Freitagspredigten 17.10.2014

Dank, Gaben, Ahl al-Bayt, Liebe, Alter, Jugend

Die islamischen Religionsgemeinschaften widmen sich in den Freitagspredigten verschiedenen Punkten und setzen unterschiedliche Akzente. Die Themen in dieser Woche im Überblick: Dank für die Gaben, die Liebe zur Ahl al-Bayt, Respekt für die Älteren.

17
10
2014
0

Die Freitagspredigten (Hutba) in den Moscheen sind unterschiedlich konnotiert. So werden die Themen Dank für die Gaben an Allah, die Liebe der Gläubigen zur Ahl al-Bayt und der Respekt von Jugendlichen gegenüber Älteren behandelt.

Dank für die Gaben

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) widmet sich in ihrer heutigen Freitagspredigt den Gaben Allahs an den Menschen. So habe Allah dem Menschen neben verschiedenen Sinnen auch viele materielle und immaterielle Dinge geschenkt. „Die größte Gabe Allahs, des Erhabenen, für uns, ist ohne Zweifel unsere erhabene Religion, der Islam. Diese Gabe ist der einzige Anlass, die zur Erlangung der Gaben im jenseitigen Leben führt“, sagt die DITIB.

Und so fragt die DITIB „Haben wir denn überhaupt daran gedacht, wie wir diesen Gaben danken sollten?“ Sie erinnert daran, dass man Allah nicht nur mit Worten dankt, sondern indem man jeder Gabe in der eigenen Gattung dankt. „Das kann dadurch gemacht werden, indem wir Gottes geschenkte Gaben auf Seinem Wege einsetzen“, sagt die DITIB.

Die Liebe zur Ahl al-Bayt

Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) widmet sich in ihrer heutigen Hutba einem ganz anderen Thema. Nämlich der Liebe der Gläubigen zur Ahl al-Bayt. Als Ahl al Bayt (Leute des Hauses) werden vor allem die Familienangehörigen des Propheten Muhammad (s) bezeichnet. „Seit der Zeit der Glückseligkeit (Asr as-Saâda) haben alle Muslime diesen Menschen Liebe und Respekt entgegengebracht und zu ihnen gehalten“, sagt die IGMG.

Laut IGMG ist die erste Voraussetzung für die Zugehörigkeit zur Ahl al-Bayt, „das Gebet zu verrichten, Zakat zu geben und Allah und seinem Gesandten gegenüber gehorsam zu sein.“ Die Ahl al-Bayt seien eben weil sie diesen Befehlen gehorchten rein und Vorbilder für die Muslime. Und doch macht die IGMG darauf aufmerksam: „Allein die Liebe zur Ahl al-Bayt hat keine Bedeutung. An erster Stelle kommt die Liebe zu Allah, dann die Liebe zum Propheten und erst danach die Liebe zur Ahl al-Bayt. Die Liebe zu Allah und seinem Propheten ist nur durch die Befolgung ihrer Befehle und dem Fernbleiben des Verbotenen möglich. Wir nennen ein solches Leben kurz: das Leben als Muslim!“

Wer älter ist, verdient Respekt

Der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) widmet sich in seiner heutigen Freitagspredigt ebenfalls einem ganz anderen Thema. So wird vom VIKZ der Respekt betont, den die älteren in der Gesellschaft verdienen. „Der gesellschaftliche Friede ist unweigerlich gebunden an die guten Verhältnisse zwischen den Generationen untereinander. Harmonie in der Gesellschaft entsteht vor allem dann, wenn die im Alter fortgeschrittenen den Jüngeren gegenüber Şefkat, also Güte und Freundlichkeit walten lassen und die Jüngeren den Älteren gegenüber respektvollen Umgang pflegen“, sagt der VIKZ.

„Wenn irgendein junger Mensch sich um einen Anderen kümmert und ihm Gutes antut, weil dieser alt ist, wird ihm Allâh, wenn er selbst alt geworden ist, jemanden ermöglichen, der sich um ihn kümmert und ihm Gutes tut“, heißt es laut VIKZ in einem Hadith vom Propheten Muhammad (s). „So sollten wir, unser eigenes Älterwerden vor Augen habend den älteren Menschen, vor allem unseren eigenen Eltern, unseren Großvätern und Großmüttern respektvoll begegnen, die Älteren innerhalb der Familie in Ehre und Würde halten und so auch in diesem Punkt unserem eigenen Nachwuchs, unseren Kindern ein gutes Vorbild abgeben“, sagt der VIKZ.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland, gibt einen Überblick und notiert erwähnenswerte Berichte aus den Redaktionen der Medien zum Thema Freitag und Muslime.