China

Das Leid der Uiguren in Ostturkestan

Das Leid der Uiguren nimmt kein Ende. In Assimilationslagern werden die Angehörigen der muslimischen Minderheit zu treuen Staatsbürgern umerzogen. Ein Hintergrundbericht von Ilhan Bilgü.

01
02
2019
Uiguren © shutterstock bearbeitet by IslamiQ.
Uiguren © shutterstock bearbeitet by IslamiQ.

China ist ein Land der Widersprüche. Das zeigt sich u. a. an der chinesischen Politik in Tibet und Ostturkestan. Zwischen den offiziellen Verlautbarungen aus Peking und der Realität vor Ort liegen Welten.

Ethnische Minderheiten in anderen Teilen Chinas genießen in kulturellen und religiösen Belangen heute eine relative Autonomie. Für die beiden Provinzen Ostturkestan (chinesisch Xinjiang) und Tibet gilt das nicht. Menschenrechtsgruppen schätzen, dass derzeit etwa 10% der uigurischen Bevölkerung in staatlichen Umerziehungslagern interniert sind. Für die Menschen in der Region Ostturkestan ist das keine Neuerscheinung. Im Gegenteil: Seit Jahren spitzen sich die Menschenrechtsverletzungen immer weiter zu. Die internationale Medienlandschaft nimmt davon jedoch erst seit kurzem Notiz.

Die Politik Chinas gegenüber Tibet und Ostturkestan hat historische Wurzeln. Das kommunistische Regime brachte die beiden vormals unabhängigen Provinzen mit militärischen Mitteln unter seine Kontrolle. Aus Angst vor dem Erstarken separatistischer Bewegungen setzt Peking seitdem auf Härte. Die buddhistische bzw. muslimische Identität werden unterdrückt, religiöse Freiheiten eingeschränkt. Was sich gegenwärtig in Ostturkestan und Tibet abspielt, gleicht jedoch mehr und mehr einer Politik der Vernichtung.

In Ostturkestan ist ein Anti-Islam-Gesetz in Kraft getreten, das uigurischen Kindern und Beamten den Moscheebesuch untersagt. In der Nähe von Schulen dürfen keine Moscheen mehr errichtet werden, auch das Gebet zu Hause und das Ramadan-Fasten sind verboten. Zu dem kulturellen Umerziehungsprogramm, das die Uiguren ihren Werten und Traditionen entfremden soll, gehört auch ein sogenanntes „Patenprojekt“.  Jeder Familie wird ein „Erzieher“ zugeordnet. Dieser hat die Aufgabe, „oppositionelles Verhalten“ den lokalen Parteikadern und der Polizei zu melden. Wer seinen Kopf bedeckt, vor dem Essen die Basmala spricht oder ein gewisses Unbehagen angesichts der Anwesenheit eines fremden Mannes im eigenen Haus zu erkennen gibt, dem droht eine Gefängnisstrafe wegen „Verstoßes gegen die Werte Chinas“. 

Wie viele Muslime leben in China?

Laut offiziellen Angaben leben etwa 30 Millionen Muslime in China. Davon sind etwa 11 Millionen ethnische Han-Chinesen, weitere 10 Millionen Uiguren. Der Rest gehört weiteren ethnischen Minderheiten wie Kirgisen, Tadschiken, Kasachen, Bonan usw. an. Andere Schätzungen gehen von mehr als doppelt so vielen Muslimen aus. Diese Schwankungen hängen u. a. mit der strikten Ein-Kind-Politik zusammen, aber auch damit, dass die Religion in chinesischen Melderegistern nicht erhoben wird. Die staatliche Repression des Islams konzentriert sich auf die Region Ostturkestan. In anderen Teilen Chinas genießen Muslime dagegen weitgehende Religionsfreiheit.

Die Ankunft des Islams nach China

Historischen Quellen kam der Islam bereits im 7. Jahrhundert n. Chr. nach China. Der dritte Kalif Usmân soll demzufolge Sad b. Abî Wakkas als Botschafter zum chinesischen Kaiser Yung Wei entsandt haben. Dieser ließ um 650 n. Chr. zu Ehren des Propheten in der Hafenstadt Guangzhou die Huaisheng-Moschee (Prophetenmoschee) errichten, die heute als eine der ältesten Moscheen weltweit gilt. Andere Quellen bestreiten zwar diese Reise des Prophetengefährten, stimmen jedoch darin überein, dass der Islam unmittelbar nach dem Tod des Propheten in China eintraf.

Rechtsschulen

Die meisten Muslime in China sind Sufis. Die Mehrheit folgt der hanafitischen oder schafiitischen Rechtsschule des sunnitischen Islams. Unter den ethnischen Tadschiken ist der schiitische Islam weit verbreitet. In den letzten Jahren ist jedoch auch die Zahl der Anhänger der wahhabitischen Bewegung gestiegen, wenn auch nur in geringem Umfang.

