Siri und Islam

Video sorgt für Verwirrung

Ein Internetvideo zeigt, wie der iOS-Sprachassistent Siri beim Stichwort „Islam“ zuerst wissen will, wo man sich gerade aufhält. Die Frage hat aber einen einfachen Hintergrund, der Muslimen das Leben erleichtern soll.

27
12
2013

Apples iOS-Sprachassistent Siri gibt bei deaktivierten Ortungsdiensten eine Fehlermeldung an, wenn man nach dem Stichwort „Islam“ sucht. „Verrat mir zuerst, wo Du bist“, erklärt Siri. Doch warum möchte Siri wissen, wo der Benutzer ist, der nach Islam fragt? Ein im Internet kursierendes Video und zahlreiche Berichte zeigen die Verunsicherung bei iPhone-Nutzern.

Moschee in der Nähe

Siri zeigt bei aktivierten Ortungsdiensten die nächste Moschee an

Ein Pressesprecher von Apple erklärt gegenüber IslamiQ, dass man sich keine Sorgen machen braucht. Die Nachfrage hat in diesem Fall einen einfachen und praktischen Hintergrund. Tatsächlich liefert der Sprachassistent bei Fragen nach Christentum und Judentum die zugehörigen Wikipediaartikel auf. Doch beim Islam hakt es. Wenn man jedoch die Ortungsdienste aktiviert, erfährt man auch warum: Statt des Wikipediaeintrags zum Islam gibt es gleich die nächstgelegene Moschee.

Tatsächlich ist die Funktion der Ortungsdienste aus der Sicht von Apple sinnvoll. Denn normalerweise fragen Muslime Siri nach dem Islam, und dies oft, wenn sie in einer fremden Umgebung nach einer Moschee suchen. Ohne Geodaten die nächste Moschee zu finden, ist aber nicht möglich. Allerdings scheint die Erklärung von Apple auch nur für den deutschsprachigen Raum gültig zu sein. Im Test in englischer Sprache wurde bei Siri gleich der Wikipediaartikel ausgeworfen.

Leserkommentare

Klaus sagt:
Ich finde es trotzdem komisch... Ein Jude würde doch auch dann eher nach einer Synagoge suchen und trotzdem wird er nicht nach seinem Standort gefragt....
29.12.13
15:16
Abdelkarim sagt:
Die Antwort von Apples Pressesprecher ist genauso problematisch, wie die Aufforderung von Siri die Ortungsdienst zu aktivieren, nämlich, dass Apple die Religionszugehörigkeit Ihrer Kunden kennt, und weiß im Vorfeld, dass sie eigentlich nach einer Moschee suchen müssten. Die Frage, die sich hier stellt ist: Woher weiß Apple, dass ich ein Muslim bin? Warum tut sie das nicht bei Nichtmuslimen?
09.01.14
14:42
bilocan sagt:
@klaus: Muslime müssen 5mal am Tag bestimmte rituelle Gebete verrichten, von daher macht es schon Sinn. Komisch bleibt es natürlich trotzdem.
12.01.14
2:15
Jorg sagt:
Das ist wieder einmal ein Beispiel dafür unvollständige Sachverhalte so zu biegen, dass man den Ärger und Hass der Muslime erregt. Und diese fallen immer wieder darauf rein. Statt Apple zu danken, dass sie so etwas eingebaut haben (bedenke dass die deutschen muslimischen Gemeinden noch keine solcher Apps haben), gehen wir auf Bashing über. Ich habe die Befürchtung dass solche Sachen bewusst gestreut werden. Die Leute wissen wie man den Hass der Muslime stimuliert. Das gleiche gilt für die Muhammed-Karikaturen. Das Ziel haben die Autoren damals erreicht - ohne (bis auf das Veröffentlichen der Karikaturen) selbst eingewirkt zu haben. Man sollte manchmal einfach Dinge ignorieren. Durch die Emotionen wissen die Muslime nicht wem sie eigentlich gutes tun. Ein anderes Beispiel ist die Schalke-Hymne. Ich denke die meisten die sich damals aufgeführt hatten, wussten noch nichtmal was die Hymne sagt: Mohammed war ein Prophet (Wow, Schalke akzeptiert ihn als Propheten) / Der vom Fußballspielen nichts versteht (Die Aussage stimmt!) / Doch aus all der schönen Farbenpracht / Hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht (ok das ist faktisch falsch, aber was soll es?) @Abdelkarim die Frage wird unabhängig davon ob man Muslim ist oder nicht gestellt.
12.01.14
20:04
Muhammed sagt:
@ Jorg. Deine Aussagen geben den Eindruck, dass Muslime einen großen Hass haben, der gelenkt werden muss. Die Tatsache, dass Medien lokale Begebenheiten und einige Demonstrationen übertrieben darstellen, sollte nicht den Eindruck erwecken, dass Muslime ein Haufen voller Inkompetenz sind und einen Mangel an Selbstbeherrschung haben. Deine Behauptung, dass man Apple für die Funktion danken müsse, weil deutschsprachige Muslime zu dumm sind, um solche Apps zu entwickeln stimmt nicht. Sowohl auf Appstore als auch auf Android gibt es zahlreiche Programme, die die nächstgelgene Moschee zeigen. Naja, wenn man nicht das Bedürfnis hat, kann man ja davon ausgehen, dass es keine gibt... (Was für eine Logik oder?)
03.02.14
19:55