
12:06
Manuel sagt:
@Moritz: Ja ist es den nicht respektlos, wenn ein Moslem einer Frau und zwar nur der Frau den Handschlag verweigert? Fragen Sie mal Lehrerinnen, welche massiven Probleme diese oft mit moslemischen Burschen haben, weil diese Frauen nicht respektieren, das ist auch REALITÄT Hr. Moritz, aber das scheint wohl in Ihrer rosaroten Traumwelt nicht vorzukommen.
25.11.16
11:08
Kritika sagt:
L.S. Zu Manuel und ander Leser, Ein Jüdischer SynagogenPrediger sagte einst zu Kritika, sein Vorgänger verweigere Frauen den Handschlag; mit der Begündung: "von Glaubenswegen darf er nichts unreines berühren". Da er einer Frau nicht vorher fragen könne, ob sie vielleicht gerade 'unrein' sei, gibt er einfach keiner Frau die Hand. Der Islam teilt Frauen bizarrerweise ebenso ein: in 'reine' und in 'unreine'. Das hat bekanntlich consequenzen beim Mocheebesuch und beim Beten. Möglicherweise tragen auch MusselmanischeFrauenHandschlagsVerweigerer dieses UnReinheitsHirngespinst mit sich im Kopf herum. Gruss, Kritika
27.11.16
17:29