Nordrhein-Westfalen

NRW plant „Kommission“ für Islamunterricht

Das Beiratsmodell für den islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen läuft bald aus. Die Landesregierung will den Islamunterricht neu organisieren und plant hierfür statt dem „Beirat“ nun eine „Kommission“.

15
04
2019
Islamunterricht, "Islamischer Unterricht"
Symbolbild: Schule, Unterricht © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Im Jahr 2012 führte Nordrhein-Westfalen erstmals den Islamunterricht an Grundschulen und später auch an weiterführenden Schulen ein. Aktuell wird das Modellprojekt an 234 Schulen für 19400 Schüler umgesetzt. 215 Pädagogen mit Lehrerlaubnis sind berechtigt diesen Unterricht zu erteilen. Die vier großen islamischen Religionsgemeinschaften sind seit 2012 in einem Beirat an der Erstellung von Lehrplänen oder der Erteilung einer Lehrerlaubnis für die Religionslehrer beteiligt. Lediglich die DITIB hat ihren Sitz im Beirat vor zwei Jahren ruhengelassen.

Im Sommer dieses Jahres läuft dieses Modellprojekt aus. Einer wissenschaftlichen Evaluation zufolge habe der Islamunterricht die Zielsetzung der Landesregierung bisher sehr gut erfüllt und eine hohe Zustimmung erhalten.

Während die SPD-Fraktion das Modellprojekt noch ein Jahr verlängern möchte, will die aktuelle Landesregierung vom aktuellen Modell abkommen und den islamischen Religionsunterricht neu organisieren, trotz dass sich das Beiratsmodell bewährt hatte. Hierfür plane die Koalition CDU und die FDP die Gründung eine Kommission für den islamischen Religionsunterricht. Entsprechende Entwürfe wurden den jeweiligen Ministerien vorgelegt. Diese werden in den nächsten Wochen im Landtagsausschuss debattiert. Ob die Beiratsmitglieder ihre Erfahrungen und Ideen miteinbringen können, bleibt offen.

Statt „Beirat“ nun eine „Kommission“

Die neue Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium und der jeweiligen islamischen Gemeinschaft soll in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag geregelt werden. „Die öffentlich-rechtlichen Verträge sollen auf einem Mustervertrag beruhen, der insbesondere die Anforderungen an die islamische Organisation sowie die von dieser zu entsendenden Person in die Kommission konkretisiert“, heißt es im Gesetzesentwurf weiter. Im Vorstand der neuen Kommission sollen keine staatlichen Vertreter sitzen, sondern nur Vertreter der islamischen Religionsgemeinschaften und Organisationen.

Land entscheidet über Vertreter

Die neue Kommission sei nicht mehr auf die vier großen islamischen Religionsgemeinschaften eingeschränkt. Somit erweitere die Landesregierung die Teilnehmerzahl an der Gestaltung des Islamunterrichts. Künftige Mitglieder, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, müssen mit dem Land NRW einen öffentlich-rechtlichen Vertrag über die Zusammenarbeit zum islamischen Religionsunterricht abschließen. Jeder der neuen Kooperationspartner dürfe einen Vertreter in die Kommission benennen. Jedoch werde das Schulministerium der Benennung des Vertreters nur zustimmen, wenn es keine Zweifel an der benannten Person hat.

Auch wenn die Kommission „staatsfern ausgestaltet“ werden soll, ist ein Einfluss des Landes nicht auszuschließen. Islamische Religionsgemeinschaften werden in ihrem Selbstbestimmungsrecht eingeschränkt werden, da letztendlich das Land entscheiden wird, wer im Gremium sitzt, und wer nicht.

Die Kommission soll sich selber koordinieren und die Vielfalt des Islams in Nordrhein-Westfalen abbilden und repräsentieren. Jeder Vertreter in der Kommission habe unabhängig von seiner Größe einen Sitz und eine Stimme. Die Kommission fasst Beschlüsse mit der Mehrheit der Zahl ihrer Mitglieder. Die Kommission wird von einer Geschäftsstelle unterstützt, wählt aus ihrer Mitte einen Vorsitz und gibt sich eine Geschäftsordnung. Die Durchführung des islamischen Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach wird vom Ministerium wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden.

Leserkommentare

Harousch sagt:
Sehr schön, endlich wird Alexander Gauland, als oberstes Kommissionsmitglied eine sinnvolle Aufgabe zugeteilt bekommen und somit wäre dann ein weiterer Versuch den bekenntnisorientierten Islamischen Religionsunterricht ernsthaft zu institutionalisieren wieder einmal erfolgreich gescheitert. Salamaleikum!
15.04.19
16:17
Kritika sagt:
L.S. Ob und in welcher Form in unseren Schulen Nonsense unterrichtet werden soll,das entscheiden in einer Demokratie keine ungewählte Personen, die zudem für eine zutiefst demokratiefeindliche Ideologie kämpfen, sondern die vom Volk gewählten Abgeordnete. Der Einfluss des Landes ist dabei demokratische Selbstverständlichkeit. Ob das den Muftis nun gefällt oder nicht, ist unbedeutend. Sie haben die Regierungsbeschlüsse zur Kenntnis zu nehmen und sich daran zu halten. Gruss, Kritika
15.04.19
23:24
Kritika sagt:
L.S. Harousch schreibt: " somit wäre dann ein weiterer Versuch den bekenntnisorientierten Islamischen Religionsunterricht ernsthaft zu institutionalisieren wieder einmal erfolgreich gescheitert. " ------------- Hoch erfreulich, findet Kritika. Eine Sternstunde für die Deutsche Demokratie. Denn der Islam ist eine zutiefst DemokratieFeindliche Ideologie. Jede Massnahme, den Islamistischen UN-Geist NICHT aus seiner Flasche entkommen zu lassen, ist ein Sieg für den Fortbestand der freiheitlichen demokratischen Deutschen Demokratie. Herr Alexander Gauland ist vom Volk gewählt, - Man mag ihm mögen oder nicht - ( ich z.B. mag ihm nicht ) aber er vertritt den Islamkritischen, Islam Feindlichen Teil der Deutschen Bevölkerung. Ein bedeutender, zunehmend wachsenden Teil der Wähler. Das aggressive, widerliche Benehmen der Muslims liefert der AfD und damit ihm zunehmend neue Wähler. Denen hat er geliefert, wozu sie ihm gewählt haben. So funktioniert Demokratie, Herr Haruosch Gruss, Kritika
18.04.19
0:09
Frederic Voss sagt:
Man sollte besser jeglichen konfessionellen oder einseitig determinierten Religionsunterricht von Schulen fernhalten. Stattdessen wäre ein Fach für allg. "Religions-Ethik-Unterricht" viel sinnvoller, zeitgemäßer und friedensstiftender. Das ganze Kompetenz-Gerangel der Wahrheitsverkünder, Beiratsmodell-Anhänger, Kommissions-Befürworter, Islam-Vertreter, Polit-Entscheider, Erziehungsbeauftragten mit Referenten könnte aufhören. Und wir alle hätten (hoffentlich) endlich Ruhe vor islamischen Bestrebungen und Belästigungen aller Art. Es kann nicht sein, daß sich aufgrund angeblicher Engelsvisionen bei einem arabischen Mann mit ca. 10 Ehefrauen - vor etwa 1.400 Jahren - im Jahr 2019 immer noch Politik & Gesellschaft massiv von Anhängern & Verehrern dieses Mannes die Gestaltung von Schul-Lehrplänen vorschreiben lassen.
20.04.19
13:21