Im 18. Jahrhundert entstand die Xidaotang-Bewegung, der noch heute viele chinesische Muslime angehören. Sie verbindet islamische mit konfuzianischen und schamanistischen Elementen. Frauen haben innerhalb der Xidaotang-Bewegung eine starke Stellung. Selbst nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei wurden Frauen mit einer theologischen Ausbildung als Lehrerinnen für den Koran- und Religionsunterricht beschäftigt. Auch als traditionelle Heilerinnen sind sie tätig. Unter den Uiguren oder anderen turkstämmigen Muslimen ist Xidaotang dagegen nicht sehr verbreitet.

 

Leserkommentare

Kritika sagt:
L.S. Natürlich ist das Leben eines Uiguren in China qualvoll. Die Buddhisten, die im Gegensatz zu den Muslims eine friedliche Religion betreiben, haben es trotz ihres friedlichen Glaubens ebenfalls schwer. Wenn die Uiguren doch nur logisch denken könnten, dann kämen sie leicht zum Schluss, dass ihnen der Allwissenden Allmächtige Allerbarmender Allah doch eigentlich zur Hilfe eilen müsste. Da aber keine Hilfe im Sicht ist, im Gegenteil da die Untätigkeit eines eingebildeten Allahs bereits Jahre anhält, kann die Lösung dieses Paradoxon nur lauten: Es gibt keinen Allah so, wie es vor tausende von Jahren keine Mondgöttin gab und so wie es bei den Griechen keinen Zeus gab, Weise Menschen wissen: Götter sind eine Schöpfung des Menschen und nicht umgekehrt. Die Uiguren realisieren das leider nicht, sie sind sicher nicht genug gebildet. Der Islam lässt sie leiden und lügt ihnen Allah und Himmel vor, von dem weise Menschen wissen, dass es weder Allah noch Himmel gibt 80 % der Erdenbürger hält der Islam für hanebüchelden Unsinn. nur 20%, - darunter die Uiguren - durchschaut den Schwindel nicht. Leider kann man nicht damit rechnen, dass China die Uiguren ihren Gang gehen lässt. Daran sind die desaströsen Islamistischen Staaten auch schuld, Diese zeigen, welches Unrecht und Chaos entsteht, wenn der einzige LebensInhalt aus dem " Fantom Allah" besteht. Die Flucht aus den Islamischen Heilsstaaten hin zu den Staaten der Ungläubigen, von denen der Heilige und edle Koran sagt: Siehe, diejenigen, welche Allah für ein Fantom halten, sind der letzte Dreck. (freie KoranÜbersezung von Kritika) Die Flucht der Muslims hin zu den Ungläubigen z.B. Deutschland, spricht eine deutliche , anti Islamische Sprache, zeugt nicht gerade von Vertrauen in Allah, so wie es leider die Uiguren noch haben. Gruss, Kritika
02.02.19
1:15
Kafira sagt:
Weshalb lassen die Chinesen die Uiguren nicht ausreisen? nach einem Islamischen Land? z.B. Pakistan oder Gaza? Das hätte für Beide Vorteile: Die Chinesen bräuchten die Uiguren nicht umzuerziehen und die Uiguren würden in eine Umgebung wohnen, die Islamfreundlich ist. Gruss.
02.02.19
23:34
Emanuel Schaub sagt:
"Herr lass Hirn regnen " pflegt ein Bekannter in solchen resp.ähnlichen Fällen zu sagen. Erist übrigens Bauer resp. Landwirt gruss emanuel
04.02.19
11:49
Kritika sagt:
Emanuel Schaub schreibt: "Herr lass Hirn regnen " pflegt ein Bekannter in solchen Fällen zu sagen. ------------- Und?, Emanuell? hat der Herr der Muslims jemals "Hirn regnen lassen" ? Kritika meint: Eher nicht denn die Muslims sind heute noch nicht einen Deut schlauer als im Mittelalter. Sie haben noch immer nicht genügend Hirn um zu durchschauen, dass sie einem Rattenfänger aufgesessen sind. Muslims gehören zu der MenschenGruppe, die weder nennenswerte Naturwissenschaftler noch eine Zivilisation hervorgebracht hat. Sie streiten seit Jahrhunderte um den "wahren Islam" und er morden sich sowohl gegenseitig als auch denjenigen, den sie für Ungläubigen halten. Kritika wünscht den Muslims einen Hirnregen, der sie in den 2.000 Jahre katipultiert. Grusss, Kritika Kritika meint: Ohne Muslims wäre Deutschland wesentlich sicherer und ohne Islam wäre die Welt wesentlich friedlicher.
06.02.19
1:24