Europawahl 2014

Schlappe für Islamfeind Geert Wilders

Eine herbe Schlappe muss der islamfeindliche und anti-europäisch eingestellte Geert Wilders hinnehmen. Seine Partei PVV wurde bei der Europawahl 2014, anders als erwartet, nur viertstärkste Kraft im Land. Vermutlich auch, weil der Parteichef offen gegen Marokkaner hetzte.

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05
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Die Europawahl ist bereits seit Donnerstag (22.05.2014) in vollem Gang. Zwar liegen noch keine Ergebnisse vor, doch eine Prognose aus den Niederlanden wurde bereits gestern Abend nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht. Und die hat für eine Überraschung gesorgt.

Anders als erwartet hat es die rechtsextreme Partei für die Freiheit (PVV) von Geert Wilders nicht geschafft stärkste Kraft in den Niederlanden zu werden. Stattdessen hat die als linksliberal geltende Partei D66 einen Achtungserfolg erzielt und wurde stärkste Kraft (15,6%). Die Wilders-Partei verlor laut Prognose deutlich an Stimmen (-4,8%) und wurde nur viertstärkste Kraft (12,2%).

Hetzte gegen Marokkaner ausschlaggebend

Wilders hat bereits seine Niederlage eingeräumt. Der Politiker machte für das schlechte Abschneiden seiner Partei die geringe Wahlbeteiligung verantwortlich. Beobachter schätzen jedoch, dass der anti-Europa-Kurs und auch die islamfeindliche Einstellung der Partei nicht mehr so stark beim Wahlvolk ankommen. Bei der Europawahl 2009 war die PVV noch zweitstärkste Kraft gewesen.

Vermutlich mit entscheidend für den Ausgang der Europawahl in den Niederlanden war wohl auch, dass sich Wilders einen entscheidenden Fehler im Wahlkampf leistete. Er hatte bei einer Veranstaltung weniger Marokkaner in den Niederlanden gefordert und damit eine Welle der Empörung losgetreten. Zwar ruderte der Politiker schnell zurück, doch der Schaden war für die Partei groß. Mehrere Abgeordnete und Unterstützer kehrten der PVV den Rücken. Die Wählerschaft scheint es dem Parteichef nicht verziehen zu haben, dass er offen gegen Marokkaner hetzte. Zwar ist die PVV als rechtsextrem zu bewerten, doch bei den Wählern handelt es sich oft um Protestwähler.

Europawahl 2014

412 Millionen Bürger sind zur Teilnahme an den Wahlen für das Europaparlament berechtigt. Zuerst wurden in den Niederlanden und in Großbritannien gewählt. Heute stimmen die Bürger in Irland und Tschechien ab. Die meisten EU-Länder stimmen am Sonntag ab. In Deutschland können die Bürger auch am Sonntag ihre Stimme abgeben.