Vorfall in Berliner Strassenbahn

Kopftuch war kein Rausschmiss-Grund

Ein Straßenbahnfahrer soll eine 14-Jährige aufgrund ihres Kopftuchs aus der Straßenbahn geworfen haben. Zeugenaussagen und Videomaterial zufolge soll der Grund für den Rauswurf jedoch der Verzehr eines Döners gewesen sein.

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12
2016
Berlin- Straßenbahn.© by Ingolf auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet iQ.

Der Vorwurf eines 14-jährigen Mädchens, wegen seines Kopftuches aus einer Berliner Straßenbahn geflogen zu sein, stimmt wohl nicht. Eine Zeugin des Vorfalls vom Dienstag sowie ein Videofilm der Verkehrsbetriebe (BVG) widerlegen die Darstellung des Mädchens und einer Frau, die Anzeige erstattet hatte. Auch der Fahrer erinnerte und meldete sich. Demnach ging es nicht um das Kopftuch, sondern um den Verzehr eines Döners, der in der Trambahn nicht erlaubt ist.

Die Zeugin erzählte laut Medienberichten, der Fahrer habe zwei Mädchen mehrmals aufgefordert, ihre Döner draußen weiter zu essen. Ein Mädchen packte ihren Döner weg, das andere reagierte nicht. Daraufhin habe der Fahrer gesagt, das Mädchen mit dem weißen Kopftuch solle aussteigen und ihren Döner dort essen.

BVG-Sprecherin Petra Reetz sagte, diese Darstellung bestätige die Videoaufzeichnungen und die Aussage des Fahrers. Der Videofilm ohne Ton zeige die beiden Mädchen, wie sie ihre Döner auspacken. „Dann sehen sie nach oben Richtung Lautsprecher. Eine packt den Döner weg, die andere nicht. Dann gucken sie wieder nach oben. Und steigen schließlich aus.“ Reetz sagte: „Bei uns sind Menschen aus 50 Nationen Fahrer und so ein Vorfall liegt uns völlig fern. Deswegen sind wir froh, dass es sich geklärt hat.“ Die Polizei ermittelte am Donnerstag noch. Es hätten sich Zeugen und wohl auch der Fahrer gemeldet, sagte eine Sprecherin. Über die Zeugenaussagen könne man noch nichts sagen. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Laila Mechem sagt:
Das Thema Kopftuch nervt: 14-jährige Kopftuch-Mädchen machen Rabatz - so sollte hier die Headline heißen.
01.12.16
23:41
Manuel sagt:
Da sieht man es wieder, wie hier wieder Politik im Sinne des politischen Islams gemacht werden sollte!
02.12.16
10:00
Ute Fabel sagt:
Manche Kopfuchträgerinnen warten ja offenbar nur so darauf, bis sie sich endlich aufgrund des Kopftuchs diskriminiert fühlen können. Besonders geschmacklos finde ich es, wenn solche Fälle dann immer mit dem jahrhundertealten Antisemitismus verglichen werden, der seinen tragischen Gipfelpunkt im Holocaust erreicht hat.
02.12.16
12:07
Johannes Disch sagt:
Nun, in diesem Fall war das Kopftuch nicht der Grund, und die Reaktion des Schaffners ist nachvollziehbar. Ändert aber auch nichts an der Tatsache, dass Musliminnen wegen des Kopftuchs immer mehr Nachteile und Angriffe erfahren.
09.12.16
14:30