Ex-Bundespräsident

Wulff nennt AfD „rechtsextremistisch“

Der ehemalige Bundespräsident nennt die Alternative für Deutschland (AfD) „fremdenfeindlich und rechtsextremistisch“. Kritik gab es auch an den etablierten Parteien.

25
02
2017
Christian Wulff
Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff © Photo: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de, bearbeitet IslamiQ

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff (CDU) hat die AfD als „fremdenfeindlich und rechtsextremistisch“ bezeichnet. In ihrem Programm gehe die AfD gegen Minderheiten, Homosexuelle und psychisch Kranke vor, sagte Wulff der Magdeburger „Volksstimme“ (Samstag). „Sie grenzt sich nicht ausreichend von Bewegungen wie Pegida ab und schadet Deutschland und seinem Ansehen in der Welt mit ihrer nationalistischen, antieuropäischen Politik.“

Wulff rief die etablierten Parteien auf, deutlicher zu machen, dass Deutschland erfolgreich sei, weil das Land seinen Weg in und mit Europa gehe. „Als Wirtschaftsstandort leben wir vom Export und von der Innovation“, sagte Wulff. „Weltoffenheit ist ein wesentlicher Grund für unseren wirtschaftlichen Erfolg, der dafür sorgt, dass Menschen Arbeit und Einkommen haben und ihre Familien ernähren können.“ Sollte der Nationalismus in Deutschland und der Welt wieder die Überhand gewinnen, dann werde Deutschland am stärksten darunter leiden, warnte der frühere CDU-Politiker.

Wulff hatte 2010 als Bundespräsident zu seinem Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ viel Zustimmung, aber auch viel Widerspruch bekommen. Führende Politiker der AfD haben den Islam hingegen als eine „politische Ideologie“ bezeichnet, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sei. Die rechtspopulistische Partei will zudem, dass die EU zu einer Wirtschaftsunion zurückentwickelt wird und die Nationalstaaten wieder im Mittelpunkt stehen. Freihandelsverträge wie Ceta der EU mit Kanada oder des lange verhandelten TTIP mit den USA lehnt sie ab. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Herr Wulff sollte besser einmal Selbstkritik betreiben. Sein bekannter Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" aus dem Jahr 2010 war eine völlig unangebrachte, pauschalierende staatliche Heiligsprechung einer Religion, die gerade in den letzten Jahrzehnte soviel unerfreuliche Facetten gezeigt hat. Es ist unangebracht für einen Bundespräsidenten solche undifferenzierte staatliche Gütesiegel an ausgewählte Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften zu verleihen. Damit werden nur Kritiker mundtot gemacht, die für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft Medizin sind. "Die Zeugen Jehovas gehören zu Deutschland" oder die "Die Linkspartei gehört zu Deutschland" wären ebensolche Aussagen, die völllig fehl am Platz wären. Jede Gesinnungsgemeinschaft muss sich in einer pluralischen Demokratie der kritischen Auseindersetzung stellen und muss gewissen Bedingungen erfüllen, um sich zu Recht als Bestandteil Deuschlands sehen zu können.
28.02.17
10:49